Was heute Realität ist, hätte nach dem ersten Saisonspiel wohl niemand für möglich gehalten. Am 23. August 2025 startete die E2 des FC Viktoria 07 Kelsterbach mit einem beeindruckenden 11:0-Erfolg gegen Wildsachsen in die Saison. Doch dass am Ende eine historische Spielzeit mit dem Triple-Gewinn stehen würde, konnte damals niemand ahnen.
Unter der Leitung von Trainer Carlo Rubino setzte die Mannschaft bereits in den ersten Spielen der Kreisklasse Gruppe 3 ein deutliches Zeichen. Sieg um Sieg marschierten die Jungs und Mädchen an die Tabellenspitze und machten früh klar, welches Ziel sie verfolgten. Bereits zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde sicherte sich die Viktoria die Herbstmeisterschaft, ein Erfolg, der zu diesem Zeitpunkt bereits als außergewöhnlich galt.
Doch die Mannschaft hatte noch lange nicht genug. Die Rückrunde verlief genauso erfolgreich wie die erste Saisonhälfte. Viktoria gewann weiter Spiel um Spiel und ließ der Konkurrenz kaum eine Chance. Schnell wurde deutlich, dass diese Mannschaft etwas Besonderes war.
Auch im Kreispokal zeigte die E2 ihre Klasse. Nach einem souveränen Auftaktsieg in Neuenhain wurde es im Sechzehntelfinale gegen den Stadtrivalen BSC Kelsterbach deutlich spannender. Mit einem knappen 3:2-Erfolg zog die Viktoria weiter. Die folgenden Runden meisterte das Team souverän, ehe im Halbfinale mit Ruppertshain ein echter Prüfstein wartete. Beide Mannschaften waren bis dahin ungeschlagen. In einem packenden Spiel setzte sich Kelsterbach mit 4:3 durch und zog ins Finale ein.
Am 19. April 2026 war es dann soweit: Kreispokalfinale in Altenhain. Gegen den Gastgeber lag die Viktoria bis sechs Minuten vor dem Ende noch mit 0:1 zurück. Doch die Mannschaft bewies einmal mehr ihren außergewöhnlichen Charakter. Innerhalb weniger Minuten drehte sie die Partie und gewann mit 2:1. Der Jubel der zahlreich mitgereisten Fans kannte keine Grenzen, der Kreispokal war gewonnen.
Nun galt es, die Saison erfolgreich zu Ende zu bringen. Der große Traum lautete, alle Spiele zu gewinnen. Doch in Sulzbach kam es zu einem kuriosen 6:6-Unentschieden, dem einzigen Punktverlust der gesamten Saison. Am Ende stand dennoch eine beeindruckende Bilanz von 21 Siegen und einem Unentschieden aus 22 Spielen. Die E2 krönte sich zum Staffelsieger der Kreisklasse Gruppe 3 und machte damit das Double perfekt.
Doch die Reise war noch nicht zu Ende. Zum ersten Mal bot sich einer Kelsterbacher Mannschaft die Chance, das Triple zu gewinnen.
Mit diesem Ziel reiste die Mannschaft am 14. Juni nach Okriftel, wo die Kreismeisterschaft im Turnierformat ausgespielt wurde. Die Vorrunde absolvierte die Viktoria eindrucksvoll und gewann alle fünf Spiele. Im Viertelfinale wurde Lorsbach mit 2:0 besiegt.
Im Halbfinale wartete die zweite Mannschaft der Schwanheimer E2. Nach einem torlosen 0:0 musste die Entscheidung im Neunmeterschießen fallen. Dort bewies die Viktoria starke Nerven. Besonders Torhüter Erol wurde zum Matchwinner, als er gleich zwei Neunmeter parierte und seiner Mannschaft damit den Weg ins Finale ebnete. Dank seiner starken Leistung setzte sich die Viktoria im Shootout durch und zog verdient ins Endspiel ein.
Dort traf man auf den vermeintlich stärksten Gegner des Turniers: die Schwanheimer E2/1. Kelsterbach zeigte eine engagierte Leistung, geriet jedoch mit 0:1 in Rückstand. Die Uhr lief bereits gegen die Viktoria. Trainer Carlo Rubino blickte ebenso nervös auf die letzten Sekunden wie die zahlreichen Zuschauer.
Dann die letzte Aktion des Spiels: Marlon trat den wohl letzten Eckball des Turniers. Seine Hereingabe fand mustergültig den Kopf von Adriano, der den Ball in letzter Sekunde zum viel umjubelten 1:1-Ausgleich ins Netz setzte. Erneut musste ein Neunmeterschießen entscheiden.
Wieder einmal bewies die Viktoria ihre Nervenstärke. Torhüter Alper wurde dabei zu einem der entscheidenden Akteure des Finales, als er gleich drei Neunmeter parierte und seiner Mannschaft damit den Weg zum Titel ebnete.
Mit dem letzten gehaltenen Ball brachen alle Dämme. Spieler, Eltern und Fans feierten ausgelassen den größten Erfolg der Vereinsgeschichte in dieser Altersklasse. Auch bei Trainer Carlo Rubino flossen die Tränen, Tränen der Freude, des Stolzes und der Erleichterung nach einer außergewöhnlichen Saison.
Besonders beeindruckt zeigte sich Rubino von der Mentalität seiner Mannschaft. Über die gesamte Saison hinweg bewiesen die Jungs und Mädchen immer wieder, dass sie auch nach Rückschlägen niemals aufgeben.
„Diese Mannschaft hat einen Charakter, den man nur ganz selten erlebt“, sagte Rubino nach dem Turniersieg. „Egal, ob wir zurückgelegen haben oder ein Spiel nicht nach Plan lief, die Kinder haben immer weitergemacht, sich gegenseitig unterstützt und bis zur letzten Sekunde an sich geglaubt. Sie geben niemals auf und finden immer einen Weg zurück ins Spiel. Genau das macht diese Mannschaft aus.“
Die dramatischen Wendungen im Pokalfinale und im Finale der Kreismeisterschaft spiegeln diese besondere Mentalität perfekt wider. Selbst in schwierigen Situationen fand die Mannschaft einen Weg zurück ins Spiel und zeigte einen außergewöhnlichen Zusammenhalt. Eigenschaften, die maßgeblich zum Gewinn des historischen Triples beigetragen haben.
Mit dem Gewinn von Meisterschaft, Kreispokal und Kreismeisterschaft hat die E2 des FC Viktoria 07 Kelsterbach Vereinsgeschichte geschrieben. Die Mannschaft darf mit Fug und Recht behaupten, zu den stärksten E2-Jahrgängen im gesamten Main-Taunus-Kreis zu gehören.
Ein besonderer Dank gilt allen Eltern, Freunden, Bekannten, Unterstützern und dem gesamten Verein, die die Mannschaft während der gesamten Saison begleitet und an sie geglaubt haben. Der Triple-Gewinn war das Ergebnis von Teamgeist, Leidenschaft, harter Arbeit und dem unerschütterlichen Glauben aneinander. Diese Mannschaft hat nicht nur Titel gewonnen, sondern Erinnerungen geschaffen, die noch lange Bestand haben werden.
Denn am Ende hat sich einmal mehr gezeigt: Zusammen sind wir Viktoria! (Steve Wolter)