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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 6/2019
Seite 2
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22 Wohnungen entstehen in Modulbauweise

Der Planungs- und Bauausschuss (BPU) machte den Weg frei für den Bau von 22 geförderten Sozialwohnungen. Bauherr ist die Stadt Kelsterbach selbst, sie stimmte über ihren BPU einstimmig für die Investition in Höhe von rund 4,7 Mio Euro. Abschließend entscheiden muss die Stadtverordnetenversammlung kommenden Montag.

Fertig werden sollen die Wohnungen am Standort Waldstraße gegenüber dem Airport-Hotel noch bis Ende des laufenden Jahres 2019. Das Grundstück gehört der Stadt selbst, die nach Auskunft ihres Bürgermeisters Manfred Ockel selbst einiges unternimmt, um geförderten und letztlich bezahlbaren Wohnraum zu errichten. Möglich wird die rasche Bauweise durch den hohen Grad der Vorfertigung der Wohnmodule im Werk, das berichtete im Ausschuss der Geschäftsführer der Vario Home aus Wangen im Allgäu Jörg Bauer. Der BPU stimmte zudem einer 13.000 Euro-Mehrausgabe zu, durch sie wird eine CO2-neutrale Herstellung der Wohnmodule erreicht. „Das ist eine gute Möglichkeit, diese Umweltziele einmal konkret in die Tat umzusetzen“, sagte der BPU-Vorsitzende Jürgen Zeller (SPD). Die zusätzlichen Aufwendungen dafür seien minimal. Das Gebäude entsteht mit Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen, wird barrierefrei und Rollstuhl gerecht übergeben. Die Wohnungsgröße liegt bei etwa 75 Quadratmetern für die drei Räume, bei 90 Quadratmetern für vier Räume. In der Vorfertigung im Werk im Allgäu werden bereits der Fußboden aus PVC, die Sanitäreinrichtungen und die Lampen eingebaut. Das Haus entspreche selbst dem „A+“ Niedrigenergiestandard, so Jörg Bauer von Vario Home, das habe dann sehr geringe Nebenkosten für die Mieter zur Folge. Angeliefert werden die Module mit Schwerlasttransportern, ein Modul wiegt 22 bis 25 Tonnen und muss vor Ort auf die vorgefertigte Beton-Bodenplatte nur noch abgesetzt und mit den übrigen Modulen verbunden werden, was quasi durch das Eigengewicht der Module passiere. Die Farbe der Module wird „silbergrau“, verwendet wird Fichtenholz das kaum nachdunkelt. An den Brandschutz ist gedacht, das Haus mit seiner 16 Millimeter Holzfaserdämmung ist sehr schwer entflammbar. Vier Stockwerke sind vorgesehen, zudem ein überdachter Laubengang als Eingang. Die Parkplätze für die PKW liegen auf der Rückseite des Eingangs. Vorgesehen sind ein Waschmaschinenraum und Sozialräume, die aber bei Bedarf ohne Weiteres in Wohnungen umfunktioniert werden können. Die Fenster haben französische Balkone, die Verglasung der Fenster ist dreifach mit einem hohen Dämmwert von 0,7 bis 1,1. Das Dach der Wohneinheit wird ein Flachdach, wobei jedes Modul seine eigene Folie bekommt, damit keine unnötigen Spannungen in der Dachabdeckung entstehen und Risse oder Undichtigkeiten auftreten.

Erdwärme und Schafwolle

Noch zwei Besonderheiten wird das modulare Gebäude aufweisen. Zwischen den Modulen, also zwischen den Wohnungen, wird ein hoher Schallschutz durch Schafwolle erzielt, die die Gebäude bezogen auf den Lärm „entkoppelt“. Alle Wohnungen erhalten eine Fußbodenheizung, die durch Erdwärmewandlung betrieben wird. Jede einzelne Wohnungen erhält eine Wärmepumpe in den Maßen 180x80x40 Zentimeter, das entspricht einer kleinen Therme. Die sind nach Aussage von Jörg Bauer leicht zu reparieren, und bei einem Defekt wird nur das Wasser in einem Modul kalt, nicht gleich im ganzen Komplex. Separate Fahrradständer sind im Außenbereich des Grundstücks geplant. Die Zugänge zu den Wohnungen aber werden so breit, dass auch mal kurzzeitig ein Fahrrad oder ein Kinderwagen abgestellt werden kann. (hb)