Titel Logo
Kelsterbach aktuell
Ausgabe 47/2018
Seite 2
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

90. Geburtstag von Pfarrer Herbert Köhl

Zur Person

Pfarrer Herbert Köhl feiert seinen 90. Geburtstag

Am 27. November 2018 begeht Pfarrer Herbert Köhl seinen 90. Geburtstag in Nieder-Roden.

Als ein echtes „Nieder-Röder Kind“ wurde er 1928 in Nieder-Roden geboren. Als junger Mann nahm er noch 1944/45 in einer „Scheinwerfer-Abteilung“ am Krieg teil. 1945 machte er in Heppenheim sein Abitur und studierte anschließend in Mainz und Freiburg Theologie und Philosophie. Mit 23 Jahren wurde er in Mainz zum Priester geweiht. Nach mehreren Kaplanstellen, zum Schluss in Offenbach, wurde er im Jahr 1959 Pfarrer in Kelsterbach. Dieses Amt übte er bis zum Jahr 2004 mit Hingabe und Begeisterung aus.

Viele seiner Zeitgenossen in Kelsterbach nannten ihn einen Glücksfall für Kelsterbach, allen voran der damalige langjährige SPD-Bürgermeister Fritz Treutel. Pfarrer Köhl habe nicht nur für den „äußeren Aufbau“ der Kirchengemeinde gesorgt, also Kirche und Kindergärten, sondern auch für die „Partnerschaft zwischen Kirche, Vereinen und der politischen Gemeinde Kelsterbach“. Er war ein Garant für ein „Miteinander und Füreinander“ von Kirche und weltlicher Gemeinde.

Eines Tages bekam Pfarrer einen Telefonanruf vom ZDF. Man fragte ihn, ob er bereit sei, als Berater des Schauspielers Günter Strack tätig zu sein. Hintergrund war eine geplante Fernseh-Serie mit einem Pfarrer und vielen Folgen. Die Hauptrolle als Pfarrer war für Günter Strack vorgesehen. Der Titel der Serie hieß „Mit Leib und Seele“. Die erste Folge wurde im September 1989 gesendet. Zuvor wurden die Mitwirkenden der Sendereihe vor geladenem Publikum im Hotel Gravenbruch vorgestellt. Das gut aufgelegte Duo Köhl/Strack brachte den zum Bersten vollen Saal zum Beben. Pfarrer Köhl wurde z.B. gefragt, was denn sein erster Gedanke gewesen sei, als er die vielen Veranstaltungsgäste gesehen habe. „Schade, dass ich meinen Klingelbeutel nicht dabei habe“ war seine Antwort. Schallendes Gelächter im Saal. Damit war das Thema jedoch noch nicht erledigt. Zum Schluss der Veranstaltung, draußen auf dem Parkplatz, sagte eine Frau zu ihrem Mann „jetzt gib doch dem Herrn Pfarrer was für seinen Klingelbeutel“. Daraufhin nahm der Mann aus seiner Brieftasche einen 1000-Mark-Schein und gab diesen dem Pfarrer Köhl „für Ihren Klingelbeutel!“

Gradmesser für die große Arbeit im kirchlichen und sozialen Bereich von Pfarrer Köhl sind die vielen Auszeichnungen, die ihm zuteil wurden:

Ehrenbrief des Landes Hessen 1978, Ehrenplakette in Gold der Stadt Kelsterbach 1982, Bundesverdienstkreuz am Bande 1984, Ehrenbrief der Stadt Kelsterbach 1985, Verdienstorden des Landes Hessen 1999, Ehrenbürger der Stadt Kelsterbach 2006.

Pfarrer Köhl trat 2004 in den Ruhestand. Er verließ Kelsterbach und ging zurück in seine Heimat Nieder-Roden, die ihn, den „Alt-Nieder-Röder“ mit Freuden wieder aufnahm.

Herzlichen Glückwunsch zum 90. Geburtstag!