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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 50/2020
Seite 3
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Was heißt schon alt? Ausstellung im Fritz-Treutel-Haus

Waltraud Engelke (r.) und Marcella Gröber hoffen auf regen Besuch des Fotoprojekts.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Ausstellungen. Weil wegen Corona die Räume innen tabu sind, haben die beiden Ausstellungsmacherinnen Waltraud Engelke und Marcella Gröber eine schöne Idee in die Tat umgesetzt.

„Warum nicht die Fotos und Collagen unserer Ausstellung vom Fotoprojekt 'Was heißt schon alt' von innen an die Fenster des Fritz-Treutel-Hauses bringen, so dass die Besucherinnen und Besucher in Corona-Zeiten nicht die Räume betreten müssen, sondern alles in Ruhe von außen betrachten können?“ sagt Waltraud Engelke. Einmal gedacht, umgesetzt. Die 14 Banner auf Roll-Ups, das sind übersetzt Roll-Ständer, prangen nun in ganzer Fülle direkt vor den Scheiben und können betrachtet werden, so wie das Bürgermeister Manfred Ockel ebenso zur Ausstellungs-Freigabe getan hat. „Wie hier die Lebensläufe von älteren Menschen aus unserer Stadt präsentiert werden, das ist bemerkenswert, und vor allem danke ich den Menschen, die so offensiv mit ihrem Alter umgehen und darüber mit uns sprechen, so wie hier am Bürgerhaus“, sagte Ockel. Bekanntlich möchte ja jeder gerne alt werden, aber nicht wirklich alt sein, obwohl das eine mit dem anderen korrespondiere.

Sehr aufgeschlossen

„Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu“, heißt es in der Überschrift der Begleitbroschüre über die Ausstellung. Die wird den ganzen Dezember über an den Scheiben zu sehen sein, wandert danach auch in andere Einrichtungen der Stadt wie die Stadtbibliothek. Auch in der kurz vor Jahreswechsel erscheinenden Seniorenzeitschrift „Mainperle“ werden einige der Lebensläufe abgedruckt.

Sehr selbstbewusst und stolz seien alle Menschen, die sich haben porträtieren lassen, mit ihrem realen Alter umgegangen. Dazu gehörten Höhen und Tiefen, Familie, Krankheiten, Verluste und Einschränkungen im Leben aber auch neue, andere Freuden und Zugewinne, sagte Waltraud Engelke. „Die Bilder, die wir sehen, erzählen uns etwas über das Älterwerden, und jeder Mensch ist irgendwann damit konfrontiert“. Jeder könne etwas entdecken, und Engelke und Gröber hoffen, dass möglichst viele sich die Portraits anschauen. Der Weg sei das Ziel, nur wie man diesen Weg gehe, könne man auch

mitbestimmen. Dazu soll die Ausstellung beitragen. (hb)