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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 26/2018
Seite 2
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Sozialer Wohnungsbau ist weiter vordringlich

Wie steht es um den bezahlbaren Wohnraum in Kelsterbach? Dieser Frage ging die Groß-Gerauer Kreistagsfraktion der SPD nach. Antworten im Atrium-Haus der Baugenossenschaft gaben Bürgermeister Manfred Ockel, die Gemeinnützige Baugenossenschaft Kelsterbach (GBK) und die Nassauische Heimstätte (NH).

„Vor allem Kelsterbach, Bad Vilbel und Seligenstadt sind zurzeit in Hessen was den sozialen Wohnungsbau betrifft im Soll“, sagte die Landtagsabgeordnete Kerstin Geis (SPD). Lars Laun, Vorstandsmitglied der GBK, berichtete von den Vorhaben der GBK in Kelsterbach, dabei sehe sich die GBK weiterhin als verlängerter Arm der Stadt Kelsterbach auf diesem Sektor. 902 Wohnungen betreut die 70 Jahre junge GBK, davon sind 274 öffentlich gefördert. Die durchschnittliche Grundmiete betrage 5,40 Euro pro Quadratmeter, das sei in der Rhein-Main-Region mit Mietpreisen zwischen zehn und zwölf Euro auch für Menschen mit normalen und geringen Einkommen erschwinglich. In der Dahlienstraße 16 im Neubaugebiet Länger Weg sollen in zwei Bauabschnitten insgesamt 70 Wohneinheiten neu entstehen. Baubeginn könne 2018 sein, so Laun, jedoch komme die zurzeit enorme Auslastung der Firmen als zeitliche Bremse hinzu. „Die Fördertöpfe sind voll, allein die Möglichkeiten der Bauherren und der Baufirmen sind begrenzt“, sagte Kerstin Geis, die als Fingerzeig an die hessische Landesregierung nahezu zwei Jahrzehnte den Willen und das Konzept zur Erstellung bezahlbaren Wohnraums vermisst.

Projekt Mainhöhe

Stefan Guga von der NH sieht sein Unternehmen als Motor bei der Erstellung neuen Wohnraums. Leider fehlten der NH die Grundstücke vor allem in der Ballungsraumregion. Das Projekt „Mainhöhe“ parallel zur sozialen Stadt in Kelsterbach sei ein wirkliches Vorzeigeprojekt. Dort entstehen anstelle von 86 Wohneinheiten aus den 1950er Jahren 240 neue energetisch hochwertige Wohnungen. Allein die Wohnfläche von derzeit 4.327 Quadratmeter werde auf 18.863 angehoben, die Mieten sind in Einvernehmen mit der Stadt Kelsterbach bei geförderten Wohnungen auf 6,70, bei freien Wohnungen auf 10,50 Euro gedeckelt. Altbürgermeister Erhard Engisch erläuterte, dass die Stadt Kelsterbach nach der Werkschließung der Enka die Wohnungsbelegungsrechte für 13 Mio Mark gekauft habe. Auf der Mainhöhe, der Name „Niederhölle“ wurde geändert, werden 30 Prozent geförderte Wohnungen gebaut in einer sehr anspruchsvollen Lage oberhalb des Mains, so Guga. In Tiefgargen entstehen 300 PKW-Stellplätze. Die bisher dort lebenden Menschen könnten bevorzugt in die neuen Wohnungen einziehen, sagte Manfred Ockel. Für die Bauphase der alten sieben Gebäude müssten sie vorübergehend eine andere Wohnung finden, von 86 Mietern seien noch 46 unterzubringen. (hb)

Die Kreistagsfraktion der SPD im Innenhof des Atrumsbaus der GBK. Alle Wohnungen dort sind barrierefrei.