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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 25/2026
Seite 4
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Der Jahresbericht der Jugendförderung 2025

Im vergangenen Ausschuss für Bildung, Soziales, Kultur, Sport und Integration stellte Sabrina Stamm den aktuellen Jahresbericht der städtischen Jugendförderung vor. Selbst seit 2025 Teamleiterin, resümierte sie, dass das vergangene Jahr geprägt gewesen sei von Kontinuität, Weiterentwicklung und neuen fachlichen Impulsen. Die Arbeit der Jugendförderung versuche den Spagat zwischen verlässlichen Angeboten und einer Anpassung an sich wandelnde gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Vor allem Themen wie Digitalisierung, soziale Ungleichheit, Leistungsdruck, mentale Belastungen sowie Identitätsfragen und gesellschaftliche Teilhabe beschäftigen junge Menschen. Diesem wolle man als verlässlicher Ansprechpartner begegnen.

Aufgaben

Die städtische Jugendförderung ist nicht freiwillig, sondern Teil der offenen Kinder- und Jugendarbeit und gesetzlich verankert. Die Arbeit wurde 2025 von zwei hauptamtlichen Fachkräften, einer studentischen Hilfskraft sowie Honorarkräften umgesetzt.

Die unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkte bestehen aus der direkten pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dazu gehören konzeptionelle Weiterentwicklung, Netzwerkarbeit, Organisation von Veranstaltungen, Qualitätsentwicklung sowie administrativen Aufgaben.

Die Arbeit mit Honorarkräften ist dabei unerlässlich, denn anders lassen sich die Ferienangebote nicht in diesem Umfang umsetzen. Diese bekommen vorab verpflichtende Schulungen, vor allem in den Bereichen Haftung und Aufsichtspflicht sowie in Erste-Hilfe und dem Thema Kinderschutz.

Handlungsfelder

Bei der Jugendförderung handelt sich nicht nur um die klassische Ferienbetreuung, sondern um ein pädagogisches Angebot, betont Stamm. Neben Freizeiten, Workshops und Spielangeboten, gibt es auch geschlechtsspezifische Arbeit, sowie Kooperationsprojekte oder auch stadtteilbezogene Projekte.

Die Arbeit basiert auf den folgenden Grundprinzipien: Freiwilligkeit der Teilnahme, Niedrigschwelligkeit der Angebote, Lebensweltorientierung, Partizipation und Mitbestimmung, Ressourcenorientierung sowie Schutz und Prävention.

Angebote

2025 war ein sehr aktives Jahr, unter anderem wegen der hohen Nachfrage an Ferienangeboten. Die Angebote zum Offenen Treff seien extrem wichtig, so Stamm, weil sie Anlaufpunkte für die Jugendlichen, niedrigschwellig und interessant für diejenigen seien, die sich bei anderen Angeboten nicht anmelden. Der Mädchentreff ist dabei ein exklusives Angebot, das es im Kreis Groß-Gerau nicht oft gibt, so die Teamleiterin. Auch der Kinder- und Teenietreff am Bürgertreff Mainhöhe gehört zu den regelmäßigen, wichtigen Angeboten.

Kooperationsprojekte

Zu den Kooperationsprojekten zählt zum Beispiel die Kinder- und Teeniekonferenz, die die Jugendhilfe im vergangenen Jahr mitbegleitete. Einmal im Monat gibt es zudem im Mandelhain einen Kreativtag mit der Caritas, seit vielen Jahren begleitet die Jugendförderung das Kinderkulturfest mit eigenen Angeboten und bereits seit dem letzten Jahr gibt es in Zusammenarbeit mit der Caritas die Schools-Out-Party. Ebenso werden einige Sommerferienprojekte mit der Freiwilligen Feuerwehr oder dem KelsterLab umgesetzt.

Besonders die Mädchenangebote finden auch zum Teil in interkommunaler Zusammenarbeit statt. Dazu gehören der Internationale Mädchentag an allen Kelsterbacher Schulen sowie mit Kommunen im Kreis Groß-Gerau. Die Schule sei ein sehr wichtiger Ort, so Stamm, denn hier arbeite man sehr eng mit der Schulsozialarbeit zusammen und auch die Kinder- und Jugendbeteiligung funktioniere über die Schulen sehr gut.

Sichtbarkeit im Stadtgeschehen

Die Jugendförderung bemüht sich, sichtbar zu bleiben. Mit dem Jugendzentrum im Schloss ist sie ein zentraler Anlaufpunkt für Jugendliche im Stadtgebiet. Und auch die Kelsterbacher Feste sind ein wichtiger Bestandteil, auf denen es regelmäßig Programm für Kinder und Jugendliche gibt. Dazu zählen unter anderem die Kerb, das Altstadtfest oder auch der Weihnachtsmarkt der Altkerweborsch. „Die Jugendförderung funktioniert nicht isoliert“, sagt Stamm. „Wir arbeiten mit vielen Kooperationspartnern und haben ein breites Netzwerk. Denn viele Zielgruppen erreicht man nur so.“ Und diese ermöglichen im Umkehrschluss, dass die Jugendförderung ihre Angebote ergänzen und ausweiten kann. So liegt auch für das Jahr 2026 der Fokus weiter auf fachlicher Profilierung und struktureller Weiterentwicklung. (ana)