Der Klimawandel ist überall spürbar: heißere Sommer stellen Mensch, Natur und unsere Gemeinde vor große Herausforderungen. Gleichzeitig geht die Biodiversität zurück – viele Pflanzen- und Insektenarten verlieren ihren Lebensraum. Begrünung ist daher eine der wirksamsten und zugleich einfachsten Maßnahmen, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Mit der Aktion „Klimabalkon - gesucht“ sind Bürgerinnen und Bürger im Kreis Groß-Gerau eingeladen, ihren Balkon, ihre Dachterrasse oder die eigene Fensterbank naturnah zu gestalten – und damit aktiv etwas für Klima, Umwelt und Artenvielfalt zu tun.
Klimabalkon: Was ist das?
Ein Klimabalkon ist ein Balkon mit möglichst heimischen, standortgerechten und insektenfreundlichen Wildpflanzen, Kletterpflanzen, Kräutern oder Gemüsepflanzen. Diese sind an unser Klima angepasst und bieten Bienen, Schmetterlingen und vielen weiteren Insekten wertvolle Nahrung und Lebensraum. Gleichzeitig sorgen sie für mehr Grün, Blütenvielfalt und ein angenehmeres Mikroklima – besonders an heißen Sommertagen.
Mit Ihrem Klimabalkon schaffen Sie:
| • | eine natürliche Kühlung durch Verdunstung |
| • | einen Beitrag zum Schutz der Biodiversität |
| • | eine blühende Wohlfühloase direkt vor Ihrer Tür |
| • | eine natürliche Verschattung durch Kletterpflanzen |
| • | einen kleinen, aber wirkungsvollen Beitrag zur Klimawandelanpassung |
Tipps zum Bepflanzen eines Klimabalkons
| - | Geeignete Pflanzengefäße wählen aus langlebigen Materialien (z.B. aus Ton) in passender Größe mit Ablaufloch als Schutz vor Staunässe sowie Untersetzer oder Übertöpfe zur Wasserreserve oder mit Wasserspeicher – nutzen Sie auch die Vertikale |
| - | Lichtsituation prüfen, danach entscheidet sich die Pflanzenauswahl – sonnig, halbschattig, schattig, windig |
| - | Wählen Sie möglichst heimische, standortgerechte und insektenfreundliche Pflanzen oder Kräuter, - fragen Sie in lokalen Gärtnereien, Blumengeschäften oder auf dem Markt nach den richtigen Pflanzen |
| - | Unterschiedliche Blühzeiten von Frühjahr bis Herbst bieten Insekten und Vögeln bis in den Winter hinein durchgehend Nahrung |
| - | Nisthilfen und Wasserschalen für Insekten und Vögel |
| - | Chemikalien vermeiden – natürlichen Dünger verwenden |
| - | Gießen Sie sparsam, vorzugsweise morgens oder abends und nutzen Sie Regenwasser statt Trinkwasser zu verschwenden |
| - | Nutzen Sie torffreie Erde* |
*Warum torffreie Erde?
Torffreie Erde schützt Moore, die zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern der Erde gehören. Beim Torfabbau werden Moore entwässert, wodurch gespeicherter Kohlenstoff als CO₂ freigesetzt wird und wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Durch die Verwendung torffreier Erde kann man Moore, Klima und Biodiversität aktiv schützen.
Ausgabe von Wildblumensamen
Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich über die Aktion zu informieren. Am Mittwoch, den 3. Juni 2026 ist Klimamanager Julian Pfeffer von 15.30 bis 17.30 Uhr im Bürgersaal Nauheim mit einem Infostand präsent. Dort werden Wildblumensamen kostenfrei ausgegeben. Die Aktion findet parallel zum Repair- und Digitalcafé statt, einem Angebot des Ehrenamtsbüros Nauheim.
Projektstelle für Klimaschutz im Kreis Groß-Gerau
Zur Koordination der kommunenübergreifen Aufgaben wurde eine zentrale Projekt-Stelle für Klimaschutz eingerichtet. Diese ist seit Mai 2025 im Rathaus Mörfelden-Walldorf angesiedelt und wird von Isabel Bachem betreut.
https://www.moerfelden-walldorf.de/de/umwelt/interkommunale-zusammenarbeit
Als grafische und teilweise inhaltliche Grundlagen wurden die Kampagnenmaterialien „Grünlinge gesucht“ vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie verwendet, die durch den Klimaplan Hessen finanziert wurden.
Bei Fragen zur Aktion: klimaschutz@nauheim.de