Titel Logo
Kelsterbach aktuell
Ausgabe 28/2019
Seite 1
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Im Portrait: Der Kelsterbacher Kommunalbetrieb

Pflanzinsel, in sommerlicher Pracht.

Das Leitungsteam des KKB.

Für jeden Bürger sichtbar im Stadtbild sind sie unterwegs: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kelsterbacher Kommunalbetriebes (KKB). Zumeist sind sie an den Warnwesten sommers wie winters auszumachen. Was sie vom Rest der Stadtverwaltung unterscheidet, ist nicht nur die orange Farbe der Fahrzeuge und der einzige Kelsterbacher „Diensthund Benno“, der bei Fototerminen meistens mit aufs Bild muss.

Ehemals Bauhof und Stadtgärtnerei

Der KKB besteht formell in seiner jetzigen Form seit dem 1. Januar 2016. Davor gab es die Stadtgärtnerei, die mit einem einzigen Mitarbeiter seit 1950 anfänglich nur die Mainanlage aufhübschte. In den Mittsiebziger Jahren war die Mitarbeiterschaft auf 31 angewachsen und damit auch die Ausweitung der Sorge um rund 720.000 Quadratmeter Grünfläche.

Der Bauhof war ursprünglich nur ein Lagerplatz für Baumaterial und -gerät. Der übernahm in der Nachkriegszeit dann weitere Aufgaben wie Winterdienst, Sperrmüllabfuhr sowie Straßen- und Kanalunterhaltung. Die unterschiedlichen Standorte wurden seit 1975 auf dem Betriebshof im Langen Kornweg 15 gebündelt. Dort ist man bis heute zuhause.

Aus dem eher beschaulichen Kelsterbach der 1950er Jahre ist 2019 eine pulsierende Stadt mit rund 18.000 Einwohnern geworden. Der KKB umfasst heute den früheren Bauhof, die frühere Stadtgärtnerei, den Sportpark, den Südpark, den Friedhof und auch den Kelsterbacher (Rest-) Stadtwald, dessen Beförsterung die Stadt 2012 von der Landesbetrieb Hessenforst zurück übernommen hat.

Seit 2016 ist der KKB Sondervermögen der Stadt und ein kommunaler Eigenbetrieb innerhalb der Stadtverwaltung. Davor wurden die Mitarbeiter innerhalb des Bauamtes als städtischer Bauhof und Stadtgärtnerei aus dem Rathaus geführt. Die Überführung der alten Struktur hin zum Eigenbetrieb hatte noch der langjährige Leiter Eric Schulz-Gabel übernommen.

Heutige Aufgaben

Die Aufgaben des KKB definieren sich anhand eines sogenannten Tätigkeitskataloges. Dieser unterliegt einer ständigen Anpassung und Erweiterung, da an den KKB zunehmend Zusatzaufgaben gestellt werden.

Auch die Führung des Betriebes als eigenständige Einheit bedarf einer ständigen Neuausrichtung, sei es aufgrund moderner Datentechnik und EDV-Anwendungen, sei es aufgrund neuer Arbeitsfelder oder aufgrund der Wetterkapriolen dieses und des letzten Sommers. Der Service- und die Dienstleistungscharakter des KKB für die Bürger der Stadt Kelsterbach steht neben dem klassischen operativen Geschäft im Focus des Führungsteams unter Betriebsleiter Martin Klepper. Neu ausgerichtet, modern strukturiert und kostenbewusst arbeitend ist der KKB eine vielseitig einsetzbare Organisation innerhalb der Stadt.

Eine Betriebskommission, an deren Spitze Bürgermeister Manfred Ockel steht, überwacht die Betriebsleitung und bereitet die nach dem Eigenbetriebsgesetz und der Betriebssatzung erforderlichen Beschlüsse der Gemeindevertretung vor.

Das Personal

Insgesamt 49 Mitarbeiter sind im KKB tätig, sie teilen sich formell 43 Planstellen. Der Leiter des KKB ist seit April Martin Klepper, er war zuvor bereits als Forstdienstleister für die Stadt unterwegs und kennt den Stadtwald aus dem Effeff. Neben der Betriebsleitung und der Abteilungsleitung Forst obliegt ihm die Beförsterung des Stadtwaldes, die Umsetzung der planfestgestellten Waldumbaumaßnahmen, der Holz- und Wildverkauf sowie das Wildtiermanagement.

Bei letzterem kommt Diensthund „Benno“ zum Einsatz, eine achtjährige steirische Rauhaarbracke mit allen notwendigen Gebrauchshundeprüfungen, um krankes, verletztes oder angefahrenes Wild zu finden, damit es durch den Hundeführer von seinem Leiden zu erlöst werden kann. Dem Betriebsleiter stehen die beiden Abteilungsleiter Siegfried Roscher und Volker Schaarschmidt zur Seite.

Siegfried Roscher kümmert sich um die Abteilung Bau und Straße. Straßenunterhaltung allgemein, Platten verlegen, kleine Ausbesserungen im Fahrbahnbereich, Kantensteine setzen, Säuberung der Verkehrs- und Pflanzinseln, all das gehört zum Aufgabenspektrum des KKB.

Die Abteilung Park und Garten leitet Volker Schaarschmidt. Hierzu gehören die öffentlichen Grünanlagen, das Mainvorland, die Spielplätze, der Friedhof und der Sportpark. Volker Schaarschmidt steht bereits seit 1987 in städtischen Diensten und stellt sozusagen für den KKB das „historische Archiv“ mit seiner jahrzehntelangen Kenntnis der Örtlichkeit und der damit verbundenen Arbeitsabläufe.

Seit Mai teilen sich zwei Verwaltungskräfte die vielen administrativen Aufgaben am Standort Langer Kornweg. Natascha Voß ist meist die erste Anlaufstelle für die Kelsterbacher, die sich mit einem Anliegen an den KKB wenden. Als Assistentin der Betriebsleitung unterstützt Janette Iriti in vielfältiger Weise das operative Geschäft, die strategische Planung sowie den Buchungs- und Zahlungsverkehr.

Insgesamt, so Martin Klepper, arbeite man ausgesprochen teamorientiert mit bekannten aber auch teilweise neu definierten Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten. Klepper legt Wert auf die Aus- und Fortbildung seiner Mitarbeiter. „Wir gehen tagtäglich mit Maschinen im Wert von vielen zehntausend Euro um, die muss man mit technischem und fachlichem Knowhow entsprechend bedienen. Dazu braucht es fachlich aufgeschlossenes und gut ausgebildetes Personal, das neben der Arbeitsqualität auch den Aspekt Sicherheit und Verantwortung immer im Blick hat“, sagt Betriebsleiter Martin Klepper.

Was so alles zu tun ist

Circa 6.000 Bäume im Stadtbereich erfasst in einem Kataster sind zu pflegen, 800 Streuobstbäume als wertvolle Kleinstbiotope zu schützen. Die Außenanlagen von 23 öffentlichen Liegenschaften wie beispielsweise des Fritz-Treutel-Hauses oder der Mehrzweckhallen und der Schulen sind zu betreuen. Auf 16 Spielplätzen schaut der KKB nach den Spielgeräten, tauscht den Spielsand aus und muss aber auch unpopuläre Maßnahmen wie Sperrungen treffen, wenn – wie in diesem Frühjahr - Wildbienen für einige Zeit die Spielplätze „unsicher“ machen. Dienstleister und Fachfirmen sind fachlich zu betreuen und vor Ort einzuweisen, die Ausführung von Unternehmerleistungen muss überwacht werden. Im Stadtgebiet wollen 2.500 Senkeimer geleert und gereinigt werden, auf dem Friedhof und im Südpark müssen die Wege instandgehalten werden und die Müllcontainer geleert werden. Eine besondere Aufgabe stellt der Winterdienst dar. Dann sind die Mitarbeiter des KKB schon frühmorgens unterwegs, um zu streuen oder die Hauptwege und Straßen von Eis und Schnee zu befreien. Im Herbst kommen rund 250 bis 300 Kubikmeter Laub im Stadtgebiet zusammen, sagt Volker Schaarschmidt. Auch die müssen zeitnah zusammengefegt werden. Damit jedoch im Frühjahr und Sommer die Straßeninseln schön und insektengerecht erblühen, werden 600 Kilo Blumenzwiebeln gesteckt und Staudenbeete angelegt, so wie sie jedes Frühjahr erneut zu bewundern sind. Außerdem ist der KKB bei verschiedenen Schwerpunktprojekten der Stadt wie beispielsweise beim Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ mit dem Arbeitstitel „Klimainsel Kelsterbach“ fachlich beteiligt.

Die Stadt, der KKB und der Müll

„Eine Verunreinigung im Stadtgebiet ist das, was die Menschen sofort wahrnehmen und auch verstärkt monieren“ sagt Martin Klepper. Aufgerissene Mülltüten am Mönchwaldsee im Stadtwald, Grillreste im Südpark, überquellende Papierkörbe, ausgekippte Aschenbecher an den Kreuzungen, Restmüllentsorgung durch LKW-Fahrer, wo diese gerade mal Rast machen, Sperrmüllablagerung im Stadtwald oder Bauschutt in der Gemarkung. Diese unerfreuliche Liste ließe sich verlängern. „Pro Jahr kommen im Stadtgebiet 78 Tonnen Müll zusammen, 350 Mülleimer leeren unsere Mitarbeiter fast täglich, und dafür sind bis zu drei Mitarbeiter im Einsatz“, so Klepper. Jeden Tag sei der Stadtfeger unterwegs, um Verunreinigungen möglichst schnell zu beseitigen.

„Die Palette ist unendlich und wir verstehen manchmal wirklich nicht, was in den Köpfen der Menschen vorgeht, die ihren Dreck und Unrat direkt dort entsorgen, wo sie gerade stehen. Dabei gibt es Angebote angefangen beim Wertstoffhof, dem Stadtfeger, Sperrmüll und Papierkörbe eigentlich genug.“ sagte Klepper. Ein Umdenken sei hier dringend erforderlich.

Unterscheiden müsse man zudem zwischen dem öffentlichen Raum und Privatgelände. Verschmutzungen nähmen die Bürger unabhängig von der Eigentümerlage sofort wahr, die Stadt Kelsterbach habe jedoch auf privatem Grund und Boden wenig Handhabe.

Und immer, wenn die Straßenbeleuchtung nicht geht, Verkehrsschilder umgefahren werden oder es einfach mal unbürokratisch und schnell gehen muss, dann soll sofort geholfen werden und es wird nach dem KKB gerufen. So auch bei den Kelsterbacher Festen wie Straßenfest, Kerb und Altstadtfest. Wir feiern, und der KKB ist rührig. Gut dass wir ihn haben! (hb)