Beim Obst- und Gemüsewaschen kann das Wasser aufgefangen und weiterverwendet werden.
Wer die Möglichkeit hat, kann Regenwasser auffangen und zur Bewässerung nutzen.
Nach der letzten Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad im Juni und ausbleibendem Regen ist sichtbar geworden, wie sehr die Vegetation schon jetzt unter dem Wassermangel leidet. Flüsse führen Niedrigwasser, Bäume sehen aus, als stünde der Herbst bevor. Ein Grund, sein eigenes Wasserverbrauchsverhalten zu prüfen und auch für den eigenen Körper Maßnahmen zu ergreifen, um auf die nächste Hitzewelle gut vorbereitet zu sein.
Dies ist umso wichtiger, da der Anteil an Süßwasservorräten global gesehen nur bei etwa 2,5 Prozent liegt - und die Trinkwassergewinnung ist aufwendig. Denn laut BUND Baden-Württemberg ist vielen Flüssen ihre Selbstreinigungskraft verloren gegangen. So können sie Stoffe, die sich im Wasser befinden und die nicht in die Natur gehören nicht mehr aus dem Wasser filtern. Wer keinen eigenen Brunnen im Garten hat, sondern mit Trinkwasser gießt, sollte dies sehr bedacht tun.
Im Folgenden haben wir einige Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Trinkwasser zusammengestellt. Einige sind sicherlich schon im Alltag integriert. Andere Tipps sind vielleicht etwas umfangreicher, aber durchaus überlegenswert.
Mit virtuellem Wasser ist der der Wasserverbrauch gemeint, der bei der Produktion und dem Transport von Lebensmitteln, Kleidung oder Verpackung anfällt. Aber auch Putzen, Waschen und die Toilettenspülung gehören zum Wasserverbrauch. Laut dem BUND verbraucht man pro Kopf etwa 127 Liter Trinkwasser am Tag. Für Trinken und Kochen fallen aber nur 4 Prozent an. Wasch oder Spülmaschinen sollten also beispielsweise nicht halbvoll laufen.
Beim Konsum ist es etwas aufwendiger. Hier müssen sich Konsumenten ehrlich fragen, ob es ein Lebensmittel sein muss, das extra eingeflogen werden muss und im Anbauland immens Wasser verbraucht, während dort Knappheit herrscht - eine Tomate verbraucht im deutschen Anbau neun Liter Wasser, in Spanien um ein Vielfaches mehr. Oder muss es wirklich eine neue Jeans sein, die in der Herstellung 6.000 bis 9.000 Liter Wasser verbraucht je nach Herkunftsregion. Zum Vergleich: 7.000 Liter entsprechen 48 vollen Badewannen. Genauso sollte Verpackungsmüll hinterfragt werden. Welche Plastikverpackung ist überflüssig, was kann vielleicht auch lose gekauft werden? Und kann vielleicht die gute alte Baumwolltasche die Plastiktüten für Obst und Gemüse ersetzen?
Auch beim Waschen von Salat, Gemüse oder Obst kann Wasser gespart werden, indem man das Wasser auffängt und zum Blumengießen verwendet. Die Schmutzpartikel schaden den Pflanzen nicht und wer Bioqualität kauft, muss auch nicht fürchten, dass Pestizide vorhanden sind. Das Durchlaufwasser kann beim Leitungsspülen ebenfalls aufgefangen und weiterverwendet werden.
Das einfachste Mittel im Bad ist, Wasserhähne beim Einseifen, Zähneputzen oder Rasieren zuzudrehen und für den kleinen Toilettengang nur die kleine Spültaste zu drücken.
Duschen statt Baden - in Zeiten von Wasserknappheit sollte das Vollbad ein seltener Luxus sein. Im Vergleich verbraucht ein Vollbad 140 Liter gegenüber einer Dusche mit 60 bis 70 Litern Wasser.
Wer die Wasserdurchlaufmenge verringern möchte, kann einen Luftsprudler auf den Wasserhahn aufsetzen. Dieser mischt Luft in den Wasserstrahl, wodurch die Wassermenge von 15 bis 20 Liter pro Minute auf zehn Liter gesenkt wird, ohne dass der Wasserstrahl dünner wird.
Natürlich darf der Klassiker nicht fehlen. Leckende Wasserhähne sollten baldmöglichst repariert werden, denn steter Tropfen höhlt den Stein. Was nach wenig aussieht, macht auf Dauer viel aus und bekanntlich zählt jeder Tropfen.
Im Sommer kann es zu Wasserengpässen kommen. Das passiert zum Beispiel, weil viele Haushalte zeitgleich auf hohe Mengen Wasser zugreifen, sei es für die Hygiene, zur Kühlung oder zur Bewässerung. Auch der verringerte Grundwasserspiegel ist ein Problem. Dann kann das Rasenwässern zum Teil verboten werden. Tatsächlich ist der ökologische Nutzen einer Rasenfläche im Vergleich zu Bäumen oder Blühpflanzen gering. Der Wasserverbrauch für einen üppigen Rasen ist dagegen immens. Rasenliebhaber sollten hier vernünftig sein und das Rasenwässern einstellen. Zum Trost: Der Rasen kommt im Herbst wieder.
Egal ob beim Rasenwässern oder Wässern von anderen Gartenpflanzen, es gilt, lieber weniger dafür jedoch durchdringender zu wässern. Erst wenn das Erdreich bis in die Tiefe mit Wasser durchdrungen ist, kann es dieses auch speichern und die Pflanzen bilden längere Wurzeln aus, was sie langfristig stärker macht. Um eine Verdunstung an der Oberfläche zu verhindern, sollte außerdem abends nach Sonnenuntergang oder früh morgens gewässert werden.
Immer mehr Haushalte schaffen sich Gartenpools an. Doch hierin verschwinden noch weitaus mehr Liter Wasser als bei einem Vollbad und dies kann den Wasserverbrauch im Sommer extrem steigern. Der Verband BDEW gibt folgenden Wert an: Ein durchschnittlicher Aufstellpool von 3,66 Metern Durchmesser umfasst ein Volumen von 6.500 Litern. Dies entspricht dem 54-fachen des Tagesbedarfs einer Person. Um zu verhindern, dass durch zeitgleiches Befüllen mehrerer Pools die technisch-hydraulischen Systeme des Wasserversorgers überfordert werden, sollten Pools außerhalb der Hauptverbrauchszeiten befüllt werden. Diese sind am Morgen zwischen sechs Uhr und neun Uhr und am Abend zwischen 18 Uhr und 22 Uhr. Das Poolwasser sollte im besten Fall als Gießwasser weiterverwendet werden. Bei Wasserknappheit gilt jedoch auch hier, den Pool nicht zu nutzen.