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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 46/2020
Seite 2
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Die Musikschule Kelsterbach stellt vor: Michael Naumann

„Musik ist da, wo die Sprache aufhört“

Wöchentlich stellt die Musikschule Kelsterbach ihre Dozenten in einer kurzen Interview-Reihe vor. Michael Naumann gehört bereits seit 18 Jahren als Dozent für Querflöte zum Musikschulteam.

Nach seinem sechsjährigen Studium in der Fachrichtung Orchestermusiker in Frankfurt am Main, begann der Flötist Michael Naumann 1992 auch zu unterrichten. Mit zehn Jahren ermutigte sein Vater ihn zum ersten Mal, die Piccoloflöte auszuprobieren und ganz seiner Familientradition folgend meldete er sich einige Jahre später zur Aufnahmeprüfung an. Mittlerweile hat er zudem eine Leidenschaft für das Klavier entwickelt und auch andere Instrumente wie das Altsaxophon, die Klarinette und die Trompete für sich entdeckt.

Viele Jahre war Naumann in verschiedenen Orchestern, unter anderem am Opernhaus in Frankfurt, tätig und wirkte auch an der Aufführung von Werken verschiedenster Komponisten mit. Als Lehrer sei es für ihn schön, wenn die Schülerinnen und Schüler selbst Freude und Interesse beim Spielen hätten. Mittlerweile ginge es ihm mehr darum, den Unterricht als etwas Schönes zu erleben und mit diesem Gefühl, sowie dem Wissen, etwas von seiner Familientradition weitergegeben zu haben, abends nach Hause zu kommen. „Ich bin auch immer ein bisschen stolz und zufrieden, wenn die Schüler etwas schön hinbekommen und auch mal Durststrecken durchhalten.“

Beim Unterrichten sei es für Michael Naumann sehr wichtig, nicht zu tadeln oder zu kritisierend zu sein, sondern sich seinen Schülern gegenüber einfühlend und aufbauend zu verhalten. „Dadurch, dass ich selbst noch Instrumente lerne, habe ich da ein gutes Verständnis für und habe einen ganz anderen Einblick in das Lernen meiner Schüler gewonnen.“ Ab einem gewissen Punkt gingen die weiteren Fortschritte nicht mehr so progressiv wie am Anfang, weshalb die Schüler ihren Fortschritt oftmals nicht mehr so gut wahrnehmen würden. Daher müsse man als Lehrer auch viel Verständnis, Rücksicht und Geduld haben. Über die Jahre habe sich der Unterricht durchaus verändert und heute arbeite er viel mit moderneren Mitteln, die ihm selbst früher nicht zur Verfügung gestanden hätten. Trotzdem sei es immer wichtig, auch die Grundlagen gut zu verinnerlichen.

„Musik ist eigentlich mein ganzes Leben, das ist etwas Unendliches und da glaube ich auch, dass ein schöpferischer Gedanke dahintersteckt. Musik ist immer da, wo die Sprache aufhört.“ Für ihn sei der Effekt von Musik allerdings immer dann besonders schön, wenn er traurig oder erschüttert sei. Dann könne er mit seinen Schülern einfach etwas spielen, das schön klinge. Auch könne man Musiker aus den verschiedensten Ländern zusammensetzen, die nicht die gleiche Sprache sprächen und trotzdem könnten sie zusammen musizieren und sich darüber verständigen. „Man könnte ohne Musik leben, aber es wäre nichts.“

Haben wir Ihr Interesse an Querflötenunterricht geweckt? Dann vermittelt die Musikschule Kelsterbach unter 06107 / 773 326 oder musikschule@kelsterbach.de gerne Termine und gibt weitere Informationen rund um den Unterricht. Diese finden sich auch online unter www.kelsterbach.de oder in den ausliegenden Flyern. (ah)