Gute Laune hatte die Radlergruppe, die mit Roland Rücker eine Tour rund um den Flughafen machte.
Vergangenen Samstag war es erneut soweit und eine Gruppe von acht Radlerinnen und Radlern folgte der Einladung des ehrenamtlichen Radverkehrsbeauftragten, Roland Rücker, sich gemeinsam auf den Sattel zu schwingen.
Selbiger war wohl temperiert, hatte sich doch auch die Sonne auf ihrer Bahn gegen 14 Uhr bereits ordentlich warmgelaufen.
Nach der Begrüßung, gespickt mit Hinweisen wie die Gruppe nicht nur sicher startet, sondern auch gut ankommt, machten sich die Radler vom Rathausplatz auf den Weg nach Süden. Erste Station war das Baugebiet am Taubengrund, wo der Radweg entlang des Südparks dem Neubau eines Logistikgebäudes zum Opfer fiel. Daraus resultierende Umwege führen nun häufiger durch den Südpark. Das führt zunehmend zu Ungereimtheiten mit Erholungssuchenden in diesem Naherholungsgebiet.
Wenngleich Rücker hier für entsprechende Rücksichtnahme auf den Drahteseln bittet, wünschte sich die Gruppe ausnahmslos eine Wiederherstellung der Radverkehrsverbindung. Diese Bitte an die Stadt nahm Rücker zur Kenntnis. Mehr noch: Reifenspuren auf der wassergebunden Decke nach Regenereignissen, die sich jetzt alle so sehr wünschen, bezeugten seit Jahrzehnten die außerordentlich hohe Nutzungsfrequenz dieser Verbindung, so der Radverkehrsbeauftragte.
Gleich nebenan war ein eher seltenes Ereignis zu beobachten, als ein Lufthansa Airbus scheinbar von der Landebahn Nordwest abhob. Dieses Bild sorgt in Teilen der Kelsterbacher Bevölkerung immer wieder für Unmut und gibt Anlass zu der Vermutung, die im Planfeststellungsverfahren eindeutige Genehmigung als reine Landebahn würde unterlaufen. Dies wusste Rücker, der mehr als drei Jahrzehnte als Lotse am Flughafen tätig war, mit einer einfachen Erklärung einzuordnen: Die Gruppe war soeben Zeuge eines sogenannten Durchstartmanövers geworden. Ein Flugzeug hatte im kurzen Endanflug, aus unbekannten Gründen, einen zweiten Anflug eingeleitet. Diese Luftfahrzeuge suggerieren am Himmel über Kelsterbach immer wieder eine verbotene Nutzung der „Kelsterbacher Bahn“ als Startbahn. Dennoch bleibt die Piste eine Landebahn.
Durch viel ausgedörrtes Terrain, aber in Teilen auch noch erfrischendes Grün führte der Weg weiter Richtung Westen und schließlich wieder entlang des Mains Richtung Kelsterbar. Bei einem weiteren schattigen Stopp wurden erneut allerlei Rad- und Fußverkehrsthemen angesprochen. Ein absolutes Highlight dieser Tour war die Begleitung durch Jürgen Wälther von Fuß e.V, der sich seit Jahren ehrenamtlich für die Belange der Zufußgehenden in Kelsterbach einsetzt.
So folgte ein intensiver Austausch zu Themen wie Gehwegbreiten, Querungen und dem Miteinander mit Radfahrenden auf gemeinsamen Rad-/Fußwegen. Auch Straßenschilder mit der Aufschrift „Radfahrer frei“ waren Thema. Auf diesen gilt für die Radelnden eine Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h also Schrittgeschwindigkeit.
Für die Radverkehrsthemen hatte sich dankenswerterweise Mario Schuller, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Radverkehrsclubs (ADFC) Kreis Groß-Gerau, auf den Weg gemacht, um Rücker mit seiner jahrzehntelangen Expertise zu unterstützen. Beide verbindet eine jahrelange intensive und gewinnbringende Zusammenarbeit. So konnte Schuller die wichtige Frage beantworten, ob auch Scooter in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegebene Einbahnstraßen nutzen dürfen. Denn: Ja, sie dürfen.
Aufgrund der anspruchsvollen Temperaturen endete die schöne Radtour auf Wunsch der Teilnehmenden einvernehmlich an der Kelsterbar. Das Fazit ist überaus positiv: einmal mehr hatten interessante Weggefährtinnen und Weggefährten einander kennengelernt. Und auch für die nächste größere Ausfahrt zur Wicker Warte am Samstag, 26.September, wird das hoffentlich genauso sein. (ka)