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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 9/2021
Seite 3
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Facelift für den Südpark

Hochrangiges Preisgericht entscheidet im Realisierungswettbewerb

Vergangene Woche tagte ein ausgesuchtes Preisgericht und kürte die ersten Plätze aus insgesamt 13 eingegangenen Entwürfen zum Realisierungswettbewerb für den Südpark. Vorangegangen war eine bis dahin nie dagewesene Bürgerbeteiligung. Insgesamt 250 zuvor registrierte Kelsterbacher konnten sich die Entwürfe der Landschaftsarchitekten vorab in 3D-Modellen ansehen und kommentieren. Ausgerichtet wurde der Wettbewerb von der Stadt Kelsterbach und ihrem Partner NH Projektstadt sowie in der medialen Unterstützung von der Agentur Urban Media Project.

Nachdem es Bürgermeister Manfred Ockel gelungen war, den Realisierungswettbewerb für den in die Jahre gekommenen Südpark in Kelsterbach durch die Städtebauförderung subventionieren zu lassen, gab es am Tag der Preisgerichtsentscheidung jede Menge zu tun: „Man hat nicht alle Tage die Chance fast 25 Hektar Fläche in so prominenter Stadtlage nach den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger neu zu gestalten, und dies noch unter den maßgebenden Kriterien der Klimaanpassung“.

Marion Schmitz-Stattfeld von der ProjektStadt, Integrierte Stadtentwicklung ergänzte: „Meine Mitarbeiter, allen voran der Projektleiter Daniel Weber, haben langen Atem bewiesen und zur großen Zufriedenheit der Stadt Kelsterbach sowie der Juroren alle Verfahrensschritte des europaweiten Wettbewerbs abgewickelt. Die Durchführung gelang auch aufgrund der Weitsichtigkeit der Städtebauförderung des Landes Hessens, unter der Leitung von Karin Jasch im Hessischen Wirtschaftsministerium.“

Besondere Aufgaben für die 13 Planungsbüros waren unter anderem die Aufwertung der Eingangssituationen und Wegeführung, die Verbesserung der inneren Orientierung und Sichtbeziehungen, ein energieeffizientes und klimaneutrales Beleuchtungskonzept, sowie eine belastbare Radinfrastruktur. Die Neukonzeption der generationsübergreifenden Sportbewegungs- und Gesundheitsangebote, die in der Pandemie an noch größerer Bedeutung gewonnen haben, stand dabei ebenso im Vordergrund wie die konfliktfreie Verortung von Grillmöglichkeiten, denn „die Menschen freuen sich jetzt schon auf das baldige neue soziale Miteinander“, so der Bürgermeister.

„Das Bedürfnis nach Ruhe und Erholungszonen, Naturbereichen in denen biologische Vielfalt auch für Bildungszwecke eingesetzt werden kann, war ein weiteres wichtiges Bewertungskriterium“ so Daniel Weber, Projektleiter des Wettbewerbs. Die stärkere Einbeziehung des Staudenweihers solle dabei keinesfalls die Anglerfreunde stören. Vielmehr solle der Weiher auch als naturnaher Naherholungsort emanzipiert werden, so Weber.

Nach einer zehnstündigen Preisgerichtsitzung verkündete der Vorsitzende des Preisgerichts Franz Reschke, Landschaftsarchitekt und Vertreter des gleichnamigen Berliner Büros, den Sieger: Das Büro „bbzl - böhm benfer zahiri“ aus Berlin. „Die Stadt Kelsterbach erhält mit dem einstimmig zur Realisierung empfohlenen Entwurf einen zukunftsfähigen Park, der der Vielfalt der Nutzungen einen robusten Rahmen gibt“, so Reschke.

Das Preisgericht begründete seine Entscheidung folgendermaßen: „Ausgehend vom Bestand entwickeln die Verfasser ein klares Raum- und Wegekonzept, das Südpark und Staudenweiher neu untereinander und mit den umgebenden Stadt- und Landschaftsräumen vernetzt. Vorhandene Gehölzstrukturen und die prägende Topografie werden zu klaren Gehölzclustern und Lichtungen weiterentwickelt. Dabei verstehen es die Verfasser mit relativ geringen Eingriffen in die Vegetation neue Qualitäten und Atmosphären zu entwickeln und die Kontraste zwischen waldartigen und wiesenhaften Bereichen positiv zu stärken.“

Stefan Hoffmann, Fachbereichsleiter des Bauamts der Stadt und einer der Sachpreisrichter ergänzte: „Positiv am Siegerentwurf sind die Gestaltungselemente. Die Freizeit- und Sportmöglichkeiten sind ebenso sinnvoll eingeplant, wie die Eingangs- und Übergangsbereiche. Der Staudenweiher wiederum bekommt eine einfaches Wegekonzept, das nicht in die Natur eingreift“.

Den zweiten Platz belegt das Büro „RMP Stephan Lenzen“ aus Köln, Anerkennungen erhalten die Büros „Weidinger Landschaftsarchitekten“ und „Planorama Landschaftsarchitektur“ aus Berlin.

Für ihre umfangreichen Ausarbeitungen und Entwürfe, erhalten die Sieger in der Reihenfolge ihrer Prämierung Preisgelder in einer Gesamthöhe von 62.000 Euro.

Manfred Ockel beglückwünschte die Sieger und hielt fest: „Wir wollen demnächst die Entwürfe auf unserer Internetseite Klimainsel Kelsterbach sowie in den sozialen Medien präsentieren. Im Mai 2021 wollen wir am bundesweiten Tag der Städtebauförderung in einem abstands- und hygienesicheren Picknick im Südpark den Bürgern die Siegerentwürfe vorstellen und erläutern. Somit können alle Interessierten sehen, wie unsere gemeinsame Reise in eine klimaneutrale Zukunft aussieht“. (ana / NH Projektstadt)

Preisgericht, Sachverständige und Vorprüfung

Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Franz Reschke

Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin

Prof. Ingrid Schegk

Schegk Landschaftsarchitekten, Haimhausen

Hiltrud Lintel

scape Landschaftsarchitekten GmbH, Düsseldorf

Christine Wolf

wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum

Tobias Mann

Mann Landschaftsarchitektur, Fulda

Stellvertretender Fachpreisrichter

Dr. Hans-Peter Rohler

foundation 5+, Kassel

Sachpreisrichter

Manfred Ockel

Bürgermeister Stadt Kelsterbach (SPD)

Stefan Hoffmann

Leiter Bauamt

Martin Klepper

Leiter Kommunalbetrieb

Jürgen Zeller

Vorsitzender Bauausschuss (SPD)

Stellvertretende Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter

Christine Breser

Stv. Fraktionsvorsitzende (CDU)

Kurt Linnert

Erster Stadtrat Kelsterbach (SPD)

Volker Schaarschmidt

Stv. Leiter Kommunalbetrieb

Sachverständiger

Jens Prüller

Landessportbund Hessen

Vorprüfung

Daniel Weber

ProjektStadt

Martina Fendt

ProjektStadt

Ulrich Eckerth-Beege

ProjektStadt

Leitung Verfahrenssteuerung Wettbewerb

Marion Schmitz-Stadtfeld

ProjektStadt