Die Verleihung des Hessischen Leseförderpreis durch Staatsminister Timon Gremmels (l) war für Bibliotheksleiterin Meike Betzold (r) einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr.
In der vergangenen Woche trafen sich die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur, Sport und Integration (BSKSI) zur letzten Sitzung vor der Sommerpause in der Stadt- und Schulbibliothek. Dort stellte Bibliotheksleiterin Meike Betzold den Jahresbericht der Bücherei für 2025 vor. Es sei ein insgesamt erfolgreiches Jahr mit einigen besonderen Höhepunkten gewesen. So hat es die Stadt- und Schulbibliothek unter die acht besten Bibliotheken Deutschlands in der Kategorie „Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Gemeinden“ geschafft. Zudem konnte Betzold im November durch Staatsminister Timon Gremmels den Hessischen Leseförderpreises 2025 entgegennehmen. Diese mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro dotierte Auszeichnung sei eine besondere Wertschätzung der Arbeit des gesamten Bibliotheks-Teams und der zahlreichen Kooperationspartner, so die Bibliotheksleiterin.
Ein weiterer Grund zur Freude war die Eröffnung des „Lesedschungels“, der neuen Schulbibliothek an der Bürgermeister-Hardt-Schule (BHS). Hier hob Betzold hervor, dass dieses Projekt maßgeblich von den Auszubildenden der Bibliothek mit viel Engagement und Kreativität umgesetzt wurde. Der Lesedschungel sei ein wichtiger Beitrag, um Leseförderung direkt in den Schulalltag zu integrieren und Bibliothek und Schule noch stärker miteinander zu vernetzen.
Positives gebe es auch bei den Besucherzahlen zu vermelden. Mit über 76.000 Besucherinnen und Besuchern konnte der Vorjahreswert fast exakt gehalten werden. Diese Zahl zeige, welche wichtige Rolle die Bibliothek als Treffpunkt sowie als Ort des Lernens und der Kreativität in Kelsterbach einnehme. Für viele Bürgerinnen und Bürger sei die Bücherei nach dem eigenen Zuhause und der Arbeit der dritte Ort. „Es hat sich wieder bestätigt, dass wir so etwas sind wie Kelsterbachs Wohnzimmer“, so Betzold.
Viel Publikum zogen auch im vergangenen Jahr die zahlreichen und vielseitigen Veranstaltungsangebote an. Dabei konnte 2025 ein neuer Rekord erreicht werden. Insgesamt standen fast 500 Angebote auf dem Programm, die in der Bibliothek und an den Schulen umgesetzt wurden. Als besondere Veranstaltungshighlights erwähnte Betzold das beliebte Sommerfest der Kinderkultur, die erste bundesweite Nacht der Bibliotheken, den sehr gut besuchten Bilderbuch-Sonntag, das Kinder-Rockkonzert mit der Band „Radau“ sowie Lesungen und zahlreiche Kreativangebote für Kinder und Erwachsene.
Die Ausleihzahlen bewegten sich 2025 mit knapp 45.000 Medien auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr zuvor. Spitzenreiter war erneut der Bereich Kinder- und Jugendliteratur mit 19.096 Ausleihen, gefolgt von Belletristik mit 4778 und Hörbüchern für Kinder und Jugendliche mit 4407 Ausleihen. Dabei gab es wieder einige Titel, die sich bei der Bibliothekskundschaft besonders großer Beliebtheit erfreuten. Bei den erwachsenen Leseratten erwiesen sich Volker Klüpfels „Lückenbüßer“ und Emily Rudolfs „Das Dinner“ als größte Ausleih-Hits. Bei den Kindern gibt es seit Jahren an einem alten Bekannten kein Vorbeikommen: „Gregs Tagebuch“. Der Dauerbrenner von Jeff Kinney war mit 47 Ausleihen von Band 19 („So ein Schlamassel“) und 44 Ausleihen von Band 15 („Halt mal die Luft an“) auch 2025 der unangefochtene Sieger im Bereich Kinderbuch.
Durch Förderprogramme von Bund und Land sowie Spenden von Unternehmen konnten erneut einige wichtige Projekte verwirklicht werden. So wurden auch 2025 die von der Mainova AG gesponserten Lesestarter-Taschen verteilt, aus Landesmitteln wurden die digitalen Angebote wie die Onleihe gefördert und über die Hessische Leseförderung konnten Zuschüsse für den Leseschatz für die dritten Klassen generiert werden. Die Sparkassen-Stiftung Groß-Gerau unterstützte die Nacht der Bibliotheken sowie das Leseförder-Projekt mit Lesehund Loki und Mittel aus dem Bibliotheksfonds 2025 flossen in die Gestaltung einer Jugendecke in der Bibliothek sowie in den Lesedschungel an der BHS.
Betzold unterstrich, wie wichtig neben diesen Förderungen auch die Zusammenarbeit mit städtischen und externen Partnern sei. So habe es im vergangenen Jahr wieder sehr gute Kooperationen mit der Musikschule, der Jugendförderung, der Freiwilligen Feuerwehr, der Frauenbeauftragten, der städtischen Sozialarbeit, der Caritas, dem deutschen Bibliotheksverband, der Kommission Kinder- und Jugendbibliotheken sowie verschiedenen Vereinen und anderen Partnern gegeben.
Die Stadt- und Schulbibliothek sei zwar eine freiwillige Leistung, doch Betzold gab zu bedenken, dass es neben einem Grundrecht auf Bildung und lebenslanges Lernen auch ein hessisches Bibliotheksgesetz gebe, dass dies noch einmal bestärke. Die Ausgaben allein mit der Zahl der ausleihenden Besucher zu vergleichen, sei zu kurz gefasst, so die Bibliotheksleiterin abschließend. Denn die Bibliothek sei eben nicht nur ein Ort des Lesens, sondern biete den Bürgerinnen und Bürgern Teilhabe, Leseförderung, Medienpädagogik, Bildung, Kultur und vieles mehr. (sb)