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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 8/2021
Seite 3
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Ein klares Ja zur Feuerwehr

Wie bekannt, entspricht das Feuerwehrgerätehaus aus dem Jahr 1975 im Langen Kornweg nicht mehr den Erfordernissen der Zeit und der Technik. Daher muss quasi neu gebaut werden am alten Standort, für die Übergangszeit muss eine sogenannte „Interimslösung“ her, um die Feuerwehr unterzubringen und die Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Die beiden Ausschüsse „Bauen, Planung und Umweltschutz“ sowie „Haupt- und Finanzen“ votierten einstimmig für das vorgelegte Konzept. Eine Auftragsvergabe war mit dem Beschluss „Interim“ jedoch noch nicht verbunden. Der Erläuterungsbericht, den Stadtbrandinspektor Christina Rolle den beiden Ausschüssen detailliert vorgestellt hatte, wurde positiv zur Kenntnis genommen. Mit in den Blick genommen hat die Stadt das benachbarte Gelände und die Anlagen der Kelsterbacher Kommunalbetrieb (KKB), ehemals „Bauhof“ und „Stadtgärtnerei“. Auch dieser Gebäudekomplex stammt aus dem Jahr 1975 und war in seinen Abmessungen und Gebäuden für deutlich weniger Personal und Material ausgelegt. Daher scheint im Zuge des Neubaus der Feuerwehrgebäude auch eine Änderung beim KKB angebracht, zumal beide Einheiten sehr oft und eng zusammenarbeiten und auch teilweise dieselben Gebäude nutzen.

Wesentlichen Veränderungen bei der Feuerwehr

Die rund 40 Jahre alten Gebäude und die Fahrzeughallen sind zu eng geworden. 70 aktive Feuerwehrleute, Männer und Frauen, müssen untergebracht werden, damit die ihren ehrenamtlichen Dienst für die Allgemeinheit leisten können. Es mangelt an ausreichend Umkleidemöglichkeiten, Trennung der Einsatzkleidung von der Alltagskluft, ausreichend Platz für die Fahrzeugpalette und die nötigen Einsatz- und Hilfsmittel. Um den ehrenamtlichen Helfern, die im Jahr rund 150 bis 200 Einsätze meistern, den Feuerwehralltag beim Retten, Löschen und Bergen zu erleichtern, müsse letztlich ein Neubau her.

Das Vorhaben

Eine Fahrzeughalle für zehn Fahrzeuge wird übergangsweise auf dem Gelände des KKB erstellt. Die Sozialräume bleiben in Betrieb. Die Bauausführung wird im laufenden Betrieb passieren. Wie Projektsteurer Mario Glage von der WEP sagte, werde der Neubau der Feuerwehr unter Nachhaltigkeitsaspekten erfolgen. Das neue Haus wird bei Bedarf aufzustocken sein. Die Dächer werden begrünt und mit einer Photovoltaikanlage bestückt. Der Bauantrag soll im April des Jahres gestellt werden. Mit dem Abbruch des alten Gebäudes wird 2021 begonnen. Die neue Fahrzeughalle soll 13 Stellplätze erhalten. Ein neuer Turm wird gebaut, der aus Übungsgründen statt wie vorgesehen 15 nun 22 Meter hoch sein wird. Schläuche werden darin nicht mehr getrocknet, dafür sorgt eine Anlage. Im Untergeschoss des Neubaubaus werden Technik und Lager untergebracht, im Obergeschoss ist Platz für Büros und Gruppenräume. Das Dach wird für Übungszwecke nutzbar gemacht.

Was die Sicherheit für die Stadt kostet

Die Gesamtkosten werden sich auf 14 Mio. Euro belaufen, aufgeteilt auf den Feuerwehrbau mit 12,8 und die Interimslösung mit 1,2 Mio. Euro. Eine erste Grobkostenschätzung aus dem Jahr 2017 hatte 6,9 Mio. Euro betragen. Eine 15-prozentige Baukostensteigerung seitdem und eine Anpassung des Raumprogramms verursachten die Kostensteigerung. Man habe alle möglichen Standorte für den Feuerwehr-Neubau geprüft, auch den Mönchhof, jedoch sei dort die zehnminütige Hilfsfrist für Kelsterbach nicht einzuhalten gewesen. Ockel sagte, allein die Baunebenkosten sein um knapp 875.000 gestiegen. Die Planungen werden europaweit ausgeschrieben.

Die Machbarkeitsstudie sei eben keine Planung gewesen, so Ockel. Der reagierte damit auf den Vorwurf der Wählerinitiative, die sich nicht „mitgenommen gefühlt habe und zu wenig oder keine Information im Vorfeld erhalten habe“, so deren Sprecher Thorsten Riesner. Er sagte, eine erste Machbarkeitsstudie von 2015 habe nur von 5,5 Mio. Euro Kosten bei laufendem Betrieb gesprochen. Bruno Zecha attestierte dem Macher der Machbarkeitsstudie „keine gute Arbeit, eine, die man sich hätte sparen können“. Jürgen Zeller (SPD) sagte, der nun vorgeschlagene Neubau müsse wieder bis zu einem halben Jahrhundert halten, alles andere sei dann teures Stückwerk. Die Machbarkeitsstudie habe grob geschätzt „ohne Technik“, so Zeller. Die drei großen Projekte der näheren Zeit, Neubau der Karl-Treutel-Schule, Feuerwehr und Kommunalbetriebe, seien notwendige Investitionen für die Bürgerschaft und richtungsweisend für die Zukunft der Stadt Kelsterbach. (hb)