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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 41/2020
Seite 1
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Ausstellung „Magie und Aberglaube“ im Stadtmuseum

Exponate der Ausstellung Magie und Aberglaube.

Vom 18. Oktober an zeigt das Stadtmuseum die Ausstellung „Magie und Aberglaube“ im Mittelalter. Kuratiert wird die Schau, die uns heute fremde Bräuche und Praktiken vor Augen führt, von der Kunsthistorikerin Dr. Alice Selinger aus Dreieich.

Die Ausstellung ist bis zum Jahresende sonntags im Stadtmuseum in der Marktstraße 11 zu sehen von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Es können auch andere Führungstermine vereinbart werden beim Vorsitzenden des Volksbildungswerkes Hartmut Blaum unter 0170 714 09 64 oder per Mail unter h.blaum@kelsterbach.de oder bei Karl Schmiedt unter Telefon 06107 / 2958.

Bei den Führungen und Besuchen im Stadtmuseum ist eine Mund-Nase-Maske zu tragen. Die Auflagen bezüglich Corona sind zu beachten. Weitere Informationen zum VBW-Kelsterbach und zum Museum unter www.vbw-kelsterbach.de und aus der Wochenpresse „Kelsterbach Aktuell“ und „Freitags-Anzeiger“.

Nicht nur angesichts der momentan grassierenden Corona-Pandemie, vor deren Auswirkungen sich die Menschen mit allerlei obskuren Praktiken zu schützen suchen, ist „Magie und Aberglaube“ aktuell wie selten zuvor. Die Pandemie hat urplötzlich sichtbar gemacht, wie verletzlich und fragil auch die moderne technisch bestimmte Zeit ist und wie sehr der Mensch in seiner Existenz gefährdet ist.

Zum Inhalt der Ausstellung

Krankheiten und Epidemien, Unwetterkatastrophen und Hungersnöte, Kriege und Plünderungen bedrohten die Existenz vieler Menschen im Mittelalter. Die Kleinbauern, der weitaus größte Teil der Gesellschaft, lebten in ständiger Gefahr, ihre Existenzgrundlage zu verlieren. Mangelernährung war häufig, die Kindersterblichkeit war erschreckend hoch und viele Frauen starben im Kindbett. Die mittelalterliche Heilkunst konnte nur bedingt helfen.

Verzweifelt versuchten die Menschen mit magischen Praktiken und abergläubischen Ritualen ihre riskante Existenz sicherer zu machen oder Heilung und Unterstützung in Notlagen zu finden. Dabei mischten sich christliche Rituale mit antikem Wissen, heidnischem Aberglauben und arabischen und jüdischen Traditionen. In der Gedankenwelt des Mittelalters existierten Dämonen und Drachen und Tote konnten wiederkehren.

Die Ausstellung führt in die magische Gedankenwelt des Mittelalters und zeigt, welche okkulten Kräfte Tieren, aber auch Steinen und Pflanzen zugeschrieben wurden, wie weit verbreitet abergläubische Praktiken im Alltag waren und mit welchen absonderlichen Methoden man versuchte, die Zukunft vorherzusagen oder seine Gegner zu bezwingen. Die Ausstellung zeigt neben Texttafeln auch zahlreiche Gegenstände aus dem Bereich „Magie und Aberglaube“. (hb)