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Nauheimer Gemeindespiegel
Ausgabe 9/2026
Heimatmuseum Nauheim
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Wissenswertes zu Johann Peter Bajus

Peter Bajus, der Schnellläufer, nach der Natur gezeichnet von N. Müller am 03.02.1824

Im Rahmen des 1175-Jahre-Jubiläums werden vom Nauheimer Museumsverein in unregelmäßigen Abständen Episoden aus der langen Geschichte erzählt.

Der Ausnahmeathlet Johann Peter Bajus

Um Johann Peter Bajus (* 13.06.1795, † 18.02.1875) handelt es sich. Er ist in die Geschichte als Langstreckenläufer eingegangen, in einer Zeit, als an olympische Spiele oder Weltmeisterschaften noch nicht zu denken war. Er war ein Naturtalent und fiel das erste Mal auf, als er zu Beginn des Jahres 1824 den 16 Stunden langen Fußweg von Mainz-Kastel nach Frankfurt am Main und zurück in fünf Stunden zurücklegen wollte. Eine Wette zwischen ortsansässigen Metzgermeistern ließ den Nauheimer Tagelöhner Peter Bajus diesen Versuch wagen. Obwohl das Vorhaben knapp misslang, war es doch bemerkenswert, dass mehrere deutsche Zeitungen einen überschwänglichen Bericht der Lokalpresse nachdruckten, damit auch ihre Leser sich ein Bild von dem Wunderwesen, dem man sofort das Prädikat "Schnellfüßler" verlieh, machen konnten.

Schon bald fiel Bajus bei seiner Arbeit durch Schnelligkeit auf, womit er viele seiner Aufträge erledigte. So sollte er einmal für einen Bauern in dem zwei Stunden entfernten Weiterstadt Schweine kaufen. Er erhielt den Auftrag, als sich der Landwirt mit seiner Familie zu Tische setzte, und kehrte zurück, bevor die Mahlzeit beendet war. Der Bauer hielt es für unmöglich, dass Bajus seine Order schon ausgeführt hatte und begab sich selbst nach Weiterstadt; doch schon kam ihm ein Wagen mit den erworbenen Schweinen entgegen. Bajus musste tatsächlich die vier Stunden Fußstrecke in weniger als einer Stunde zurückgelegt haben.

Dem ersten Lauf im Januar 1824 folgten weitere und Bajus wurde zu einer Berühmtheit. Er bestritt viele Läufe mit viel Publikum.