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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 51/2018
Seite 1
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Weihnachtsstimmung Kelsterbach

Der Steuermann zum Weihnachtsmarkt: Sven Junghans und seine Höchster Fähre.

Ein Licht in dunkler Nacht: Der Baum der Country Company.

Der Handharmonika-Spielring setzt beim Theater auf die Jugend.

Uwe Rolle begrüßt bei den Egerländern den Nikolaus als Stammgast.

Volks- und Kinderchor begeistern gemeinsam die Gäste.

Tassen-Management auf hohem Hygiene-Niveau.

Alle Jahre wieder.

Kelsterbacher Weihnachtstimmung.

Der Tierschutzverein präsentiert sich pünktlich zum Advent von der Schokoladenseite.

Weihnachtsstimmung bis unters Dach.

Kelsterbacher Weihnachtslichter

Von Thorsten Schreiner

Es weihnachtete und weihnachtet in Kelsterbach vielerorts und das gefühlt wie schon lange nicht mehr. Mehrere kleine Weihnachtsmärkte, generationsübergreifende Vereinsaktivitäten und entsprechende Angebote in Gastronomie und Einzelhandel motivierten so manchen bei der Gestaltung der ereignisreichen Adventszeit die Heimatstadt in den Fokus zu rücken.

Die Chronologie der Kelsterbacher Adventswochen begann gewohnter Maßen mit regionalem und überregionalem Angebot. Wem die Schönheit der Höchster Altstadt und dem dortigen malerisch eingebetteten Weihnachtsmarkt eine Reise Wert ist, konnte wie in den Vorjahren diese per „Wasser-Taxi“ antreten. Trotz reichhaltiger Nachfrage ließ Sven Junghans, seines Zeichens „Kapitän“ der Höchster Fähre, die Kelsterbacher Ausflügler nicht am Ufer zurück, sondern unterbrach den Regel-Fährbetrieb zugunsten des alljährlichen vorweihnachtlichen Treibens in der Nachbarschaft. Sei es als Einstimmung auf die hiesigen Angebote oder dem Interesse folgend einer besinnlichen Ansprache des Frankfurter Oberbürgermeisters beizulauschen - der Trip nach Höchst seht stets für Vielfalt und gute Stimmung. Diese wurde erwartungsgemäss auf die Fähre zurück transportiert und entsprechend erheiternd gestaltete sich die Heimfahrt, natürlich nicht ohne die obligatorische Glühwein-Einladung von Fährmann Junghans. Wer die gute Adventsauftaktstimmung nicht dem Schlaf opfern wollte, hatte im Unterdorf gleich zwei Gelegenheiten eines Anschlussbesuchs.

Advent, Advent

Schon vormittags in Stellung ging die Country-Company und lud auf ihr Terrain der „Little-Big-Ranch“ im Unterdorf ein. Live-Musik, Line-Dance und die bewährten Speise- und Getränke-Variationen, natürlich in engagierter Handarbeit gefertigt, fanden einmal mehr den Weg zu den Herzen der Fans von besinnlicher Wild-West-Romantik inklusive Lagerfeuer und blinkendem Weihnachtsbaum im für amerikanische Verhältnisse nicht untypischen XXL-Format. Die Kelsterbar wartete indes am Mainufer mit einem verlockenden Komplementär-Angebot auf: frisch gebackene Kartoffelpuffer machten Durst auf winterliche Löschmöglichkeiten, das Flussromantik-Ambiente inbegriffen. Tags darauf machten zwei Organisationen auf ihre Angebote aufmerksam, die seit Jahrzehnten sich zusätzlich zum Jahresabschluss engagieren. Der Basar der Christuskirchengemeinde ist ein fester Bestandteil des vorweihnachtlichen Geschehens, dieses Jahr abgehalten in den Räumlichkeiten des Kirchenbaus, Im Sommer seinen Fünfzigsten feierte.

Diesem Schwung folgend, präsentierten sich die Verantwortlichen von ihrer besten Seite und die Besucher freuten sich an der einen oder anderen Möglichkeit des karitativen Einkaufs. Den volkstümlichen und intensiv warmherzigen Adventsauftakt pflegen seit Jahr und Tag die Egerländer, die die Infrastruktur des altehrwürdigen Michaelsaals in gewohnter Marnier zu nutzen wussten. Leckerer Kaffee und Kuchen ging einem Programmablauf voraus, der keine Gästewünsche offen ließ. Der Vorsitzende Uwe Rolle erfreute sich er Unterstützung seiner Amtsvorgängerin Monika Kasper und damit eine bestmögliche Betreuung der Gäste möglich machte. So ging der Sonntagnachmittag reibungslos und äußerst unterhaltsam über die Bühne: lustige und besinnliche Geschichten, die Auftritte der Gesangsgruppe und das Anstimmen der beliebtesten Weihnachtslieder zum gemeinsamen Singen sorgten dafür, dass nicht nur anlässlich der gesungenen Empfehlung der Egerländer das Licht in den Fenstern leuchtete.

Kleiner Nachfolger, große Tradition

Nachdem der Kelsterbacher Weihnachtsmarkt sich irgendwann aus dem Kulturkalender verabschiedete, sorgte die Martinsgemeinde dafür, dass diese Tradition nicht ganz aus der Untermainstadt verschwand. Was vor vielen Jahren den dezenten Ansatz beschrieb, sich nicht ganz von einer Tradition zu verabschieden, entwickelte sich über die Jahre zu einem kaum noch wegzudenkenden Adventslicht im Kalender. Wie gewohnt dem guten Zweck verschrieben, ließen dieses Jahr eine attraktive Tombola und die appetitlichen Angebote die Herzen höher schlagen (wir berichteten).

Über ein großzügiges Weihnachtsgeschenk freute sich der Tierschutzverein; im Zuge der Aufbauarbeiten zum Weihnachtsbasar kam es zur offiziellen Vorstellung eines nicht alltäglichen Freuden-Anlasses. Vom Tierschutzbund gespendet, erfreuen sich die unermüdlichen Aktiven in Kelsterbach einem Opel Combo zur Umsetzung ihres Vereinszwecks. Vom Interesse an den Nutzungsmöglichkeiten motiviert, teilte Bürgermeister Manfred Ockel vor Ort die Freude des Vorzeige-Vereins und stieß auf den schönen Anlass mit dem Vorstand an. Frisch ans Werk ging es am Folgetag als zahlreiche Besucher den Hessensaal betraten, um sich von den Angeboten rund ums geliebte Tier begeistern zu lassen. Die zweckorientierte Professionalität des Tierschutzvereins machte auch vor der Weihnachtszeit nicht halt und rechtfertigte einmal mehr einen Sonntagsausflug ins Fritz-Treutel-Haus.

Der gleichen ortsbezogenen Intension folgend, hatten Familien und Theaterfreunde die Gelegenheit einen Stock höher einem Weihnachtsmärchen beizuwohnen. Der Handharmonika-Spielring stellte mit Kindern und Jugendlichen eindrucksvoll unter Beweis, dass die Bühne des Bürgersaals zurecht für die Aktivitäten des Musikvereins reserviert war. Obwohl in den Jahren zuvor die selbst einstudiert und geschriebenen Geschichten keinen Anlass zur Kritik gaben, verstärkt sich das Gefühl, dass sich das Ensemble unter der Leitung von Heike Fierus und Schwester Anja Henkes kontinuierlich verbessert. Die diesjährige Geschichte von den Sorgen, Nöten und Anliegen eines Schneemanns kam bei den Besuchern so gut an, dass es in der Nachbetrachtung nicht verwunderte: kein Stuhl im größten Raum des des Hauses bleib unbesetzt.

Die Fläche des Bürgersaals kam ähnlichen Hintergrunds eine Woche darauf dem Volkschor zupass, der bei seinem Weihnachtskonzert den dritten Advent zum Wohl der musisch begeisterten Vereinsfreunde jedes Jahr in beansprucht. Die Vorsitzende Ulrike Schmidt und der aktive Sänger Günter Schneider führten souverän durch ein Programm, dass sich durch Abwechslungsreichtum und Weihnachtsstimmung ohne Grenzen auszeichnete. Legendäre und gern gehörte Weihnachtslieder gab der gemischte Chor unter Leitung seines agil sympathischen Leiters Andreas Stein zum Besten und erhielt den verdienten Applaus. Die beeindruckende Präsenz der Sängerinnen und Sänger ließ trotzdem Raum für die Gäste: ein Französischer Chor klangvollen namens „VolubiLys“ und wunderbar singende Kinder verdienten sich große Anerkennung und sorgten für eine, vom Veranstalter hervorragend bewirtete, Aufenthalts-Qualität.

Warum nur ein Weihnachtsmarkt?

Eine dritte Auflage spätestens rechtfertigt in Kelsterbach fraglos die Bezeichnung Tradition. Losgelöst von der städtischen Ehrenordnungsfeier, kann der Weihnachtsmarkt im Schlosshof sich der eigenen Ehre hingeben mehr als eine Ergänzung nostalgischer Sehnsucht zu sein. Trotz Angeboten in Hülle und Fülle im Umland, braucht sich das neue Format über mangelnden Zuspruch keine Sorgen zu machen. Ins Leben gerufen von Altkerweborsch und unterstützt von tragenden Säulen der Kelsterbacher Vereinsfamilie, lagen auch dieses Jahr die Verantwortlichen mit der Mischung aus Lokalkolorit und Event-Professionalität genau richtig. „Kelsterbacher Weihnachtsmarkt“ in einladenden vierfarblichen Lettern zeigten den Weg zu einem roten Teppich, der direkt in den Schlosshof führte. Turn- und Sportverein, die Suppenhühner sowie die Rock-Experten der „Schnaaken“ gaben sich die Ehre und bescherten den Kelsterbachern und auswärtigen Besuchern Angebote nach Maß. So war es wenig verwunderlich, dass auch auf der „Zielgraden“ des malerischen Marktes am Sonntagnachmittag noch genug Besucher eine vorzeitige Verdunklung ausschlossen. Der Schlosshof als Standort für einen Weihnachtsmarkt; was sich wohl kaum jemand hätte vorstellen hätte können, ist seit dem Jahr 2016 zu einer festen Größe gelangt und somit eine indirekte Bitte an die Veranstalter weiter zu machen, denn die Untermainstadt verkraftet mehr Weihnachtsmärkte als so mancher glaubt.

Weihnachts-Fazit 2018

Obwohl der Wunsch nach dem zentralen Weihnachtsmarkt von einst in Kelsterbach noch gegenwärtig ist, bildet vor allem das Jahr 2018 einige charmante Alternativen. Eine Vielzahl von Veranstaltungen, die für jedes Alter und nicht wenige Geschmäcker ein Angebot machen, verdienen sich zumindest den Ansatz einer objektiven Betrachtung. Darüber hinaus sollte das von den Verantwortlichen von Stadt und Vereinsring formulierte Lob für die Aktiven in den Vereinen und Organisationen sich einer besonderen Aufmerksamkeit erfreuen. Bürgermeister Manfred Ockel und die Stadtverordnetenvorsteherin Helga Oehne betonten, dass es vor allem der Verdienst des Ehrenamtes war, dass sich in diesem Jahr eine Kelsterbacher Weihnachtsstimmung entfaltete, die im Jahr 2019 bestens ebenfalls aufgehoben wäre.