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Nauheimer Gemeindespiegel
Ausgabe 29/2026
Aus unserer Gemeinde
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Vorstellung: „Musikförderung für Nauheim e.V.“

Silke Schneider, Vorsitzende der „Musikförderung für Nauheim e.V.“

Frau Schneider, Sie wurden im Juni zur neuen Vorsitzenden der „Musikförderung für Nauheim e.V.“ gewählt und haben das Amt von Michael Schneider übernommen. Zunächst: Herzlichen Glückwunsch!

Seit wann gibt es den Verein und welchen Zweck erfüllt er?

Der Verein besteht seit zirka drei Jahren und der Name ist Programm: Wir wollen die Musik in Nauheim fördern - und das möglichst breit. Deswegen bemühen wir uns um Sichtbarkeit dessen, was es schon gibt, schaffen Auftrittsmöglichkeiten, fördern die Ausbildung und führen eigene Musikveranstaltungen durch.

Wie viele Mitglieder zählt der Verein aktuell und wer gehört dazu?

Der Verein hat aktuell 21 Mitglieder, davon sind 13 Einzelpersonen, 6 sind Vereine und 2 sind Firmen.

Wie sind Sie zum Verein gestoßen?

Ich bin nicht dazu gestoßen, sondern die Idee stammt von Michael Schneider und mir. Wir waren die Initiatoren und die treibende Kraft hinter der Vereinsgründung. Wir haben den Bedarf gesehen und wussten aus unserem Engagement heraus, dass die Bedingungen bereits vor der Covid-19-Pandemie herausfordernd waren. Die „Corona-Zeit“ setzte vorhandenen Strukturen zu: Die ehrenamtliche Arbeit war schwieriger geworden. Musik wird häufig von Einzelpersonen oder Gruppen betrieben, die nicht vereinsmäßig organisiert sind. Ihnen eine Struktur, eine Sichtbarkeit und eine Stimme zu geben - das war eines unserer zentralen Anliegen.

Die „Musikförderung für Nauheim“ hat im Jahr 2023 den „Nauheim Music Award“ aus der Taufe gehoben. In diesem Jahr wird der Preis erneut vergeben. Wie kam es dazu?

Hier geht es ganz stark um das Thema „Sichtbarkeit“. Wir wollen musikalisches Engagement innerhalb der Musikgemeinde fördern. Deswegen haben wir uns an der bestehenden Sportlerehrung und der Auszeichnung für soziales Engagement orientiert und dem Gemeindevorstand analog eine Musikerehrung vorgeschlagen.

Leider wurde der Vorschlag abgelehnt - so haben wir beschlossen, dass wir das in Eigenregie durchführen. Nauheim verfügt über viele starke Persönlichkeiten und Institutionen in der Musik. Manche kennt man vielleicht, wie zum Beispiel unseren ersten Preisträger in der Kategorie „Lebenswerk Musik“, Andreas Gafke.

Andere verrichten einfach Tag für Tag ihre Arbeit, werden aber für selbstverständlich hingenommen. So wie die Mitarbeitenden des Bauhofs der Gemeinde Nauheim, die vergangenes Jahr mit der Ehrung für die Bereitstellung von Infrastruktur ausgezeichnet wurden. Es war ein Gänsehautmoment, als das fast komplette Team auf der Bühne stand und sich freute.

In Ihrer neuen Position: Auf welche Projekte und Veranstaltungen können sich Nauheimerinnen und Nauheimer in diesem Jahr freuen?

Ich fange nicht bei „Null“ an, sondern war in den vergangenen Jahren bereits Teil des Vorstands mit eigenen Projekten. Unsere Philosophie war immer: Jeder macht was er/sie möchte und so viel, wie er/sie kann. Meine „Babys“ waren hauptsächlich das Instrumentenkarussell „Soundcheck“ (diesmal am 12.09. von 15.00-18.00 Uhr im alten Schulgebäude) und die Musikerehrung „Nauheim Music Awards“.

Neben mir gibt es aber auch andere Engagierte, die zum Beispiel am 15.08. das Festival „Sound of Nauheim“ auf dem Kulturgelände am Seeweg organisieren.

An dieser Stelle:

Wir suchen dringend noch helfende Hände! Wer organisatorisch unterstützen möchte oder am Abend selbst Teil des Teams sein will, ist herzlich willkommen!

Ein Riesen-Projekt der letzten ein, zwei Jahre ist die Organisation des Kultursommers Nauheim, wo wir mit der Gemeinde Hand in Hand arbeiten. Wir sind Ansprechpartner für die Vereine und Organisationen, die Veranstaltungen durchführen wollen, stellen die Infrastruktur sicher und bündeln Interessen.

Das ist zwar nicht direkt sichtbar, aber wir merken dennoch, dass die Vereine diese Arbeit sehr wertschätzen.

Im Frühjahr hatten wir eine Schreib-/Malwerkstatt zum Thema „1175 Jahre Musik in Nauheim“ ausgerufen. Die Ergebnisse wollen wir im Herbst in Form einer Broschüre veröffentlichen. In diesem Zusammenhang ist außerdem auch ein Podcast entstanden, in dem sich Andreas Gafke und Gerald Stütz über ihre gemeinsamen musikalischen Wurzeln und die ganz unterschiedlichen Berufswege in der Musik austauschen.

Wenn Sie sich etwas in Bezug auf die Musik in Nauheim wünschen können - was wäre das?

Dass unser neues Nachwuchs-Blasorchester „Klangschmiede“ ein Erfolg wird!

„Klangschmiede“ - Können Sie dazu mehr erzählen?

Sehr gerne! Es ist nicht im eigentlichen Sinne ein Projekt des Fördervereins, sondern ein gemeinsames Einstiegs-Orchester von SKV und Musikverein.

Wir konnten zu unserem Glück einen Dirigenten mit Erfahrung im Aufbau von Nachwuchs-Orchestern gewinnen: Matthias Ambrosi spielt selbst Tuba und Schlagzeug und bietet bei Bedarf sogar Unterricht an - ein Service, der uns hier gefehlt hat. Er hat das Orchester übrigens explizit auch für Erwachsene geöffnet.

Das klingt ja toll! Wann sind denn die Proben?

Die nächste Probe ist am 11. August. Immer dienstags von 17: 00-18:00 Uhr in der ehemaligen Gemeindebücherei in der SKV-Halle.

Werden Sie und Ihre Mitstreiter auch 2027 diese Angebote weiter machen?

Wie gesagt: jede/r so viel, wie er/sie kann und möchte. Oder umgekehrt: Es hängt sicher einiges davon ab, ob wir auf Dauer aktive Mitstreiter/-innen gewinnen können. Wer mit uns der Meinung ist, dass Musik zu einem lebendigen Stadtbild gehört und das Leben lebenswert macht, ist jederzeit willkommen!