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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 25/2018
Seite 3
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Zum Abschied Porzellan

Nach 256 Jahren ist Schluss mit dem Bäckereibetrieb Möser in der Mainstraße. Norbert Möser und seine Frau Gerlinde Möser sind nun tatsächlich in Ruhestand. Sie haben sich noch nicht ganz an den neuen Tagesablauf gewöhnt, und das werde auch noch dauern, sagt Nobert Möser. Am 31. August 2018 hätte der gelernte Konditormeister sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum in der Bachstube feiern könne, und die frühen Aufstehzeiten um 1 Uhr nachts sowie die Samstagsarbeit haben das Leben der Mösers Jahrzehnte lang geprägt. Jetzt wollen sie, soweit es geht, sportlich aktiv werden, Norbert Möser will auch wieder mal auf den Main und paddeln, Schwimmen und Radfahren stehen jetzt auf dem Plan statt frühem Aufstehen. Ein wenig traurig sind die Mösers schon, dass die Nachfolge nach zwischenzeitlichen guten Ansätzen nicht gefunden werden konnte. „Es finden sich heute kaum noch Menschen, die bereit sind, Bäcker zu werden, die Arbeitszeiten sind halt eine echte Bürde für unseren Beruf“, sagt Norbert Möser. Angeschafft haben die Mösers noch vor wenigen Jahren ein notwendiges neues Kassensystem, Und auch ein neuer Backofen für 42.000 Euro wurde gekauft, der jetzt glücklicherweise noch einen Abnehmer findet. „Ja, mit den Brötchen und Backwaren der anderen Anbieter haben wir schon unsere Probleme, bei unseren Sachen wussten wir, was drin ist“, sagen die Mösers. Bürgermeister Manfred Ockel fand sich zum Geschäftsabschied noch einmal im Laden ein und wünschte einen angeregten Ruhestand, der nicht mehr von der strengen Zeiteinteilung geprägt sei wie bisher. Als Geschenk hatte er Kelsterbacher Porzellan dabei. „Wir haben für Euch ein Stück Kelsterbacher Geschichte mitgebracht, und schließlich habt ihr selbst auch diese Ortsgeschichte mit eurem Laden mitgeprägt“, sagte Ockel. (hb)