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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 43/2019
Seite 3
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Was tun beim Chemieunfall?

Welche Chemie ist aufgelaufen?

Rettung von Verletzen.

Thomas Heller als Moderator (rechts).

Wichtige Dekontaminierung.

Papa, was ist da passiert?

Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Kelsterbach. Direkt vor der Eingangstür des Rathauses ist auf einem Anhänger ein blaues Fass mit einer unbekannten ätzenden Flüssigkeit leck und ausgelaufen. Ein Mensch liegt vor dem Fahrzeug, bewusstlos. Das war die Ausgangslage des groß angelegten Feuerwehreinsatzes, der mit viel Bedacht und Umsicht angegangen werden musste.

Es war die letzte Abschlussübung unter der Obhut von Stadtbrandinspektor Thomas Heller, der sich aus der ersten Linie zurückzieht. Mit voller Mannschaft und Wagenstärke rückte die Wehr an, die verletzte Person wurde geborgen und erstversorgt. Dann ging es unter schwerem Atemschutz und in gelben Vollschutzanzügen daran, die Chemikalie zu identifizieren und weitere Maßnahmen einzuleiten. Auch mit einer Wärmebildkamera könne man sehen, wieviel Flüssigkeit bereits ausgelaufen ist, erläuterte Heller einem interessiert folgenden Publikum. Vor allem die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und der Leitstelle müsse stimmen, sei überlebenswichtig und entscheidend für eine erfolgreiche Beseitigung der Gefahrenlage, so der ehrenamtliche Stadtbrandinspektor. Sollte eine Chemikalie ausgelaufen sein, so eine Annahme der Übung, die nicht bekämpft werden könne durch die Feuerwehr Kelsterbach, müsse externe Hilfe anrücken.

Einen großen Aufwand bei einer solchen Gefahrenlage macht die notwendige Dekontaminierung der verseuchten Schutzanzüge, Schuhe und Gerätschaften, Laufmatten, Auffangwannen und Fahrzeuge. Das dauert im Falle eines Unfalls erheblich länger als der eigentliche Einsatz vor Ort. Dass die Wehr Kelsterbach für mögliche Eventualitäten gewappnet ist, demonstrierte sie am vergangenen Wochenende. Angesichts der Lage Kelsterbachs in der Region und umgeben von Industrie ist eine solche Übung notwendig – trotzdem verzichten Feuerwehr und Bevölkerung gerne auf solch einen Einsatz. (hb)