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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 27/2026
Seite 2
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Polizei stellt Kriminalstatistik aus Kelsterbach für 2025 vor

Die Polizeistation Kelsterbach hat im Juni dem Magistrat der Stadt die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahlen trug der Leiter der Polizeistation, Timo Braunbeck, dem Gremium vor. In ganz Südhessen sei ein positiver Trend zu beobachten, gemäß dem die Fallzahlen deutlich gesunken und die Aufklärungsquote leicht gestiegen sei, so der Polizeihauptkommissar. Der Rückgang der Zahlen sei auf gezielte Kontrollmaßnahmen, Schwerpunkt- und Präventionsarbeit zurückzuführen

Demnach wurden vergangenes Jahr 828 Straftaten in Kelsterbach verzeichnet, das sind 144 Fälle beziehungsweise 15 Prozent weniger als im Jahr 2024, als noch 972 Rechtsverstöße aktenkundig wurden. Die Aufklärungsquote ist dagegen das erste Mal seit einigen Jahren wieder leicht gestiegen, von 61,5 Prozent im Jahr 2024 auf 63,8 Prozent.

Den Großteil an den Straftaten machten Diebstähle aus. 255 Taten wurden im Jahr 2025 in der Untermainstadt erfasst. Die Anzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 53 Fälle gesunken. Im Jahr 2024 hatte es in Kelsterbach noch 308 Diebstähle gegeben, die Aufklärungsquote lag bei 35,4 Prozent. 2025 ist diese auf 44,3 Prozent gestiegen.

In einigen wenigen Bereichen gab es einen Anstieg der Fallzahlen, etwa bei Rauschgiftdelikten. Dies sei allerdings auf stärkere Kontrollen zurückzuführen, erklärt Braunbeck. Insgesamt liege die Zahl mit 20 Delikten noch immer sehr niedrig, so dass auf keinen Fall davon gesprochen werden könne, dass Kelsterbach ein Drogen-Hotspot sei.

Widerstand gegen Vollzugsbeamte nimmt zu

Einen spürbaren Anstieg gab es bei Widerstandshandlungen gegen Vollzugsbeamte. Hier stieg die Zahl von zwei Fällen im Jahr 2024 auf elf im vergangenen Jahr. Dies sei für eine kleine Station wie Kelsterbach durchaus erheblich, so Braunbeck. Allerdings sei die Zahl zu gering, um eine Tendenz ausmachen zu können, von wem solche Widerstandshandlungen vornehmlich ausgehen. Etwa bei der Hälfte der Widerstandsdelikte seien die Täter psychisch auffällig gewesen, hätten unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden. Ansonsten ziehen sich die Fälle durch alle gesellschaftlichen Schichten. Insgesamt sei es ein besorgniserregender Trend, der in ganz Hessen beobachtet werden könne, dass immer öfter Widerstand gegen Polizei, aber auch gegen Rettungs- und Hilfskräfte geleistet werde.

Insgesamt 78 Fälle von Körperverletzung gab es 2025 in Kelsterbach und damit 18 weniger als im Jahr zuvor. Wurden 71 Prozent davon 2024 der leichten Körperverletzung zugeordnet, waren es 2025 80 Prozent. Dagegen sind Fälle schwerer Körperverletzung von 26 Prozent auf 18 Prozent zurückgegangen, was der Polizeihauptkommissar als positiven Trend wertet. Zudem ist bei Körperverletzungen die Aufklärungsquote generell sehr hoch, 2025 lag sie bei 92,3 Prozent.

Bei der Verteilung der Tatverdächtigen gab es wenig Änderungen im Vergleich zum Vorjahr. Es wurden zwar einige wenige jugendliche Straftäter mehr ermittelt, doch das Gros machen mit 86 Prozent weiterhin die erwachsenen Tatverdächtigen aus, von denen 325 Männer und 84 Frauen waren.

Bei der Straßenkriminalität, die 2025 um knapp 30 Fälle auf 138 Delikte zurückgegangen ist, werde deutlich, wie wichtig es sei, dass die Polizei Präsenz zeige, so Braunbeck: “Gesehen werden hilft, um Straftaten zu unterdrücken.“ Um noch präsenter im öffentlichen Raum sein zu können, bräuchte es mehr Personal. Da dies aber nicht zur Verfügung stehe, werde versucht, bei der Sachbearbeitung effektiver zu werden. So werden im Rahmen von strukturellen Reformen bei der Polizei Hessen solche Straftaten, die im Büro bearbeitet werden können von kleinen Stationen wie Kelsterbach ausgelagert. Dies betrifft insbesondere die stetig zunehmenden Fälle von Online-Betrug. Durch dieses Outsourcing bleibe mehr Zeit für Kernaufgaben wie dem Streifefahren.

Dies sei für ihn die letzte Kriminalstatistik gewesen, die er dem Kelsterbacher Magistratsmitgliedern vorgestellt habe, erklärte Braunbeck zum Abschluss seiner Präsentation. Ab August werde er seine Tätigkeit nach Groß-Gerau oder Rüsselsheim verlegen. Sein Nachfolger übernimmt ab Mitte Juli die Leitung der Dienststelle Kelsterbach. Bürgermeister Manfred Ockel dankte dem Polizeihauptkommissar für seinen aufschlussreichen Bericht und für sein Engagement als Stationsleiter in den vergangenen Monaten.

(sb)