Titel Logo
Kelsterbach aktuell
Ausgabe 51/2019
Seite 3
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Vereinsring schafft Mitgliedsgebühren ab

Vereinsringsvorsitzender Thorsten Schreiner (links) mit seinen Vorstandskollegen.

Nach der Renovierung des Gemeinschaftsraums des Hauses Weingarten ist die Jahreshauptversammlung des Vereinsrings die „erste öffentliche Veranstaltung, die tagt“, teilte Gastgeberin Yvonne Koslik stolz mit. Vor rund 35 Vereinsvertretern gab Bürgermeister Manfred Ockel einen ausführlichen kommunalpolitischen Sachstandbericht ab und bedankte sich „pauschal auch für die gute Kooperation“. Ausdrücklich wies er auf den 31. Oktober, den Stichtag für die Vereinszuschussanträge, hin, und teilte mit, dass bereits 50 von 70 Vereinen ihren Antrag gestellt haben. Die Aufstellung des Haushalts 2020 befinde sich in den finalen Zügen, es sei aber „jedes Jahr ein Drahtseilakt alles einigermaßen hinzubekommen“. Da ein „guter, stabiler Haushalt“ zu erwarten sei, werden die Vereinszuschüsse analog des Vorjahres ausgezahlt. Für die Erarbeitung der Vereinszuschussrichtlinien lobte der Vereinsringsvorsitzende Thorsten Schreiner den hierfür zuständigen städtischen Beschäftigten Frank Niedermann. Es handle sich hierbei um eine „Sisyphusarbeit, die mit Detailliebe umgesetzt wurde“. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich laut Schreiner unter anderem danach wie sehr sich ein „Verein wirklich für Kelsterbach engagiert“. Beispielhaft für ein solches Engagement nannte er die Jugendarbeit und betonte: „Vereinsarbeit ist Sozialarbeit!“. Schreiner erläuterte außerdem das Konzept, dass die Mitgliedsgebühren der Vereine erhöht werden müssen, damit mehr Zuschüsse fließen und machte drauf aufmerksam, dass die Zuschusskultur in der Untermainstadt „nach wie vor herausragend“ sei.

Stadtentwicklung im vollen Gange

Kelsterbach kommt inzwischen auf 17.600 Einwohner. „Interessant ist der extrem starke Anstieg an Kindern unter sechs“, so Ockel. Deshalb gibt es vor Ort inzwischen zehn Kindertagesstätten und auch die beiden Grundschulen werden den neuen Begebenheiten angepasst. Die derzeit zweizügige Bürgermeister-Hardt-Schule erhält bis 2020 eine Erweiterung auf Dreizügigkeit. Dafür wird das Gebäude aufgestockt und das Dachgeschoss genutzt. Die Karl-Treutel-Schule ist bereits fünfzügig und erhält auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule (IGS) einen Neubau des Schulgebäudes und der Sporthalle, die als Ersatz für die Mehrzweckhalle Süd vorgesehen ist. Insgesamt wird es bis 2023 dann drei Sporthallen auf dem Gelände der IGS geben, die auch für den Vereinssport genutzt werden können. Ein „sehr großer Wunsch der Bevölkerung“ konnte zum sichtbaren Bedauern des Stadtoberhaupts noch nicht umgesetzt werden. Im Rahmen des Sportentwicklungsplans wurde vielfach um ein Fitnessstudio gebeten. Obwohl bereits Gespräche stattfanden, habe es „bislang keinen durchschlagenden Erfolg“ gegeben. Ockel versicherte aber, dass weiter an einer Umsetzung gearbeitet werde. Den Sportentwicklungsplan selbst nannte der stellvertretende Vereinsringsvorsitzende Rüdiger Pfennig „ein gravierendes, zukunftsfähiges und weitreichendes Projekt“ und forderte die Vereine leidenschaftlich auf: „Melden Sie sich, bringen Sie sich ein!“.

40 erfolgreiche Jahre Städtepartnerschaft

Das Engagement der Vereine bat sich auch die stellvertretende Vorsitzende Helga Oehne in Bezug auf die Partnerstadt Baugé-en-Anjou aus. Nachdem in diesem Jahr das 40-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft in Kelsterbach gefeiert wurde und ausschließlich auf positive Resonanz gestoßen sei, findet im kommenden Jahr die Rückverschwisterungsfeier an der Loire statt, wozu sich je zwei bis vier Vereinsvertreter melden sollen. Außerdem sei Baugé-en-Anjou „nach wie vor sehr sehr interessiert neue Kontakte zu knüpfen“. Oehne führte hier beispielhaft die Wandergruppe des Turn- und Sportvereins (TUS) an, die auf ein weitaus größeres Pendant in der Partnerstadt stoßen würde.

Vorsitzender im Amt bestätigt

Nach den Sachstandsberichten fand die Neuwahl des gesamten Vorstands statt. Unter Versammlungsleiter Manfred Ockel wurde Thorsten Schreiner erneut zum Vorsitzenden gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende für den Bereich Kultur wurde Helga Oehne im Amt bestätigt. Da Rüdiger Pfennig, der vom Vorsitzenden als „das gelebte Ehrenamt in Person“ bezeichnet wurde, nach 21 Jahren für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stand, ging das Amt als Schreiners Stellvertreter im Bereich Sport an Nina Drosin. Die gebürtige Ostwestfälin hat als studierte Sportwissenschaftlerin und Trainerin im TUS beste Voraussetzungen, um ihrem neuen Posten gerecht zu werden. Uwe Rolle, der bereits als Kassierer tätig war, wurde im Amt bestätigt und nimmt künftig zusätzlich die Funktion des Geschäftsführers wahr. Als Revisoren konnte der Vereinsring Thorsten Fern und Christian Rolle gewinnen. Keine Veränderungen gab es bei der Schriftführung, die weiterhin von Sandra Soliman übernommen wird. Auch Heiko Krey „ist und bleibt dem Vereinsring immer beratend treu“, so der Vorsitzende. Alle Wahlen fanden für zwei Jahre einstimmig und ohne Gegenkandidaten statt.

Abschaffung der Mitgliedsgebühren

Als wichtigste Neuerung neben den Vorstandsneuwahlen stand die Mitteilung über die Abschaffung der Mitgliedsgebühren auf der Tagesordnung. Da es sich um freiwillige Beträge handelte, gab es laut dem Vorsitzenden keinerlei Handhabe, diese bei Nichtzahlung einzufordern. Der Vereinsring wird sich künftig ausschließlich über seinen städtischen Zuschuss finanzieren. Auch die Geschenke zu Vereinsjubiläen werden hieraus gedeckt. Wer bedacht wird, entscheidet künftig Oehne in ihrer Funktion als „Präsente-Fee“, wie Schreiner sie titulierte. Die stellvertretende Vorsitzende nimmt ihre Tätigkeit ernst und forderte “Ehre wem Ehre gebührt“. Da der Vereinsring „wirklich gerne zu Ihren Veranstaltungen“ komme, bat sie die Vereine um die Benennung zu ehrender Personen. (So)