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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 27/2026
Seite 3
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Musikschule blickt auf ein herausforderndes Jahr 2025 zurück

2025 war ein herausforderndes Jahr für die Musikschule Kelsterbach. Dennoch blicke er sehr positiv darauf zurück, wie Musikschulleiter Marc Fischer in der letzten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur, Sport und Integration (BSKSI) vor der Sommerpause resümierte, in der er den Jahresbericht der Musikschule vorstellte.

Zunächst gebe es viel Positives zu berichten, so Fischer. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler sei erneut leicht gestiegen, um 30 auf insgesamt 480. Besonders beliebt sei weiterhin Klavier mit 110 Schülerinnen und Schülern, gefolgt von Gitarre, Streichinstrumenten und Holzblasinstrumenten. Die Warteliste umfasse zudem 103 Anfragen, hauptsächlich für Klavierunterricht und musikalische Früherziehung.

Erfreulich sei auch gewesen, dass die Nachwuchsmusikerinnen und -musiker mit ihren 19 Dozentinnen und Dozenten über das Jahr verteilt 44 Konzerte bestritten haben, darunter Darbietungen auf dem Altstadtfest, das große Musikschulkonzert im Juni und ein stimmungsvollen Adventskonzert im Dezember. Zudem nahmen drei Schülerinnen erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil und vertraten die Musikschule Kelsterbach bei zwei Preisträgerkonzerten.

Erfreut zeigte sich der Musikschulleiter auch über die zahlreichen Kooperationen mit sieben Kitas und den beiden Grundschulen, der Jugendförderung, dem Kulturamt und der Stadt- und Schulbibliothek, in der mehrere musikalische Veranstaltungen stattfanden, sowie dem Haus Weingarten, wo regelmäßig mit demenzkranken Senioren musiziert wird. Positiv werte er auch, dass die Musikschule seit September 2025 eine Außenstelle in Raunheim unterhalte, in der 20 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Fischer erklärte, dass dafür nur freie Unterrichtskapazitäten der Dozenten genutzt werden, dass die Räume kostenfrei zur Verfügung gestellt werden und Kelsterbach von der Stadt Raunheim eine Ausgleichszahlung in Höhe von 15.000 Euro erhalte. Dies decke zwar nicht vollständig die entstehenden Kosten, dennoch sehe er die neue Außenstelle als großen Gewinn, sowohl für Raunheim als auch für die Musikschule Kelsterbach.

Die größte Herausforderung im vergangenen Jahr war die Umsetzung und die daraus resultierenden Folgen des sogenannten Herrenberg-Urteils, aufgrund dessen die Honorarlehrkräfte zum 1. April 2025 in ein festes Beschäftigungsverhältnis übernommen werden mussten. Trotz der damit verbundenen Herausforderungen – insbesondere finanzieller Natur – wies Fischer auf die Vorteile fest angestellter Lehrkräfte hin. Bei Honorarkräften habe die Musikschule keinen Einfluss auf Aspekte wie Schüler- und Stundenzuteilung. Die Festanstellung der Dozentinnen und Dozenten erleichtere beispielsweise den nötigen Ausbau der Angebote im Bereich Ganztagsbetreuung an den Schulen und sichere insgesamt die Qualität des Angebots der Musikschule.

Wie in den vergangenen Jahren sei weiterhin ein großes Problem die Tatsache, dass viele der Räume, in denen unterrichtet wird, klanglich nicht für die Nutzung für Musikschulunterricht ausgelegt seien, wie Fischer den Ausschussmitgliedern mitteilte. Zudem seien noch immer zu wenig Räume für den Gruppenunterricht verfügbar und es fehlten ein Lagerraum für Instrumente sowie Räume für die Verwaltung. Ein zentrales Musikschulgebäude, das beispielsweise in der Alten Schule untergebracht werden könne, wäre daher wünschenswert.

Fischer freut sich, dass die Musikschule auch 2025 wieder einige Zuschüsse erhalten habe. So stellte die Sparkassen-Stiftung Fördermittel in Höhe von 2.250 Euro für Instrumente und das Familienkonzert „Klassik mit Spaß“ zur Verfügung, weitere 500 Euro für einen Hip-Hop-Workshop sowie einen Zuschuss von 1.250 Euro für die FSJ-Stelle. Vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst erhielt die Stadt knapp 9.200 Euro aus dem Kommunalen Finanzausgleich und weitere 26.000 Euro aus Landesmitteln.

Dabei fand 2025 zum ersten Mal ein neues Indikatoren-Modell Anwendung. Nach diesem Modell bekommen Musikschulen die Landesmittel nicht mehr nur anteilig nach ihrer Größe bemessen zugewiesen. Die Förderhöhe wird nun durch einen Erfüllungsgrad, der sich aus der unterschiedlichen Gewichtung von verschiedenen Parametern errechnet, bestimmt. Dies soll den Musikschulen einen Anreiz geben, sich bei den verschiedenen Indikatoren zu verbessern und dadurch die Qualität des Angebots zu erhöhen. Die Musikschule Kelsterbach hat 2025 einen Erfüllungsgrad von 90 Prozent erreicht, könne sich aber in einigen Bereichen durchaus noch verbessern, so Fischer.

Auf die Frage, ob eine Erhöhung der Gebühren für 2026 geplant sei, um kostendeckender arbeiten zu können, antwortete Fischer, dass die nächste Überprüfung der Musikschulgebühren 2027 stattfinde. Ihm sei aber wichtig, dass die Beiträge auch zukünftig erschwinglich bleiben, damit die Musikschule ein niederschwelliges Angebot bleibe, dass von allen Kelsterbacherinnen und Kelsterbachern genutzt werden könne. (sb)