V. l. n. r.: Manfred Ockel, Bürgermeister Kelsterbach; Udo Sicker, TfK gGmbH; Stefan Glowitzki, Projektmanager Fraport AG; Felix Kreutel, Bereichsleiter Immobilien & Energie Fraport AG; David Rendel, Bürgermeister Raunheim
Am 26. November feierte das gemeinnützige Unternehmen Terminal for Kids (TfK) das Richtfest seiner im Bau befindlichen neuen Kindertagesstätte auf dem Mönchhofgelände. Im Schulterschluss mit den beiden Städten Raunheim und Kelsterbach, die sich das Gewerbegebiet Mönchhof teilen und in der neuen Kita Plätze belegen dürfen, entstehen hier 74 Betreuungsplätze – 24 für Kinder unter drei Jahren und 50 für Kinder über drei Jahren.
Die Plätze sollen zur Deckung des allgemeinen Bedarfs in den beiden Untermainstädten beitragen, nicht zuletzt aber auch den Kindern der auf dem Mönchhofgelände arbeitenden Berufstätigen zur Verfügung stehen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob die Kinder in Raunheim, Kelsterbach oder anderswo mit ihrem Wohnsitz gemeldet sind. Für die Betreuung der auswärtigen Kinder wird von deren Gemeinden die übliche, gesetzlich geregelte Ausgleichszahlung eingefordert – es sei denn, ein im Mönchhof ansässiges Unternehmen hat Plätze in der Kita gebucht und belegt diese mit Kindern seiner Mitarbeitenden. So hat etwa die Flughafenbetriebsgesellschaft Fraport, die auch Miteigentümerin der TfK gGmbH ist, einige Plätze in der neuen Kita für Kinder ihrer Beschäftigten reserviert.
Der Geschäftsführer der Terminal for Kids gGmbH, Udo Sicker, erinnerte an den langen Weg, der von der Idee bis zur Verwirklichung des Baus einer Kita auf dem Mönchhofgelände beschritten wurde, und an die vielen Schwierigkeiten, die sich auf der Strecke auftaten.
So habe es insbesondere Probleme mit den überörtlichen Aufsichtsbehörden gegeben, die wegen der außergewöhnlichen Lage der neuen Kita inmitten eines Gewerbegebiets und in unmittelbarer Nähe zur Eddersheimer Schleuse Bedenken zur Sprache brachten, als eigentlich alles schon in trockenen Tüchern zu sein schien. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung, insbesondere von der jeweiligen Dienststellenleitung und den beteiligten Verantwortlichen der Kommunen aus den Bereichen Bildung und Soziales sowie Stadtplanung, konnten die Einwände der Genehmigungsbehörden schließlich entkräftet und diese zur Zustimmung bewegt werden.
War der Weg zum ersten Spatenstich auch recht lang, wurde nun umso schneller gebaut und der Rohbau durch die Firma ML-Bau aus Sulzbach in lediglich drei Monaten fertiggestellt. Eröffnung der neuen Kita soll im kommenden Herbst sein. Der moderne Bau sieht unter anderem Lichtkuppeln und Elemente aus Sichtbeton sowie einen Außenbereich Richtung Main vor. Als Highlight wird ein vom Obergeschoss ausgehender Rundgang mit Glasdach geplant, von dem aus Sicht auf den Main und die Eddersheimer Schleuse besteht.
Raunheims Bürgermeister David Rendel zeigte sich beeindruckt von der kurzen und effizienten Bauphase und stellte angesichts der erlebten Schwierigkeiten heraus, dass die beiden Kommunen von Anfang an hinter dem Projekt gestanden hätten. „Die Tatsache, dass wir noch vor Weihnachten hier stehen und Richtfest feiern können, zeigt, wie engagiert alle Beteiligten mitgemacht haben, weil alle wirklich an den Gedanken glauben“, zeigte er sich zufrieden mit den gemeinsam unternommenen Anstrengungen, die nun zu einem sichtbaren Ergebnis geführt haben. Damit stünden den Raunheimer Eltern ab Herbst 2026 neun städtische, eine konfessionelle sowie zwei Einrichtung in freier Trägerschaft zur Verfügung, was den hohen Anspruch der Stadt Raunheim im Bereich Betreuung, frühkindliche Bildung und Familienfreundlichkeit untermaure.
Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel bezeichnete den Kitabau als „ganz besonderes Projekt“, nicht nur, weil es in interkommunaler Zusammenarbeit von Raunheim und Kelsterbach entstehe, sondern weil es „eher selten“ sei, dass Kitaplätze auch für die Kinder Erwerbstätiger, die nicht vor Ort wohnten, geschaffen würden.
Zudem verfüge die Kita über eine einzigartige Lage, die es den Kindern möglich mache, von der Kita aus die Passage der Schiffe durch die Schleuse zu verfolgen. Ockel lobte die schnelle Bauausführung als „sehr beachtlich.“ Auch für den Kitabetreiber TfK hatte Kelsterbachs Bürgermeister ein Lob parat, das dessen qualitativ hochwertigen Betreuungsleistungen galt.
Den traditionellen Richtspruch brachte Matthias Lanz, Inhaber der bauausführenden Firma, aus. Er wünschte Glück und Segen für das neue Haus sowie seine zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer.