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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 48/2019
Seite 3
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Über den Tellerrand Griechisch - Kali Orexi

Tsatsiki, Chtipiti, klassisches Moussaka und Griechische Nudeln in Tomatensauce - ein zarter Duft von Knoblauch lag über der Schulküche der IGS in Kelsterbach. Dort bereiteten Geflüchtete und Beheimatete mit Bürgermeister Manfred Ockel, Sakis Angelis vom Grünen Baum und die Damen des Über-den-Tellerrand-Teams gemeinsam ein leckeres Menü zu, diesmal aus Griechenland.

Es war neben interessanten Unternehmungen im zurückliegenden Jahr nunmehr der 23. Kochabend der Initiative unter dem Dach des Kleeblattes. Vor knapp vier Jahren startete die Veranstaltung auf ehrenamtlicher Basis in regelmäßigen Abständen. Ihren Ursprung hat die Tellerrand-Initiative, die Geflüchtete und Beheimatete am Herd zusammenbringt, in Berlin. Mittlerweile gibt es in Deutschland viele solcher Lokatgruppen. Ziel ist es, Begegnungen auf Augenhöhe zwischen Geflüchteten und Beheimateten zu ermöglichen.

Die Geflüchteten aus Afghanistan und Syrien sowie die Alt-Kelsterbacher konnten bei einem Kennenlernspiel zu Beginn einiges über ihre KochpartnerInnen an diesem Abend erfahren.Sie staunten nicht schlecht, als Khansaa aus Syrien die Frage, ob sie pfeifen kann, mit einem durchdringenden Pfiff auf den Fingern beantwortete.

Manfred Ockel und Sakis Angelis, zwei erfahrene Köche, hatten ein bodenständiges griechisches Menü geplant und brachten die Zutaten gleich mit. Wer nun aber hoffte, nur zuschauen zu können, hatte sich getäuscht.

"Wer mitessen will, muss auch mitkochen",war die Vorgabe des Tellerrand-Teams. Also schnitten die TeilnehmerInnen fleißig Auberginen und Zucchini, würfelten Zwiebeln, zerdrückten Knoblauch und machten sich ran an die Herdplatten. Die einen frittierten Gemüse- und Kartoffelscheiben für das Moussaka, dünsteten die Hackfleischfüllung und kochten Bechamelsauce. Andere bereiteten die Tomatensauce für Kritharaki-Nudeln mit Hackfleisch zu. Wieder andere machten gemeinsam die Vorspeisen und den Joghurt mit Honig und karamellisierten Walnüssen. Alles unter der souveränen Anleitung und Mitwirkung der beiden Gastköche. Zusätzlich hielt man die Rezepte schriftlich fest, damit sie auch nachgekocht werden können.

Viele TeilnehmerInnen dieses Abends sind häufig bei den Kochevents dabei, weil sie die Begegnung und die Möglichkeit zu Gesprächen mit Menschen aus Kelsterbach schätzen. Griechisch zu kochen machte ihnen große Freude, und es gab beim Kochen und später am Tisch einen regen Austausch über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Länderküchen.

Es war bei allem Gewusel rund um die Kochstellen ein sehr entspannter Abend, der allen viel Spaß gemacht hat. Gerne hätten wir noch länger zusammengesessen, doch der verdiente Feierabend der Hausmeister setzte die Grenze.

Das nächste "Über-den-Tellerrand" kochen ist für Februar in der IGS-Schulküche geplant. Dann wird für den Kuchennachmittag in der Schulbibliothek gebacken. Mitmachen kann jeder, egal ob Geflüchtete/r oder Beheimatete/r. Langfristig verpflichten muss sich niemand. Die Verabredung gilt immer nur für ein einmaliges Kochen.

Anmeldungen sind über facebook oder per E-Mail unter kelsterbach@ueberdentellerrand.org möglich. Wer teilnimmt beteiligt sich mit einer Spende an den Unkosten.