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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 45/2018
Seite 2
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Sonnenfaust lässt friedliche Krieger kämpfen

Den Bruchtest mit Bravour bestanden.

Christop Scheepers (links im Bild) legt die Holzbretter auf.

Körper und Geist im Einklang.

Fairness und Sicherheit im Fokus - die Schieds- und Punktrichter blieben aufmerksam.

Kampfkunst statt Gewalt - Anmutige Einlage von Sonnenfaust in den Wettkampfpausen

Bereits zum achten Mal fanden junge Sportlerinnen und Sportler ihren Weg nach Kelsterbach, um sich in der Kunst des Kampfes zu vergleichen. Beschrieben wird dieser jährlich stattfindende Anlass als „Sonnenfaust-Cup“, ein Event der gleichnamigen Organisation, die es sich zur Profession machte Kung Fu zu lehren. Kopf dieser Einrichtung ist Christoph Scheepers, der vor fast zehn Jahren diesen eigenständigen Verband ins Leben rief.

Ein Meer von Kampfanzüge bestimmte das Bild der Mehrzweckhalle Süd, die einen ganzen Vormittag Schauplatz sportlicher Wettkämpfe verschiedener Altersklassen war. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer registrierte der Veranstalter, die Organisation des Ganzen zeigte sich einmal mehr eine als Herausforderung, die professionelle Umsetzung fand. Aufstellen der Zeitpläne, Einteilung von Kampf- und Schiedsrichtern oder das Arrangierten von Pokalen und Medaillen für die Siegerehrung erforderten ein hohes Maß an Perfektion, die andererseits dann auch in Form der Kampfkunst zum Ausdruck kam. Erfreut zur Kenntnis genommen werden durfte, dass das Klischee vom „schwachen“ Geschlecht keinen Zugang zu dem Event hatte, waren es doch fast 40 Prozent Mädchen, die sich dieser Sportart verschrieben haben. Das breite Altersfeld im Spannungsbogen zwischen fünf Jahren sowie Ü-18-Juniorinnen und Junioren konnte der Veranstalteter organisatorisch unter einen Hut bringen, Eltern und interessiertes Publikum verfolgten gespannt das Geschehen.

Kampfkunst und Persönlichkeitsentwicklung

In engagierten aber fair ausgetragenen Duellen, gewannen die Zuschauer einen guten Eindruck, wie professionell bereits in jungen Jahren dieser Sport Umsetzung fand. Verdeutlicht am Beispiel des sogenannten Bruchtests (Zerschlagen von Holzbrettern) visualisierte sich die Philosophie einer Kunst, die über das übliche Profil von Kampfsport hinausgeht. Scheepers übertitelt dies als die Lehre vom „friedlichen Krieger“, der mit mental gestärktem Geist den Idealzustand des Nicht-Kämpfen-Müssens anstrebt. Der Mehrwert für junge Menschen definiere sich dabei in dem Zugewinn von Selbstbewusstsein und daraus folgend die Kompetenz zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, Letztgenanntes nur im Notfall, betont Scheepers. Besonders freut er sich über die beständig hohe Anzahl von Gästen der erweiterten Region und natürlich über die Eigengewächse. Zu Ehren kamen beim Turnier Kimberly Schmidt, Anna Wilhelm, Nadia Sczcypior, Fourkan Chountzou und Agnus Stöber. Über den Spaß hinaus gilt die Fokussierung auf das Individuelle im Menschen, dessen Mut durch die Kombination von mentaler und bewegungstechnischer Perfektion aufgehen soll. So berichtet Scheepers von seiner Arbeit mit einer Damen-Handball-Mannschaft, die nach einem Aufstieg eine zusätzliche Dosis Selbstbewusstsein für die höhere Spielklasse dazugewinnen wollte. Nach den mentalen Trainingseinheiten mit einem Kampfkunst-Experten, fanden auch die Handballerinnen den Mut und die innere Ruhe für einen erfolgreichen Bruchtest, eine Synergie, die nicht nur im Sport von Nutzen sein könnte. (Ts)