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Nauheimer Gemeindespiegel
Ausgabe 3/2026
Aus unserer Gemeinde
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Neujahrsgruß aus der Gemeindevertretung

Liebe Nauheimerinnen und Nauheimer,

die Magie des Weihnachtsfestes ist verschwunden, Neujahrsversprechen sind verklungen. Mit dem Tag Epiphania, dem Dreikönigstag am 6. Januar, enden die Rauhnächte, es beginnt der Alltag.

Ein schwieriges politisches Jahr ist zu Ende gegangen, lokal ebenso wie überregional.

Dem Gemeindevorstand, der Verwaltung, allen Gemeindebediensteten und Ehrenamtlichen ist zu danken für den vielfältigen Einsatz. Gemeinschaftlich und kooperativ wurden so Probleme unterschiedlichster Art abgearbeitet. Die Themen der kommunalen Verwaltung sind vielfältig, von der Grundversorgung, der Infrastruktur, der Fürsorge für Kinder und Jugendliche, Sicherheit und Brandschutz, sowie der soziale Kitt mit Musik, Kultur, Sport und Freizeitveranstaltungen. Strategische Projekte wie im Bauwesen und der Haushaltsplanung erfordern eine längere Vorlaufzeit. Die Konsequenzen und langfristigen Folgen von Entscheidungen müssen abgewogen werden. Anträge in der Gemeindevertretung bedürfen einer intensiven Diskussion, um aus Ideen Lösungsvorschläge und reife Beschlüsse mit hoher Zustimmung zu machen. Der Neuanfang im Mai erforderte eine Abstimmung der Fähigkeiten, Befugnisse und Kompetenzen. Wo gehobelt wird, fallen Späne, ein Kennzeichen, dass gearbeitet und angepasst wird. Spontane Ideen sind meist auf ein Thema fokussiert und stehen oft im Widerstreit zu langfristigen Lösungen. Mit einer offenen und vorurteilsfreien Diskussionskultur wird gestaltet, nicht gespalten.

Auch im neuen Jahr warten viele Aufgaben auf eine Erledigung. Die Planungsaufgaben für die Infrastruktur überschreiten meist den Horizont einer Legislaturperiode, egal ob Wohnraumverdichtung, Straßenbau, Gewerbegebiete oder Wärmeleitplanung. Hoch zu bewerten ist das Interesse der Bevölkerung, welches sich an der Beteiligung in den sozialen Medien ablesen lässt. Es ist ein Gradmesser für die Empathie und soziale Wärme. Der Meinungsaustausch, gegenseitige Hilfen und Ratschläge, privat wie in den Gremien, sind verbindende Elemente. Grundsätzlich kann ich feststellen, dass Diskussionen in der Gemeindevertretung manchmal hitzig, aber immer positiv und zielführend sind. Hierfür ein sehr großer Dank an alle Gemeindevertreter.

Leider ist Nauheim keine Insel der Glückseligkeit. Arbeitsgebiete von Kreis, Land sowie Vorgaben von Bund und der EU steuern unsere Ressourcen und belasten die Haushalte. Auch die Belange anderer Weltregionen beeinflussen unser Leben. Zollgesetze verändern die Handelsregeln und Handelswege, die Waren- und Finanzströme. Klimaveränderungen sind weltweit sichtbar, Steuerungsmechanismen müssen global umgesetzt werden. Am 24. Februar ist der 4. Jahrestag seit Kriegsbeginn in der Ukraine. Mehr als 4,5 Millionen Menschen haben ihr Land verlassen, ca. 1,5 Millionen wurden temporär in Deutschland aufgenommen. Die Kommune muss für Wohnraum, Kindertagesstätten, Schulen, Ausbildungsplätze, Krankenhäuser und soziale Hilfen sorgen.

Der Wahlkampf hat bereits begonnen. Vollmundige Versprechen scheitern meist an der Kassenlage. Oberstes Ziel muss es sein, den Zusammenhalt zu fördern, damit wir gemeinsam die Anforderungen im laufenden Jahr bestehen. Nach der Kommunalwahl im März müssen sich neue Verantwortungsträger in ihre Funktionen einfinden. Gewünscht wird eine personelle Verjüngung der Gemeindevertretung. Neue Gedanken, Ziele und Schwerpunkte erfordern sachgerechtes Vorgehen. Gemeinsam mit Pragmatik gegen Ideologie.

In diesem Sinne wünsche ich allen Bürgern einen guten Jahresanfang.

Nauheim 04.01.2026
Dr. Johann Siegl
Vorsteher der Gemeindevertretung