Auch wenn sie süß sind, Füttern ist aus gesundheitsgründen verboten.
Kommen auf Ruf des Schäfers angetrabt - rund 120 Schafe und Ziegen beweiden gerade den Kelsterbacher Grenzweg.
Bereits im vierten Jahr kommen die Schafe und Ziegen von Philipp Rübsamen nach Kelsterbach und helfen dort mit, die Grünflächen freizuhalten. Die sanften Wiederkäuer leisten damit wertvolle Arbeit, denn wo sonst Maschinen eingesetzt werden, fressen die Vierbeiner schonend das, was nicht in die Heidelandschaft am Grenzweg neben dem Flughafen gehört.
Rund 100 Schafe und 20 Ziegen sind Anfang Juni nach Kelsterbach gekommen und bleiben bis Ende Juli, bevor es für sie in neue Beweidungsgebiete geht. Pascal Berg, der auf dem Landwirtschaftshof Sonnenhof Rübsamen arbeitet und sich aktuell um die Tiere kümmert, erklärt, dass die Tiere auf einer etwa ein Hektar großen Fläche stehen, die sie in vier bis fünf Tagen abgegrast haben. Dann wird eine neue Koppel abgesteckt und die Herde beweidet dieses Gebiet, bis sie nach und nach den Grenzweg komplett bearbeitet hat.
Auch die große Hitze mit über 40 Grad vor zwei Wochen haben die Tiere glücklicherweise gut überstanden. „Die Tiere fressen dann, und auch jetzt bei 30 Grad, nur morgens und abends. In der Mittagshitze halten sie sich im Schatten der Bäume auf. Wir sind immer morgens da, schauen nach den Tieren und füllen den großen Wassertank auf. Der fasst 1000 Liter, die wir von der Stadt Kelsterbach bekommen“, so Berg.
Der große Vorteil von Schafen und Ziegen beim Beweiden der Flächen ist, dass sie nicht alles abmähen, sondern gezielt die Brombeerbüsche verbeißen sowie die Heidepflanzen zum Teil fressen. Obwohl gerade diese Pflanzen geschützt werden sollen, da sie ein wertvolles Biotop für viele Tiere sind, ist das so gewollt. Denn nur durch regelmäßiges Ausdünnen, treibt die Pflanze neu aus und verbuscht nicht. So bleibt die offene Heidelandschaft erhalten. „Mit Maschinen wären wir mit allem schnell fertig, aber danach ist alles kleingehäckselt und abgemäht, was hier vorher gelebt hat“, erklärt der Leiter des Kelsterbacher Kommunalbetrieb und Stadtförster Martin Klepper. Zudem können schwere Maschinen den Boden verdichten.
Die Tiere fressen auch nichts, was sie nicht sollen. Die Rinde von Bäumen ist sicher. Stattdessen fressen sie neben den Brombeerbüschen, Magerrasen und im Herbst auch Laub. Sollte es einmal zu knapp werden mit dem Futter, müssen die Landwirte zufüttern. Aber das kommt auch bei trockenen Sommern glücklicherweise selten vor. Brot und andere Leckereien, die Spaziergänger meinen füttern zu müssen, sind dagegen nicht gerne gesehen. „Die Tiere kommen sehr gut mit dem mageren Futter zurecht. Sie können ernsthaft krank werden, wenn sie ungeeignetes oder verdorbenes Futter bekommen. Fressen sie Brot, können sich Gase bilden und der Pansen kippt.“ Das wäre das Todesurteil, wenn es nicht schnell genug bemerkt wird.
Die Bitte von Philipp Rübsamen und Pascal Berg ist daher, die Tiere nur zu beobachten und auf keinen Fall zu füttern, in ihre Koppel einzusteigen oder sie freizulassen. Fotos dürfen dagegen gerne gemacht werden und vielleicht darf auch mal eine Streicheleinheit angeboten werden. „Wenn die Tiere das nicht mögen, gehen sie einfach weg“, bestätigt Berg. Noch bis Ende Juli können die Schafe und Ziegen am Grenzweg beobachtet werden. Danach geht es wahrscheinlich weiter in die Schwanheimer Dünen, bevor es zurück nach Hause geht. (ana)