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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 34/2021
Seite 3
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Landtagsabgeordnete Kerstin Geis besucht Kelsterbach

In der vergangenen Woche machte die Landtagsabgeordnete Kerstin Geis Station in Kelsterbach und informierte sich bei Bürgermeister Manfred Ockel über die Ziele der Projekte Mainhöhe und der Klimainsel. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der NH Projektstadt, die die beiden Maßnahmen und den aktuellen Stand vorstellten.

Ockel eröffnete das Treffen mit der Erklärung, dass Kelsterbachs Ziel sei, die Stadt nachhaltiger zu begrünen und klimatisch weiterzuentwickeln. Die Stadt sei an sich schon auf einem sehr trockenen Standort gebaut und man merke mittlerweile, dass Bäume, die bislang gut gewachsen seien, keine Lebensgrundlage mehr hätten. Damit spielte er auf den Klimawandel und seine akuten Folgen an.

Dominik Traut von der NH Projektstadt erläuterte anhand von Praxisbeispielen die Maßnahmen auf der Mainhöhe. Die Umgestaltung der Kelsterbacher Terrassen und der Radwege wurden bereits umgesetzt. Das Ziel sei gewesen, den Anwohnern einen einfachen Zugang zum Mainvorland zu ermöglichen. Gerade während der Corona-Pandemie sei dies wichtig gewesen, als viele zu Hause bleiben mussten. Durch die Umbaumaßnahmen sei nun alles sicherer, der Radweg breiter und der Zugang zum Mainvorland einfacher. Geis, die am Tag zuvor selbst auf dem neuen Radweg unterwegs war, schwärmte von „der tollen Atmosphäre des Mainvorlandes“.

Des Weiteren erzählte Traut von den Inhalten des Projekts Suprastadt, einem bundesweiten Forschungsprogramm mit Reallaboren. Als Handlungsfelder wurden hier Mobilität, Ernährung und die Verlängerung der Produktlebenszeit in Form von Recycling und Reparatur identifiziert. Zu diesem Projekt gehören viele Einzelprojekte, wie der mobile Werkstattbus, Fahrradkurse und -ausflüge, die Sammlung von Rezepten, die von einer „Foodbloggerin“ nachgekocht werden und Eingang in das Mainhöhe Kochbuch finden sowie das Repair Café. Alle Einzelprojekte haben zum Ziel den Gemeinschaftssinn, das Selbstvertrauen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu fördern.

Geis befürwortete die Maßnahmen und hörte sich ebenfalls sehr interessiert die Entwicklung des Projekts Klimainsel an.

Frederik Weber, ebenfalls von der NH Projektstadt, erzählte von den bisherigen Maßnahmen der Digitalen Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des Südparks, dem 3D-Modell für dessen Visualisierung und dem Anreizprogramm zur Begrünung von Privatgrundstücken. Die Landtagsabgeordnete hakte nach und wollte wissen, ob es sich hierbei um ein gemeinsames Programm des Bundes und des Landes handele. Weber bestätigte dies und fügte zur Erklärung an, dass das Programm früher unter dem Namen Zukunft Stadtgrün gelaufen sei. Auf Geis Nachfrage, ob hier vor allem gegen die unliebsamen Schottergärten vorgegangen werde, antwortete Ockel, dass diese nicht das einzige Problem seien. Es gehe auch darum, dass immer mehr Wiesen zu Bauland würden, mit einem großen Haus und kleinen Garten, versiegelter Flächen und insgesamt zu wenig grün.

„Das ist ein politisch ein hochspannendes Thema, vor allem wegen des Stichpunktes Entsiegelung“, so Geis. Sie kenne die Problematik aus Diskussionen, wer am Ende verantwortlich sei. Und auch der Frage, ob man Schottergärten ganz verbieten solle. Kelsterbach ginge hier einen anderen Weg. Ockel bestätigte das und erläuterte: „Wir wollen möglichst viele Menschen mitnehmen und überzeugen und nicht von oben herab entscheiden.“ Als Beispiel nannte er den ansässigen Tierschutzverein, der seit vier Jahren Bienenstöcke halte. Diese Bienenvölker ernährten sich nur von den Blumen im Stadtgebiet und es sei „doch etwas Schönes, wenn man weiß, dass man mit seinen Blühpflanzen im Garten etwas dazu beitragen kann“. Auch Geis fand die Idee ansprechend und bekannte ihrerseits, dass sie eine Blühpatenschaft bei einem Bauern in Bauschheim besitze. „Wenn die Politik möchte, dass ist etwas machbar“, schloss Geis.

Ockel dankte ihr für ihr Kommen und lud sie auch für das kommende Jahr wieder herzlich ein.

(Text und Bild ana)