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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 28/2020
Seite 3
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Hibb de Bach un dribb de Bach

Das Kapellchen am Neroberg

Blick von der Deutschherrnbrücke auf die Frankfurter Skyline

Warum in die Ferne schweifen?

Es gibt nichts Schöneres, als am Wasser zu wohnen. Gut, den Kelsterbachern muss man das nicht sagen. Aber manchmal kann man ja die Perspektive wechseln und zum großen Bruder, dem Rhein, fahren. Dazu bieten sich die Städte Mainz und Wiesbaden an, die sowohl hüben wie drüben des Flusses jede Menge zu bieten haben.

Mainz

Mainz hat einen besonderen Charme. Wo wenn nicht hier kann man sich mit einem Glas Wein in die Sonne setzen, den Wind, der über den Rhein weht, um die Nase wehen und die Kombination aus römischer Geschichte und zeitgenössischem Treiben auf sich wirken lassen? Die Altstadt lädt zum Flanieren ein, zahlreiche kleine Boutiquen, Cafés, Wirtshäuser und alte Kirchen machen neugierig und bieten für jeden etwas. Wer etwas besichtigen möchte, der kann die auf einer Anhöhe gelegene Kupferbergterasse mit Museum besuchen. Unter dem Haupthaus wurde 1888 der tiefste Sektkeller der Welt errichtet. 60 Kellerräume auf sieben unterschiedlichen Stockwerken, die bis zu 50 Meter unter der Erde liegen. Führungen mit Anmeldung sind möglich unter g.bals@sektkellerei-kupferberg.de. Kultur unter freiem Himmel kann man auf der großen Wiese der Zitadelle erleben. Nach dem Shutdown der Kunstszene durch Corona wurde über neue Möglichkeiten nachgedacht. Herausgekommen sind Auftritte lokaler Künstler und Künstlerinnen, die an acht Wochenenden beginnend mit dem 10. Juli auf der Freiluftbühne stattfinden. Ergänzt werden die Programme durch wechselnde gastronomische Angebote. Ebenso bietet sich der Mainzer Musiksommer an ab dem 17.7.. Veranstaltungsort ist das Kurfürstliche Schloss. Familien empfiehlt sich der Besuch des Wildparks Gonsenheim und der Vogelanlagen im Mainzer Stadtpark. Tipp: Wechselkleidung für die Kleinen mitnehmen, denn wenn es heiß ist, üben die ebenerdigen Wasserspiele in der Innenstadt eine nahezu magische Anziehungskraft aus.

Nur einen Katzensprung entfernt, aber dennoch ein anderes Bundesland mit eigenen Corona-Regeln: Seit dem 24. Juni sind Veranstaltungen im Freien mit bis zu 350 gleichzeitig anwesenden Personen unter Beachtung der notwendigen Schutzmaßnahmen zulässig. In geschlossenen Räumen ist dies mit bis zu 150 Personen möglich. Großveranstaltungen in Mainz wurden abgesagt, darunter die Mainzer Sommerlichter. (www.corona.rlp.de)

Wiesbaden

Bei guter Verkehrslage kommen Sie in unter 30 Minuten von Mainz nach Wiesbaden - laut Google Maps. Oder Sie nehmen die Öffentlichen Verkehrsmittel und schaffen es stattdessen in 15 Minuten. Dort angekommen, befinden Sie sich in Hessens Landeshauptstadt und Europas ältestem Kurbad mit 15 Thermal- und Mineralquellen. Abkühlen kann man sich beispielsweise im Opelbad auf dem Neroberg. Oben auf dem Wiesbadener Hausberg kann man vom Schwimmbecken aus über ganz Wiesbaden bis zum Rhein schauen. Ebenfalls auf dem Neroberg befindet sich der Kletterpark mit elf verschiedenen Parcours. Hoch kommt man übrigens nicht nur zu Fuß, sondern auch mit der Nerobahn, einer kleinen Seilbahn, die einen bis zum Tempelchen bringt und den Ausblick genießen lässt. In der Reduit, der alten Kaserne, wird die 2000 Jahre alte Geschichte des Stadtteils Kastell begreifbar. Neben Museum bietet dieser Teil Wiesbadens den Rheinstrand, der zum Sonnenbaden und Ausruhen einlädt. Wir bleiben am Wasser und befinden uns jetzt am Schiersteiner Hafen, der Flaniermeile Wiesbadens. Wer einfach ein bisschen gucken will, schlendert an der Promenade entlang oder lässt sich in einem Café nieder und bewundert teure Yachten auf dem glitzernden Wasser. Aber auch ein bisschen Action ist möglich, indem man sich ein Jetski mietet und selbst über das Wasser braust. Wer nicht selbst fahren will, kann eine Tour mit dem Rundfahrtschiff Richtung Rettbergsaue machen, dort am Strand entlangspazieren und im Insel-Restaurant einkehren.

Für Kinder bietet sich ein Besuch in der etwas außerhalb gelegenen Fasanerie an. Einstmals für fürstliche Jagden reserviert, ist daraus ein 25 Hektar großer Park am Rande des Stadtwalds geworden. Etwa 40 einheimische Spezies wie Wölfe, Füchse, aber auch Hausschweine leben dort. Der Eintritt in die Fasanerie ist kostenlos. Täglich werden Fütterungstouren angeboten, bei denen man die Bewohner des Parks genauer beobachten kann.

Wer wandern möchte kann dies am Rande des Rheingaus, im Stadtteil Naurod. Der umliegende Wald bietet sich dafür an, genauso wie der Aussichtsturms mit seinen etwa 100 Stufen, von dem aus man Odenwald, Rheinschleife und auch das Rhein-Main-Gebiet überblicken kann. Im Stadtteil Medenbach kann man zudem Radtouren machen entlang der Streuobstroute Nassauer Land. Dort werden jährlich Veranstaltungen rund um den Apfel angeboten, wie zum Beispiel Kurse für Obstbaumschnitte oder Apfelweinproben.

Zurück am Main. Auch hier befinden sich zwei Städte gegenüber an je einer Flussseite, säbelrasselnd – die alte Hassliebe zwischen Frankfurt und Offenbach.

Offenbach

Hochseilgärten und Kletterparks hat Hessen einige. Aber in Offenbach kann man auch bei Nacht klettern. Bei Tageslicht bekommt man die Einweisung und dann geht es mit einer Stirnlampe ab in den Parcours durch Bäume und Pfähle und über Brücken und allerlei mehr. Es wird empfohlen, die Karten vorab zu bestellen. Bei einer Gruppenbestellung ab fünf Personen gibt es zehn Prozent Rabatt. Die nächsten Termine sind am 25.7., 15.8. und 29.8.2020. Tickets gibt es zwischen 23 bis 28 Euro. https://offenbach.funforest.de/nachtklettern/

Und auch heute gibt es wieder … Wetter. Wie es wird, wird in den Wetterstationen gemessen, vorhergesagt und ausgewertet. So eine Station des Deutschen Wetterdienstes inklusive Wetterpark gibt es ebenfalls in Offenbach. Auf 20.000 Quadratmetern kann man allgemein verständlich aber wissenschaftlich fundiert lernen, wie Wetterphänomene entstehen – vor allem für Kinder durch die Erlebnispfade sehr spannend. Weitere Informationen gibt es unter: http://www.offenbach.de/wetterpark

Frankfurt

Die Millionenstadt – aber nur tagsüber, wenn es vor Bankern und Studenten nur so wimmelt. Dennoch umgibt man sich gerne, und irgendwie zu Recht, mit dem Flair einer internationalen Metropole. Wer die Stadt in seiner Freizeit mal mit neuen Augen betrachten will, der startet den Tag am besten mit einem Frühstück über den Dächern der Stadt, auf der Terrasse vom Kaufhof. Mit dem Aufzug in den siebten Stock und dann den Blick über die Zeil schweifen lassen. Am besten zeitig da sein. Die Terrasse ist übrigens windgeschützt. Weiter geht es entweder mit den üblichen Verdächtigen Shoppen auf der Zeil oder auf der Fressgass, dem Besuch des Römers, der Paulskirche und diverser Museen – oder man macht mal etwas anderes und besucht die Deutschherrnbrücke im Osten und lauscht dem Klang der Stadt. Hier geht es um das Kunstprojekt "Sonic Vista". Auf einer Eisenbahnbrücke wurden zwei riesige Kugeln montiert, die an langen Röhren und mit Mikrofonen befestigt sind und Geräusche wie Züge, Stimmen oder Baustellenlärm, in einen sonoren Sound verwandeln. Wer Frankfurt gerne nähergebracht bekommen möchte, kann dies mit Stadtführungen oder auch mit Hop-on-Hop-off-Bussen, Schiffsrundfahrten oder dem Ebbelwei-Express. Mehr Informationen gibt es unter https://www.frankfurt-tourismus.de/Entdecken-und-Erleben/Rundgaenge-und-Rundfahrten.

(Text ana)