Nachdem die Jugendförderung auf der vergangenen Ausschusssitzung für Bildung, Soziales, Kultur, Sport und Integration (BSKSI) ihren Jahresbericht vorgestellt hat, berichtete sie auch über die Pläne eines neuen Kinder- und Jugendrats.
Bereits zuvor hatte es einen Kinder- und Jugendrat gegeben, der 20 Jahre bestand, aber 2020 aufgelöst wurde. „Dies hatte mehrere Gründe“, so die Teamleiterin der Jugendförderung (Juke), Sabrina Stamm. Der Hauptgrund sei die mangelnde Resonanz bei den jungen Menschen gewesen. „Wir hatten ein Entsendungsprinzip. Das heißt aus den Schulen, Kirchen- und Moscheegemeinden wurden Kinder entsendet“, so Stamm. Das sei der erste Fehler gewesen, denn nicht immer sei dies komplett freiwillig geschehen. 2025 habe man sich zusammengesetzt und in einem zweitägigen Workshop mit Begleitung durch den Kreisbeauftragten für Partizipationsarbeit neue Ansätze erarbeitet. Herausgekommen ist eine Mischform, bestehend aus dem Jugendrat als institutionelle Form, der die Interessen der Kinder und Jugendlichen auf der kommunalpolitischen Ebene vertreten soll. Und auf der anderen Seite einem Projektforum, dem Kinder- und Jugendbüro, in dem Kinder und Jugendliche für verschiedene Projekte zusammenkommen können. Darunter fallen etwa Themen wie die Südparkgestaltung oder die Gestaltung von Spielplätzen. „Im Prinzip alles, was Kinder und Jugendliche in ihrem Lebensraum beschäftigt“, resümiert Stamm. Der Vorteil hierbei ist, dass die Teilnehmenden für Projekte zusammenkommen, für die sie sich interessieren, und nach Projektende auch wieder auseinander gehen können.
Mit dieser neuen Konzeption hofft Stamm, mehr den Zeitgeist der jungen Menschen zu treffen und eine größere Zielgruppe zu erreichen. Koordinieren soll diese Arbeit die im vergangenen Jahr gegründete Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendbeteiligung. Weiter unterstützt wird diese Arbeit durch einen Mitarbeiter, der mit der Hälfte seiner Arbeitszeit allein für dieses Projekt eingestellt wurde.
Um die Arbeit des neuen Kinder- und Jugendrats publik zu machen, überlegten sich Stamm und ihre Kollegen verschiedene Maßnahmen. Dazu zählt unter anderen die Präsenz an Schulen. Die Juke will mehr in der Schulverwaltung, den Schulparlamenten und dem sozialen Lernen integriert sein. Hierfür sei man mit den meisten Schulen bereits in Kontakt getreten. Konkret soll es auch dezentrale Sprechstunden an vier verschiedenen Standorten geben, bei denen Jugendliche einfach vorbeikommen und äußern können, was ihnen auf dem Herzen liegt.
Neben dem Kinder- und Jugendrat haben sich die Juke verschiedene weitere Maßnehmen überlegt, wie sie die jungen Menschen erreichen können. So bieten sie verschiedene Projektwochen und Zukunftswerkstätten an. In den vergangenen Osterferien wurde beispielsweise ein Minecraft-Workshop angeboten, bei dem die Kinder die Außenfassade des Jugendzentrums im Schloss gestalten konnten. An der Kinder- und Teeniekonferenz wird festgehalten, die zweimal im Jahr stattfinden soll und das Spielmobil soll reaktiviert werden. Ebenso soll die Verwaltungsarbeit nähergebracht werden mit dem Tag des offenen Rathaus, das stärker in den Fokus der Jugendarbeit rücken soll. Jede Schule soll so die Möglichkeit bekommen, eine geführte Führung durch das Rathaus zu machen.
Mit am wichtigsten findet Stamm jedoch die digitale Beteiligungsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche. Mit dem Pilotprojekt KelsterVoice, einem 3D-Kartenmodell der Stadt, können alle Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für Veränderungen im Stadtgebiet machen. Doch es gibt auch einen Extrabereich für den Nachwuchs. Mit der KidsVoice gibt es zu den physischen Wunschbriefkästen nun auch einen digitalen. Hierüber sei nun eine direkte Rückmeldung an die Kinder und Jugendlichen machbar, sagt Stamm.
Während 2025 das Jahr war, in dem man viele Ideen und Maßnahmen angestoßen habe, sei 2026 das Jahr, um diese auszuproben, so Stamm weiter. Das kommende Jahr solle dann der Verstetigung der Maßnahmen dienen. Wichtig sei, dass die Beteiligungsformate niedrigschwellig sind und bleiben. (ana)