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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 46/2020
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Volkstrauertag 2020

Ein Kommentar von Anika Fabijanic

Eine Woche vor dem Totensonntag und zwei Wochen vor dem ersten Adventswochenende wird der Volkstrauertag jährlich seit 1952 begangen. An diesem stillen Feiertag wird der zahlreichen Kriegstoten und Opfern von Gewaltherrschaft gedacht.

In diesem Jahr 2020 ist beinahe von Beginn an alles anders gewesen. Corona hat weltweit das Leben durcheinander gewirbelt und zum Teil auch vorzeitig beendet. Der Virus verlangt uns Einschränkungen und Disziplin ab – ein Preis, den nicht jeder gewillt ist zu zahlen, mit umfangreichen Konsequenzen. Nicht nur das eigene Leben gilt es zu schützen, sondern auch das Leben anderer.

Neben den Kriegsdramen und Flüchtlingen, die sich seit 2014 versuchen in Sicherheit zu bringen, neben Terroranschlägen in Europa, darunter 2016 am Berliner Breitscheidplatz und in der vergangenen Woche auf eine Wiener Synagoge, ist ein Virus getreten, der die ganze Welt fest umklammert. Wer die Augen vor Krieg und Elend noch verschloss, kann dies spätestens seit Corona nicht mehr. Eine Krise, die uns alle betrifft und auch nicht vor demokratischen Wohlstandsländern Halt macht.

Dieser Volkstrauertag 2020 kann ein Gedenktag nicht nur für Kriegsopfer sein, sondern auch für Opfer des Corona-Virus. Wie wir in dieser Zeit zusammenstehen, zeigt einmal mehr in welcher Gesellschaft wir leben. Rücksichtnahme, Empathie und Disziplin sind die Werte, die bei jedem einzelnen an oberster Stelle stehen sollten.