Hunderte Tische, Stühle und Regale wurden in den LKW geladen.
Zahlreiche Helferinnen und Helfer packten mit an.
Schulmöbel aus der alten Karl-Treutel-Schule, die in Kelsterbach nicht mehr benötigt werden, bekommen in der Ukraine eine neue Aufgabe. Anfang der Woche haben sie eine drei Tage lange Reise in die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine angetreten. Dort tragen die Möbel künftig dazu bei, dass Kinder in umfunktionierten Schutzräumen weiterhin in Präsenz unterrichtet werden können.
Insgesamt wurden 164 Tische, 211 Stühle, 22 größere und kleinere Sideboards sowie zwölf Regale verladen. Die Möbel stammen aus der alten Karl-Treutel-Schule, deren Ausstattung wegen des Umzugs in das neue Schulgebäude nicht mehr benötigt wird. Statt die gut erhaltenen Möbel zu entsorgen, gibt die Stadtverwaltung sie dorthin weiter, wo sie gut gebraucht werden.
Besonders ist der Bestimmungsort der Möbel: In Sumy sind aufgrund des Krieges Luftschutzkeller und andere geschützte Räume zu Unterrichtsräumen umgebaut worden. Dort sollen die Schulmöbel nun eingesetzt werden, damit Kinder trotz der schwierigen Bedingungen weiter lernen können.
Getragen wurde die Aktion von zahlreichen Ehrenamtlichen, Helferinnen und Helfer der Organisation „Frankfurt for Ukraine“, Ukrainerinnen und Ukrainern sowie aus anderen Ländern nach Deutschland Geflüchteten. Über mehrere Tage hinweg wurden die Möbel geprüft, gekennzeichnet, teilweise auseinandergebaut und für den Transport vorbereitet. Beim Beladen des 40-Tonner-LKW am Sonntag waren schließlich 25 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Sechs Personen arbeiteten allein im Inneren des Lastwagens daran, die unterschiedlichen Möbelstücke möglichst platzsparend zu verstauen. Die Stadt Kelsterbach trägt die Kosten für den Transport nach Sumy in Höhe von 3.850 Euro.
Bereits wenige Wochen zuvor sind ehemalige Schulmöbel aus Kelsterbach in die ukrainische Stadt Lubny gebracht worden. Damit hat das ausgemusterte Mobiliar der Karl-Treutel-Schule bereits zwei Schulverwaltungen in der Ukraine unterstützt.
„Es ist schön zu sehen, dass Möbel, die in Kelsterbach nicht mehr benötigt werden, Kindern in der Ukraine weiterhin einen Schulalltag ermöglichen. Aber ohne das große Engagement der vielen Ehrenamtlichen wäre diese Aktion nicht möglich gewesen. Für die Hilfsbereitschaft bin ich allen Beteiligten sehr dankbar“, sagt die Organisatorin des Transports, Agneta Becker vom Team Migration & Kommunale Sozialarbeit der Stadtverwaltung. (wö)