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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 24/2026
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„Raum für neue Wege“: Vorträge und Workshops in der Herz-Jesu-Kirche

(vl) Alexa von Wedel (NH ProjektStadt), Pfarrer Stefan Barton, Peter Beichert (Vorsitzender Pfarrgemeinderat), Marion Schmitz-Stadtfeld (NH ProjektStadt) und Bürgermeister Manfred Ockel stellten die in diesem Jahr geplanten Veranstaltungen in der Herz-Jesu-Kirche vor.

Die Herz-Jesu-Kirche soll auch in Zukunft ein Raum für Gemeinschaft und Miteinander bleiben.

 

Immer mehr Kirchengebäude in ganz Deutschland werden geschlossen. Ein Grund dafür sind schrumpfende Gemeinden, die aus Kostengründen zusammengelegt werden, wodurch wiederum weniger Sakralräume benötigt werden. Es sei wichtig, darüber zu sprechen, was man mit diesen Häusern machen kann, außer sie einfach abzuschließen, so der katholische Pfarrer Stefan Barton. Diese Ansicht teilt auch Bürgermeister Manfred Ockel. Man dürfe die Gebäude nicht einfach sich selbst überlassen. Gerade die Herz-Jesu-Kirche, die schon seit längerer Zeit nicht mehr für Gottesdienste genutzt wird, sei nicht nur für Katholiken, sondern für die ganze Stadt ein wichtiges Identitätsmerkmal. Daher begrüße er es sehr, dass gemeinsam mit der ProjektStadt der Nassauischen Heimstätte überlegt werde, wie man die Kirche zukünftig nutzen könne.

Dafür brauche es allerdings einen breiten Konsens, so Ockel weiter. Um diesen zu erreichen, sind in diesem Jahr unter dem Motto „Raum für neue Wege – Kirche weiterdenken“ einige Veranstaltungen in der Herz-Jesu-Kirche geplant, wovon die ersten bereits im Juni stattfinden. Im Rahmen des Förderprogramms Zukunft Innenstadt und des World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026 (WDC) werden an zwei Tagen spannende Vorträge und Workshops für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger angeboten.

„Mit dem Projekt möchten wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort ausloten, welche Potenziale diese besonderen Räume für Begegnung, Kultur, Bildung und gesellschaftliches Miteinander bieten können“, erklärt Marion Schmitz-Stadtfeld, Leiterin Integrierte Stadtentwicklung der NH ProjektStadt.

Kirche weiterdenken

Los geht es am Freitag, 19 Juni. Ab 15 Uhr präsentiert die Landesinitiative „+Baukultur in Hessen“ einen Nachmittag mit Vorträgen und Diskussionsrunden zum Thema Bewahrung des baukulturellen Erbes und der Zukunft von Kirchengebäuden. Im Anschluss an eine Begrüßung durch den Bürgermeister gehen verschiedene Akteure der Frage nach, welche Rolle Kirchengebäude künftig für das gesellschaftliche Leben in Städten und Gemeinden übernehmen und wie soziale, klimatische sowie gestalterische Anforderungen in tragfähige Nutzungskonzepte übersetzt werden können. Denn Kirchengebäude sind Teil der sozialen Infrastruktur und bedeutsame Orte für Begegnung, Kultur und Gemeinschaft.

Nach einem abschließenden Podiumsgespräch findet der Nachmittag gegen 18.30 Uhr mit einer „langen Tafel der Baukultur“ seinen stimmungsvollen Ausklang. Bei einem Imbiss und Getränken im Garten der Herz-Jesu-Kirche kann sich in entspannter Atmosphäre noch weiter über die Themen der Vorträge ausgetauscht werden.

Am Samstag, 20. Juni, geht es ab 11 Uhr weiter, zunächst mit einer offenen Gesprächsrunde zu den Möglichkeiten und Grenzen der Nachnutzung von Kirchengebäuden. Geplant ist, dass an der Runde neben Bürgermeister Ockel auch Pfarrer Barton und Verena Jakobi vom Landesamt für Denkmalpflege teilnehmen. Anschließend sind alle Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Fachleuten und weiteren Interessierten zu einem zweiteiligen, von der Projektleiterin der ProjektStadt, Alexa von Wedel, geleiteten Workshop eingeladen. Dabei werden persönliche Wahrnehmungen gesammelt, gemeinsam Potenziale ausgelotet und Ideen für mögliche Nutzungen entwickelt. Im Vordergrund steht dabei die Frage, welche räumlichen und atmosphärischen Qualitäten des Kirchenraums erhalten, gestärkt oder neu geschaffen werden sollen.

Zudem werden im Rahmen des Workshops Kraniche als Symbol für Frieden, Freiheit und Demokratie, gebastelt. Die Origami-Faltanleitung wird im Nachgang auch an Kitas und andere Einrichtung weitergeleitet und digital bereitgestellt, so dass in den kommenden Monaten noch viele weitere Papiervögel entstehen können. Am Ende sollen bis zu 2000 Kraniche durch den Innenraum der Kirche „fliegen“, wobei eine dezente Illumination die Illusion von Flugbewegungen erzeugen soll. Diese Kunstinstallation wird erstmals im Rahmen des Altstadtfestes präsentiert. Zur Eröffnung am Samstag, 12. September, um 16 Uhr wird Kaweh Mansoori, hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum erwartet. Begleitet wird die Eröffnung durch den Chor der Musikschule Kelsterbach. Auch am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, sind die Kunstinstallation und die Ergebnisse des Workshops zu sehen, begleitet von verschiedenen musikalischen Darbietungen. Bis zum Jahresende sollen noch weitere Veranstaltungen folgen, in deren Rahmen die Installation gezeigt wird.

Durch die Partnerschaft mit der Stadt, der Gemeinde und dem Bistum, dem WDC und dem Wirtschaftsministerium, das die Kosten für das Projekt in Höhe von rund 50.000 Euro für das gesamte Jahr zu 90 Prozent übernimmt, sei es dem Team der NH ProjektStadt gelungen, in kurzer Zeit ein vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen, so Schmitz-Stadtfeld. So könne das Thema auf breiter Ebene in die Stadtgesellschaft gebracht werden. (sb/NH ProjektStadt)