Der Bedarf an elektrischer Energie im Rhein-Main-Gebiet wächst, deswegen muss das Stromnetz auf Höchstspannungsebene ausgebaut werden. In den kommenden Jahren werden nahezu alle bestehenden TenneT-Leitungen verstärkt und zusätzliche errichtet. Auch die Netzverknüpfungspunkte werden erweitert und es werden einige hinzukommen müssen. Das Ziel ist, über bestehende und neue Umspannwerke (UWs) mehr elektrische Energie aus dem 380-kV-Höchstspannungsnetz in das 110-kV-Hochspannungsnetz zu übertragen. Nur so kann die Region zukunftssicher mit elektrischer Energie versorgt werden.
Hierzu ist auch eine 2-systemige 380-kV- Höchstspannungsverbindung zwischen dem ersatzneuzubauenden UW Griesheim und dem UW Schwanheim der Fa. Amprion erforderlich. TenneT plant, für diese Leitung im Frühjahr 2027 die Antragsunterlagen für das gesetzlich vorgeschriebene Planfeststellungsverfahren einzureichen. Als Grundlage für die Planung und um später einen zügigen Bauverlauf zu gewährleisten, werden notwendige Vorarbeiten durchgeführt. Hierzu gehören die Kartierungsarbeiten und Vermessungsarbeiten.
Die Vermessungsarbeiten werden von der Ingenieursgemeinschaft MainX, bestehend aus WTM Engineers GmbH und SOCOTEC Ingenieure AG, sowie deren nachweislich beauftragten Subunternehmern, TRIGIS GeoServices GmbH im Auftrag der TenneT TSO GmbH vorgenommen. Dafür ist es erforderlich, dass die beauftragten Grundstücke betreten sowie wald- und landwirtschaftliche Wege des geplanten Projektraumes befahren werden.
Die Kartierungsarbeiten werden durch die Firma PGNU umgesetzt. Die Arbeiten beider Firmen werden im Auftrag der TenneT TSO GmbH durchgeführt. Die Begehungen oder Befahrungen im Rahmen der Vermessungsarbeiten erfolgen dabei mit größtmöglicher Rücksicht auf das Eigentum der Betroffenen, sodass keine Flurschäden entstehen können.
Für den geplanten Leitungsneubau sind im Zeitraum Mitte Juni bis Mitte September 2026 Vermessungsarbeiten vorgesehen. Ziel ist die Aktualisierung und Ergänzung von Geländedaten innerhalb des bekannten Planungskorridors. Die Vermessung erfolgt berührungslos bzw. mittels tachymetrischer oder GPS-gestützter Verfahren und umfasst u. a. Geländeoberfläche, Nutzungsarten sowie aufragende Objekte. Hierfür kann es erforderlich sein, dass Vermessungsfachkräfte die Flurstücke kurzzeitig betreten und Messgeräte aufstellen.
Mitarbeitende sind dabei mit Pkw, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs und setzen ggf. temporäre Markierungen. Es kommen keine Baumaschinen zum Einsatz. Schäden entstehen nicht; sollte es dennoch dazu kommen, werden diese entschädigt. Die Arbeiten dauern je Flurstück nur wenige Stunden. Fotos dienen ausschließlich der internen Auswertung und werden nicht weitergegeben.
Zur Erfassung von Fledermäusen werden in geeigneten Lebensräumen sogenannte Horchboxen aufgestellt, die automatisch Ultraschalllaute von Fledermäusen aufzeichnen. Hierdurch können die unterschiedlichen Fledermausarten bestimmt werden. Die Horchboxen werden im Bereich von Gehölzen aufgehängt und in einem regelmäßigen Turnus im Zeitraum zwischen Mitte Juni und Mitte September 2026 ausgewertet.
Im Rahmen der Netzfänge werden nachts Netze aufgespannt und überwacht und anschließend umgehend wieder abgebaut. Dies kann an mehreren Tagen (auch nicht aufeinanderfolgend) erfolgen. Der geplante Zeitraum der durchzuführenden Netzfänge erstreckt sich von Mitte Juni bis Mitte September 2026. Die Erfassungen erfolgen im Bereich des Wäldchens nördlich des Kelsterbacher Friedhofs.
Die auf dem Gebiet der Stadt Kelsterbach betroffenen Flurstücke werden auf der Website der Stadt Kelsterbach (kelsterbach.de) eingestellt sowie online auf der Website der TenneT: MainNetzausbau: Frankfurt und Rhein-Main | TenneT
Die Berechtigung zur Durchführung der Vorarbeiten ergibt sich aus § 44 Absatz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Mit einer ortsüblichen Bekanntmachung werden den Eigentümern und sonstigen Nutzungsberechtigten die Vorarbeiten als Maßnahme gemäß § 44 Absatz 2 Satz 1 EnWG mitgeteilt. Der betroffene Planungsraum kann aus der beigefügten Karte entnommen werden. Für Ihr Verständnis danken wir im Voraus.
Ansprechpartner für Ihre Fragen
Für Fragen und Mitteilungen sind wir gern für Sie da. Bitte wenden Sie sich dafür an unsere Referentin für Projektkommunikation und Bürgerbeteiligung:
Alena Richter
Tel.: +49 921 507407154
E-Mail: alena.richter@tennet.eu
Bei Rückfragen stehen Ihnen auch die von uns beauftragten Unternehmen zur Verfügung. Ihre Ansprechpartner sind:
PGNU Planungsgesellschaft Natur & Umwelt mbH
Thorben Knapp
Tel.: +49 69 95296429
TRIGIS GeoServices GmbH
Mario Haupt
Tel.: +49 3601 8089235
E-Mail: mario.haupt@trigis.de
Näheres zu dem Projekt finden Sie unter:
www.tennet.eu/de/projekte/mainnetzausbau-frankfurt-und-rhein-main
Die nachfolgend genannten Kartierungen können jeweils in zeitlichem Abstand zueinander stattfinden. Es ist daher möglich, dass auf einzelnen Flurstücken im Planungsraum nur ein Teil dieser Kartierungen durchgeführt werden oder dass die Grundstücke nicht betreten werden müssen.
Biotoptypenkartierung
Die Biotopkartierung wird durch Begehungen und flächendeckende Inaugenscheinnahme des Planungsraums durchgeführt.
Horst- und Höhlenbaumkartierung
Zur Erfassung von Horst- und Höhlenbäumen werden die Waldbereiche des Planungsraums flächendeckend begangen.
Ausbringen von Gartenschläfer-Neströhren
Das Ausbringen von Neströhren erfolgt in Wäldern und Gehölzen, um gegebenenfalls den Nachweis eines Vorkommens des Gartenschläfers zu erbringen. Dabei werden die in Frage kommenden Flächen zu Fuß begangen, um möglichst geschützte und störungsarme Standorte zu finden. Dort werden kleine Röhren in Büschen und Bäumen befestigt, in denen die Gartenschläfer ihre Nester bauen können.
Horchboxen, nächtliche Transektbegehung und Netzfänge (Fledermäuse)
Zur Erfassung von Fledermäusen werden in geeigneten Lebensräumen sogenannte Horchboxen aufgestellt, die automatisch Ultraschalllaute von Fledermäusen aufzeichnen. Hierdurch können die unterschiedlichen Fledermausarten bestimmt werden. Ebenfalls zum Nachweis von Fledermausarten werden nächtliche Transektbegehungen durchgeführt.
Die Bereiche werden in der Regel entlang von Wegen nachts begangen. Dabei werden Fledermausrufe mit einem Fledermausdetektor aufgezeichnet. In einem weiteren Schritt werden zudem auf Flächen nächtliche Netzfänge durchgeführt. Hierzu werden nachts Netze aufgespannt und überwacht und anschließend umgehend wieder abgebaut. Dies kann an mehreren Tagen (auch nicht aufeinanderfolgend) erfolgen.
Amphibien und Reptilien
Für die Kartierung der Amphibien und Reptilien werden, neben der Erfassung und Bestimmung durch Sichtbeobachtungen und Laichplatzkartierungen (bei Amphibien), künstliche Verstecke (rechteckige gewellte Plastik-Bretter mit ca. 0,5 m² Größe) verwendet.
Brutvögel, Xylobionte Käfer und sonstige Insekten
Die Kartierungen der Brutvögel und der Käfer erfolgt lediglich durch Begehungen. Ein Ausbringen von Kartierhilfen ist hierbei nicht nötig. Für die Erfassung sonstiger Insekten werden die Probeflächen mit einem Insektenkescher begangen, um die Bestimmung im Gelände durchzuführen.
Biber
Im Bereich des Mains erfolgt die Erfassung des Biebers lediglich durch Begehungen und Sichtbeobachtungen. Ein Ausbringen von Kartierhilfen ist hierbei nicht nötig.