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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 26/2020
Seite 3
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Was plant das Volksbildungswerk Kelsterbach für 2020?

In der vergangenen Woche trafen sich Vertreter des Volksbildungswerks Kelsterbach zur ersten Vorstandssitzung seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Es galt, die in den kommenden Monaten anstehenden Aktivitäten des VBW zu planen. Dabei wurde schnell klar, dass das Coronavirus auch hier den Ton angeben würde. So musste gleich beim ersten Punkt auf der Tagesordnung eine bittere Entscheidung getroffen werden: „Angesichts der Lage hat sich der Vorstand schweren Herzens dazu entschieden, das Andreasgelage in diesem Jahr abzusagen“, erklärte Hartmut Blaum, Vorsitzender des VBW, nach der Sitzung. Das Andreasgelage, das die Pflege der Beziehungen und des Brauchtums zwischen den Städten Frankfurt und Kelsterbach feiert, muss damit das erste Mal, seit es in der jetzigen Form im Jahr 1966 ins Leben gerufen wurde, ausfallen.

Geplant war, dass das Fest am 27. November stattfinden sollte. Als Gastredner war Dr. Miguel Casares, seit Februar 2018 Direktor des Frankfurter Zoos, geladen. Ein „Andreasgelage light“ mit weniger Besuchern, ohne Musik, ohne gemeinsames Essen und mit Geselligkeit nur auf Abstand wäre theoretisch durchführbar gewesen. Dann aber hätte diese Festivität genau den besonderen Charakter und Charme verloren, der das Andreasgelage auszeichnet. „Wir freuen uns schon jetzt auf das Andreasgelage 2021“, so Blaum in der Hoffnung, dann nicht nur wieder viele Besucher, sondern auch Dr. Casares mit seinem bestimmt sehr spannenden Vortrag im Fritz-Treutel-Haus begrüßen zu dürfen.

Die nächste Entscheidung der Sitzung betrifft die beliebten Theaterfahrten ins Staatstheater Wiesbaden, die unter der Leitung von Ursula Hornig stattfinden. Diese müssen in diesem Herbst ebenfalls ausfallen. Zwar dürfen Theater im Prinzip wieder öffnen, doch aufgrund der geltenden Abstandsregeln ist in den kommenden Monaten ein regulärer Betrieb unwahrscheinlich. Geplant ist, dass die Theaterfahrten im Frühjahr 2021 wieder angeboten werden können.

Ein Höhepunkt für viele Freunde des VBW ist die jährliche Bildungsreise, die von Rosemarie Hanikel-Richter organisiert wird. Diese sollte die Teilnehmer 2020 nach Hamburg führen. „Unter Corona-Bedingungen ist die Durchführung einer solchen Reise nicht möglich“, erklärt Hartmut Blaum die Entscheidung, diese Bildungsreise ausfallen zu lassen. Aber auch hier besteht die Hoffnung, dass der Besuch der Hansestadt im kommenden Jahr nachgeholt werden kann.

Nachdem sich dann auch noch ein geplanter Poetry Slam den Abstandsregelungen beugen muss und voraussichtlich ins Frühjahr 2021 verschoben wird, möchte das Volksbildungswerk für dieses Jahr aber auch positive Nachrichten verkünden. So ist die Öffnung des Stadtmuseums unter Hygieneauflagen seit einigen Wochen wieder möglich. Zwar schließt das Museum nach dem nächsten Öffnungstag am 28. Juni (15 bis 17 Uhr) erst einmal über die hessischen Sommerferien hinweg. Doch ab Mitte August geht es hier wieder weiter. Für Oktober dieses Jahres ist mit „Magie und Aberglaube“ mit vielen Exponaten der Kunsthistorikerin Dr. Alice Selinger aus Dreieich dann auch eine spannende Ausstellung geplant, der im Frühjahr 2021 eine Schau mit Ölbildern von Carmen Erlenbach folgen wird. Die Raunheimer Künstlerin wird dann zum zweiten Mal zu Gast im Kelsterbacher Stadtmuseum sein, nachdem ihre erste Ausstellung bereits auf ein großes Publikumsinteresse gestoßen war.

Hartmut Blaum und Christian Schönstein, der zweite Vorsitzende des VBW, bedauern die vielen notwendigen Absagen und Verschiebungen. „In diesem Jahr ist eben alles anders“, resümieren sie die Beschlüsse des Vorstands, zeigen sich aber gleichzeitig auch erfreut darüber, dass zumindest ein wenig Kultur in Kelsterbach stattfinden kann. Am Ende bleibt die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung und die Vorfreude darauf, die Aktivitäten des VBW 2021 wieder in vollem Umfang anbieten zu können. (Text: Sebastian Betzold)