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Riedstädter Nachrichten
Ausgabe 24/2021
Riedstadt - Panorama
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Aus Grau wird Grün

Auch in der Heinrich-Heine-Straße überwiegen derzeit wassergebundene Flächen

Ist-Zustand der Oppenheimer Straße: die vielen wassergebundene Flächen sollen in Grünflächen umgewandelt werden.

Bundesförderung von 1,2 Millionen Euro für Umwandlung versiegelter Flächen im Straßenbereich in Grünflächen

Die Stadt Riedstadt erhält 1,2 Millionen Euro Unterstützung aus Fördertöpfen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Diese positive Nachricht hat Bundestagsabgeordneter Stefan Sauer für die Büchnerstadt. Zur Teilnahme an diesem Modellprojekt haben das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) aufgerufen. Das Bundesprogramm hat zum Ziel, konzeptionelle und investive Projekte mit hoher Wirksamkeit für Klimaschutz (CO2-Minderung) und Klimaanpassung, mit hoher fachlicher Qualität, mit überdurchschnittlichem Investitionsvolumen oder mit hohem Innovationspotenzial zu fördern.

Das eingebrachte Projekt der Stadt Riedstadt nennt sich „Aus Grau wird Grün - Umwandlung versiegelter Flächen im Straßenbereich in Grünflächen“ und wird mit 1.248.893,10 Euro gefördert. Die Fördergelder sollen eingesetzt werden, um bisher wassergebundene Flächen zweier Straßenzüge der Stadt in Grünflächen umzuwandeln. Dabei handelt es sich um die Oppenheimer Straße und Heinrich-Heine-Straße im Stadtteil Wolfskehlen.

Beide Straßen weisen bei sehr breitem Straßenquerschnitt und großflächiger Versiegelung nur einen geringen Anteil an Grünflächen auf. Bisherige Verkehrsberuhigungsmaßnahmen sollen nun zurückgebaut werden und stattdessen insgesamt 1500 m² Grünflächen neu entstehen. Diese dienen zur Gewährleistung besseren Versickerns von Niederschlag bei Starkregen, sollen aber auch die Verkehrssituation dieser Straßen besser ordnen und insbesondere mehr Raum für Fußgänger schaffen. Mit dem Projekt soll der Grünflächenanteil in der Heinrich-Heine-Straße von 1.359 qm auf 2.459 Quadratmetern fast verdoppelt, in der Oppenheimer Straße von 178 qm auf 578 Quadratmetern mehr als verdreifacht werden, wie Matthias Harnisch von der Fachgruppe Umwelt erläutert.

Die Planung der Umgestaltung der beiden Straßenzüge soll unter frühzeitiger Bürgerbeteiligung erfolgen. Zudem können Anwohner in Absprache mit dem Umweltamt Patenschaften für die öffentlichen Grünflächen übernehmen und so zum Erhalt und Wohlergehen der insektenfreundlichen, regionalen und biodiversen Bepflanzungen beitragen.

„Öffentliche Grünflächen in einer Stadt fördern nicht nur das Wohlbefinden der Bevölkerung, sondern sind auch noch dienlich, um die Temperatur einer Stadt vor allem im Sommer zu senken und die Stadt auch freundlich für Insekten und Vögel zu machen. Ich freue mich sehr über die Anerkennung des Projekts und großzügige Unterstützung aus Berlin, die dieses Vorhaben in Wolfskehlen möglich macht“, erklärt Bürgermeister Marcus Kretschmann und betont: „Die Fachgruppe Umwelt hat unter Federführung von Matthias Harnisch dieses Projekt hervorragend vorbereitet, das war tolle Arbeit.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Sauer sieht den Klimaschutz gut unterstützt: „Angesichts sich wandelnder Lebensumstände und -realitäten ist es wichtig, an den richtigen Stellen wichtige Innovationen hin zu einer umweltfreundlicheren Umgebung durchzuführen. Dabei ist besonders der urbane öffentliche Raum von Relevanz. Aber auch auf der eigenen Fensterbank oder dem eigenen Garten kann jeder Einzelne eine Veränderung hin zu mehr Grün mitbeeinflussen. Dass die Stadt Riedstadt mit gutem Beispiel voran geht und dafür Unterstützung erhält, freut mich sehr.“

Das Projekt „Aus Grau wird Grün“ steht im Zusammenhang mit der kommunalen Biodiversitätsstrategie in Riedstadt (2010 beschlossen, 2019 aktualisiert). Riedstadt ist zudem Träger des Labels „Stadtgrün naturnah“ in Gold.