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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 27/2019
Seite 2
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Tage der Industriekultur im Kreis Groß-Gerau

KREIS GROSS-GERAU - 53 Städte der Rhein-Main-Region, von Bingen am Rhein bis Miltenberg am Main, von Hirzenhain bis Gernsheim, und mehr als 150 Veranstalter sind in diesem Jahr am Programm der „Tage für die Industriekultur Rhein-Main 2019“ beteiligt. Anlässlich des Bauhaus-Jubiläumsjahres stehen die Veranstaltungen der KulturRegion FrankfurtRheinMain vom 3. bis 11. August 2019 unter dem Motto „Baukultur“ und beleuchten den ständigen Wandel der von Menschen gebauten und genutzten Umwelt. Auch im Kreis Groß-Gerau gibt es dabei wieder viel zu entdecken. Ginsheim-Gustavsburg, Gernsheim, Nauheim und Rüsselsheim beteiligen sich mit Angeboten.

„Baukultur ist wesentlich, um eine Umwelt zu schaffen, die als lebenswert empfunden wird. Wir freuen uns, dass das Thema auch viele noch unbekanntere industriekulturelle Orte in unseren neuen Mitgliedskreisen und Kommunen im Rheingau, der Wetterau und in Darmstadt-Dieburg zum Mitmachen motiviert hat. Einige öffnen zu den Tagen der Industriekultur erstmals ihre Tore“, erläutert Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der KulturRegion. „Die Tage der Industriekultur“ thematisieren die architektonische Gestaltung von Gebäuden und Industrieensembles, den Städtebau ebenso wie die Kunst am Bau und im öffentlichen Raum.

Kurt Zährer und Willi Engel, Macher von Blasinstrumenten aus Holz und Metall, öffnen ihre Werkstatt in Nauheim und erzählen zum Beispiel am Freitag, 9. August 2019, von ihrer Arbeit und Werkstücken, von Neubauten und „Notoperationen“. Der Künstler Mario Derra zeigt an zwei Sonntagen (4. und 11. August) ausgewählte Exponate der Lithografiekunst, die dazugehörigen Pressen aus dem 19. und 20. Jahrhundert und Arbeitsutensilien. Das alles im Kulturdenkmal Altes E-Werk in Gernsheim.

In Ginsheim-Gustavsburg steht nicht nur die Führung durch eine mit voll funktionsfähigen Originalgeräten ausgestatteten Schiffsmühle (an Wochenenden 3. und 4. August, 10. und 11. August) auf dem Programm. In Vorträgen geht es auch um die Baukultur sowie um die Fachwerk-Rekonstruktion der Mühle. Eine weitere Führung (Montag, 5. August) in Ginsheim erhellt die Geschichte des MAN-Werks. Die denkmalgeschützte Arbeitersiedlung „Cramer-Klett-Siedlung“ in Gustavsburg ist Thema eines historischen Rundgangs unter dem Motto „Wohnen im Denkmal“ - und zwar am Samstag, 10. August.

Mit zentralen Plätzen und ihrer Gestaltung in Rüsselsheim setzen sich Fotos auseinander, die an den Tagen der Industriekultur im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim ausgestellt sind. Die Fotos sind in einem Workshop ambitionierter Laien entstanden. Die Geigenbauer von Bauschheim, Eugen und Horst Sticht, demonstrieren am 3. August, wie viel Arbeit nötig ist, bevor die Saiten eines Instruments, ob gestrichen oder gezupft, erklingen. Rad- und Bustouren, Einblicke in die Ingenieurskunst für das „Muskelspiel“ der Roboter sowie ein Rundgang durch das Opel-Alt-Werk runden das Angebot in Rüsselsheim ab.

An neun Tagen laden über 190 Programmpunkte zu gemeinsamen Touren durch die Metropolregion Frankfurt-RheinMain ein: Zu Besichtigungen sonst verschlossener Produktionsanlagen von Technologieparks, Unternehmen oder Depots, Führungen durch Verkehrsbauten, Hafenanlagen, zu Touren mit Schiff, Zug, Bus und Rad oder Open-Air-Filmvorführungen. Mit auf dem Programm stehen aktuelle Produktionsstätten wie die Manufaktur G.F. Heim Söhne in Ober-Ramstadt und Fabrikensembles aus verschiedenen Epochen der Industrialisierung, inklusive Verwaltungsbauten wie der repräsentative Behrensbau in Frankfurt und Arbeitersiedlungen. Anlagen der Ver- und Entsorgung wie das Wasserwerk in Hattersheim, das Heizkraftwerk West in Frankfurt und der Deponiepark in Flörsheim-Wicker laden zu Erkundungstouren ein.

Das 120-seitige Programmheft liegt kostenfrei in Rathäusern, Bürgerbüros und Tourist-Infos der Region aus. Es ist auch in der Geschäftsstelle der KulturRegion am Frankfurter Hauptbahnhof (Poststr. 16) erhältlich und steht online zum Herunterladen unter www.krfrm.de bereit.

2000 Kinder und Jugendliche aus der gesamten Rhein-Main-Region konnten bereits bei der „Route der Industriekultur Junior“ bei 100 verschiedenen Angeboten Industriekultur auf lehrreiche, angewandte und spielerische Weise entdecken. Weitere Angebote sind noch in den Ferien und bis in den Herbst buchbar.