Pia Hohenleitner (links, Bibliothek) und Florian Koopmann (rechts, Jugendförderung) unterstützten die Kinder und Jugendlichen beim Sammeln und Strukturieren der Ideen.
Am vergangenen Samstag hatte die Stadt Kelsterbach zur Kinder- und Teeniekonferenz in die Stadt- und Schulbibliothek eingeladen. Das Interesse seitens der Kelsterbacher Jugend war recht überschaubar – zumindest, was die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeht. Lediglich sieben Kinder im Grundschulalter und sechs Ältere ab dem fünften Schuljahr machten von der Gelegenheit Gebrauch, der Stadt mitzuteilen, was ihre Wünsche bezüglich der Kelsterbacher Infrastruktur sind. Die Mädchen und Jungs wurden insbesondere gebeten, ihre Wunschvorstellung vom Südpark zu skizzieren, denn diesen will die Stadt in nächster Zeit umgestalten und die Ideen der jungen Generation so gut als möglich mit berücksichtigen.
Zunächst wurden die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer gebeten, den Ist-Zustand des Südparks einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Diese äußerten unter anderem, es gebe zu wenig Parkplätze am Südpark, die Sicherheit sei durch Wildschweine und unzureichende Beleuchtung nicht gewährleistet, die Beschaffenheit der Wege lasse zu wünschen übrig, das Grillen sei nur in den Stationen erlaubt, die Preise des Kiosks seien zu hoch, es gebe zu wenige Toiletten und diese seien unhygienisch.
Gefragt, was konkret getan werden sollte, um den Südpark attraktiver zu machen, antworteten die Jungen und Mädchen, es sollten mehr Laternen und Überwachungskameras aufgestellt werden, des Weiteren ein kostenloser Trinkwasserspender sowie ein Wasserhahn zum Säubern verschmutzter Füße, mehr Sitzgelegenheiten samt Tischen sollten angeboten werden, Minigolf kostenlos sein, die Wege asphaltiert werden und das Wasser des Wasserspielplatzes bis 19 Uhr fließen, statt bereits am späten Nachmittag abgeschaltet zu werden.
Aus den Reihen der Jüngeren wurden weitere detaillierte Wünsche bezüglich der Ausstattung des Südparks geäußert: ein Autoscooter, Public Viewing während der Fußball-WM, ein Badesee, eine Umkleide, ein Schwanen-Tretboot, ein zweiter Kiosk, eine Eisdiele und ein Restaurant, eine Seilbahn, ein größeres Klettergerüst, eine Wippe und mehr Rutschen.
Was sich die junge Generation sonst noch wünscht in Kelsterbach, das wurde in einer zweiten Fragerunde thematisiert. Die Jüngeren hätten gerne einen Fünf-Meter-Sprungturm und mehr Rutschen im Schwimmbad, mehr Spielplätze, eine Achterbahn auf der Kerb, eine Sportfreizeit mit verschiedenen Sportarten, eine Pfadfinderfreizeit mit Übernachtung im Wald, einen Flohmarkt für alles im Sommer, einen Kunstrasenplatz an der Bürgermeister-Hardt-Schule, mehr Schulausflüge, kürzere Schulzeiten und längere Pausen.
Die Älteren wünschen sich einen Jugendtreff in der Stadtmitte, in der Nähe des Sandhügelplatzes, mehr von der Jugendförderung organisierte Freizeiten und Ausflüge, eine bessere Beheizung in der Integrierten Gesamtschule, günstigeres Mensaessen, mehr Schulbusse, verbilligte Angebote für Schüler in den Kelsterbacher Restaurants. Von der Stadtbibliothek erhoffen sich die Jugendlichen längere Öffnungszeiten, einen Ruheraum zum Hausaufgabenmachen, leistungsstärkere Computer und mehr Jugendbücher.
Dass sich das Engagement der Kinder und Jugendlichen lohnt, machte die Leiterin der Stadt- und Schulbibliothek, Meike Betzold, deutlich. Im vergangenen Jahr hatte es bereits eine erste Kinder- und Teeniekonferenz gegeben, und etliche der damals geäußerten Wünsche sind von der Bibliothek, der Jugendförderung, der Musikschule und der Feuerwehr erfüllt worden, wie sie aufzählte. Bürgermeister Manfred Ockel, der wie Stadtverordnetenvorsteher Frank Wiegand gekommen war, um sich die Anregungen der Kinder und Jugendlichen anzuhören und sich deren Fragen zu stellen, dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern recht herzlich für ihr Engagement.
Mit den auf der Konferenz geäußerten Anregungen und Kritikpunkten wird sich nun die Stadtverwaltung beschäftigen, die außerdem auf die Ergebnisse einer schriftlichen Umfrage zur Neugestaltung des Südparks, die im Internet und über die Schulen an die Jugend herangetragen wurde und auf gute Resonanz gestoßen ist, zurückgreifen kann. (wö)