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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 41/2020
Seite 3
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Werner Georgs Lyrikeckchen

Der Oktober ist manichfaltich

Der Oktober muss ich saache,

hot im Kalender markante Daache,

am 3. Die „Deutsche Einheit“ steht,

am 4. Mer Erntedank begeht.

Was wurd´ 1990 schon verhandelt, debattiert,

bis alle Veträge waren erfüllt, ratifiziert,

BRD und DDR auch die vier Siegermächte,

waren bemüht, Wochen, tagelang und Nächte,

das Volksbegehren, um Einheit schaffe,

zwischen Ost und West sollte keine Spalte klaffe.

Dem erntedank althergebrachte Tradition,

von den Bauern erdacht, das weiß man schon,

die Bauern spenden Gaben, zu Gottesdank,

holen Trachten, gute Kleider aus dem Schrank.

Die Kirchen-Altäre sind reich geschmückt,

Besucher sind von den Erntegaben entzückt,

die vor´m Altar sind ausgebreit´

über die Größe und Vielfälltigkeit.

Ich denk´ so bei mir:

Der Herr gibt uns ne Menge Trauben jährlich,

doch der Wirt schenkt ein den Wein sehr spärlich,

in ner Straußenwirtschaft am Tag, bei Nacht,

krieht mer es Glas schee voll gemacht.

Die Wälder, Täler, Bergekuppe,

kriehe farbenfrohe Duppe,

des alles wirkt gar wunnerschee,

is beim Wandern aach schee aa zu seh´.

Die Wespe suggele an uffgedotze Berne,

die Quetsche stecke ohne Kerne,

im Kuchedeich wie Zinnsoldate,

in Reih un Glied aach die mit Made.

Mer merkt es Jahr wird langsam älter,

die Äppel komme in die Kelster,

un komme flüssisch widder raus,

als „Süße“ holt mern sich nach Haus.

Mancher Vatter musste in seim Lewe,

seim Sohn en Drache baue, klewe,

woriwwer beide net entzückt,

wenn Drache un Sohn en Storz gedrickt.

Es gäb noch manches zu erzähle,

doch will ich Euch net länger quäle,

fantastisch wer´n dies Jahr die Öchsle-Grade,

ich leid´mit alle, die da hawwe en Lewwerschade.

Euer Werner