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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 28/2019
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Hoher Besuch aus Indien

Empfang vor dem Rathaus.

Rahul Kumar, Kurt Linnert und Nirankari Satguru Mata Sudiksha Ji Maharaj beim Gedankenaustausch.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Gruppenfoto auf der Rathaustreppe.

Der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Kelsterbach war Höhepunkt eines Besuchs der religiösen Leitfigur der indischen Nirankari in Kelsterbach. Der Erste Stadtrat Kurt Linnert hatte den hohen Gast und die dazugehörende Delegation empfangen, den Kontakt hatte Stadtrat Rahul Kumar vermittelt.

Nirankari Satguru Mata Sudiksha Ji Maharaj, so der vollständige Name des weiblichen indischen Gasts, dankte für den herzlichen Empfang in Kelsterbach. Die 15-köpfige Delegation befindet sich auf einer aktuellen Rundreise durch Europa mit dem Ziel Italien, wo viele der sich zu den Sikhs zählenden Anhänger leben. Gesammelt wird zudem für eine große „Gesundheitsstadt“ (englisch „Health City“) in der nordindischen Region Punjab.

Das Bekenntnis der Nirankari

Die Nirankari sind eine Religionsgemeinschaft aus Indien, die, 1929 ins Leben gerufen von Baba Buta Singh Ja im Punjab, im Gegensatz zu den orthodoxen Sikhs vom einem lebenden Guru, dem Sad Guru, geleitet wird. Die Nirankari glauben an einen allumfassenden formlosen (nirankar) einzigen Gott, der von jedem Menschen selbst erkannt werden kann. Der Guru gilt als Spender und Vermittler göttlicher Einsichten. Fünf Leitgedanken prägen das Bekenntnis: Körper, Geist und Güter sind von Gott gegeben; kein Stolz auf die eigene Kaste oder Religion, keine Verachtung anderer Menschen wegen Kleidung und Essenssitten; niemand soll der Gesellschaft zur Last fallen, die Einsichten des Sad Guru werden von ihm allein mitgeteilt.

Verbreitung und Schwerpunkte

Rund 1.300 Gemeinden zählt die Glaubensgemeinschaft in Indien, vor allem im Punjab. Weitere 200 Gemeinden soll es weltweit geben, die Anhängerschaft zählen die Nirankaris nach Millionen. Die Gottesdienste stehen allen offen unabhängig von Hautfarbe, Kaste und Religion.

Schwerpunkt der Arbeit der Nirankari ist die medizinische Versorgung der Menschen, die in einem System ohne feste Krankenversorgung und -versicherung leben. In etwa 150 Gemeinden, so die Angabe der Nirankari, wird kostenlose Versorgung in Krankenhäusern angeboten. Zu den weiteren Schwerpunkten des sozialen Handelns der Nirankari gehören umfassende Gesundheitsvorsorge, Blutspenden, Organverpflanzungen und Krebsforschung. (hb)