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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 26/2020
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Der trommelnde Pimpf

Kelsterbach während der NS-Zeit; es gab ein bemerkenswertes Bau-Programm der örtlichen NS-Ortsgruppe, wie man die „Neue Zeit“ vor Ort auch architektonisch ins rechte Licht rücken kann. Das Denkmal gehört in diesen Kontext hinein.

Das Denkmal des trommelnden Hitlerjungen stand am selben Ort in den Mainanlagen, an dem heute, und zwar seit 1963, das „Berlin-Denkmal“ aus rotem Sandstein steht, das aber kaum noch als solches auszumachen ist. Der „Pimpf“, so der Jargon der NS-Zeit für das sogenannte Jungvolk, steht in Verbindung mit dem Denkmal des Obelisken an der Mainstraße, die während der NS-Zeit die Straße der SA-Bewegung gewesen war. Die Kinder der Altersgruppe zehn bis 14 Jahre wurden als „Pimpfe“ bezeichnet, ab 14 Jahren wurden die Jugendlichen in der „Hilterjugend“, der „HJ“, organisiert. Der Trommlerjunge wurde nach 1945 in den Main gestürzt. Bei Niedrigwasser konnte man Teile des Denkmals noch eine Zeitlang erkennen. Wo es geblieben ist, ist heute nicht bekannt. Wer mehr über die Kelsterbacher Architektonik während der NS-Zeit wissen mag, der sei verwiesen auf die Archivschrift von Hartmut Blaum „Band 5: Blaum, Hartmut, Bauliche Aspekte der NS-Zeit in Kelsterbach, Der Versuch der baulichen Eroberung und Durchdringung eines Arbeiter- und Bauerndorfs zwischen 1933 und 1945 durch die Nationalsozialisten, Kelsterbach, 2019.“ Auszuleihen in der Stadt- und Schulbibliothek. Diese Schrift wird zurzeit stark überarbeitet aufgrund neuer Forschung. Das Foto zeigt den „Pimpf“, im Hintergrund ist die Kelsterbach-Sindlinger Fähre (bis 1974) zu sehen, der Fährnachen, rechts der Holzlagerplatz. (Stadtarchiv/hb)