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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 8/2020
Seite 3
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Die Stadt gratulierte zum Hundertsten

Hans Tampe mit Landrat Thomas Will

Von links: Manfred Ockel, Hans Tampe, Franz-Josef Berbner, Anne-Pullmann-Tampe und Jörg Tampe

Hans Tampe jetzt ältester Kelsterbacher

Er feierte am vergangenen Montag seinen 100. Geburtstag. „Sie sind damit der älteste männliche Einwohner Kelsterbachs,“ gratulierte Bürgermeister Manfred Ockel namens der Stadt. Auch Landrat Thomas Will machte dem agilen Kelsterbacher Senior seine persönliche Aufwartung. Seinen Besuch machte Pfarrer Franz-Josef Berbner, dessen Vorgänger Herbert Köhl rief ebenfalls an und gratulierte. Hans Tampe lebt noch in seinem Haus, das er in den 1950-er Jahren selbst gebaut hatte in der Walldorfer Straße gegenüber der Sankt Markuskirche. „Als ich hier eingezogen bin, war dort, wo heute die Kirche steht, noch freies Feld“, erinnert sich Hans Tampe. Unterstützung bekommt der Jubilar, der immer noch seinen Garten pflegt, von Sohn Hans Tampe und Schwiegertochter Anne-Pullmann Tampe.

Aus der Region südlich von Dresden stammend, kam Hans Tampe nach Mittelschule und der Ausbildung zum Lebensmittelkaufmann zum Militär. Während des Zweiten Weltkriegs war er als Soldat in Polen, Frankreich und Russland im Einsatz und geriet 1944 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 in sein ursprüngliches Heimatgebiet entlassen wurde. Das lag dann in Tschechien.

Von dort schlug sich Hans Tampe zu seiner Frau Margit - die er während des Kriegs geheiratet hatte - ins Marburger Land durch. Die Damenschneiderin war dorthin ausgesiedelt und einquartiert worden. Aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf führte der Weg des Paares schließlich nach Frankfurt am Main, wo 1949 auch der Sohn geboren wurde, nach Schwanheim und später nach Kelsterbach.

Schon in der Kriegsgefangenschaft musste der Jubilar hart arbeiten. Nach dem Krieg nahm er zunächst die unterschiedlichsten Jobs an, um sich und später die Familie zu ernähren. Fast zwanzig Jahre arbeitete er schließlich für den in Eschborn ansässigen Labor Service der Amerikaner, dann bei der Schokoladenfirma Waldbaur und beim Lebensmittelauslieferungsunternehmen Lastra. 1983 begann sein Ruhestand.

Lebensmotto

Gefragt nach seinem Rezept, in guter Konstitution 100 Jahre alt zu werden, antwortete Hans Tampe: „Eigentlich ist es einfach, so alt zu werden; nicht im Reichtum leben, arbeiten, anderen Menschen helfen, nicht zu viel essen, dafür aber die eigene Naturkost aus dem Garten, nicht Rauchen und Trinken, viel Bewegung. Genauso wichtig ist die Pflege einer guten Nachbarschaft, insgesamt also alles in allem nützt eine positive Lebenseinstellung, mit sich und der Welt im Einklang zu leben.“

Hans Tampe hat drei Enkel und vier Urenkel. Der Familienzusammenhalt ist groß. Im Rückblick ist der Jubilar zufrieden: „Wir haben schöne Urlaube gemacht - im Winter immer gemeinsam mit den Kindern -, sind viel Rad gefahren, waren eislaufen.“ Das weitere große Hobby Angeln nicht zu vergessen, zu dem er noch immer von Familienmitgliedern mitgenommen wird. (Text und Fotos/hb/kreisgg)