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Raunheim aktuell
Ausgabe 13/2026
Amtlicher Teil
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Positive Effekte von Regeln und Grenzen

Andrea Lauriolle-Müller berät Eltern auch bei kostenfreien Vorträgen im Familienzentrum.

Elterninfos im Familienzentrum

 

„Ein Kind, das alles darf, was es will, weiß nicht, was es soll!“. Mit diesem Satz leitet Andrea Lauriolle-Müller, aufsuchende Elternberaterin der Stadt Raunheim, ihren Vortrag „Regeln und Grenzen“ ein, den sie in der zweiten Jahreshälfte für das Familienzentrum in den Kindertagesstätten Drachenland, Sterntaucher und Schwalbennest halten wird. Sie spricht über Bedeutung, Nutzen und Merkmale von Regeln und Grenzen sowie über die Folgen fehlender Grenzen – und wie sie im Idealfall konstruktiv gesetzt werden.

 

Orientierung geben

Regeln und Grenzen begegnen uns in allen Lebensbereichen. „Für ein funktionierendes Zusammenleben benötigen wir Strukturen und Orientierung“, unterstreicht Lauriolle-Müller. Ab dem ersten Lebensjahr wird ein Kind zunehmend autonomer in seinem Verhalten. Dies bedeutet für die Eltern, die ersten bewussten Regeln zu setzen.

 

Denn es hat Folgen für Kinder und Eltern, wenn es keine Grenzen gibt. Die aufsuchende Elternberaterin benennt einige von ihnen: Überforderung, fehlendes Durchhaltevermögen, unrealistisches Selbstbild, aggressives Verhalten, Konflikte im Zusammenleben, unangenehme Situationen im Umfeld.

 

Grenzen bringen Klarheit

Grenzen haben positive Effekte. Denn sie bieten Orientierung, der Spielraum für Handlungen wird überschaubarer, die Verantwortung für das eigene Handeln wird geschult und die sozialen Kompetenzen geübt. „Grenzen sind klare Aussagen, die verständlich machen, was von der Gesellschaft erwartet wird“, unterstreicht Lauriolle-Müller ihre Bedeutung. Sie lassen gleichwohl auch Raum für Ausnahmen.

Gewusst, wie!

Dabei ist es nicht unerheblich, wie Eltern ihren Kindern Regeln und Grenzen beibringen. Die Elternberaterin hat einige Tipps: Einer davon ist Mut: „Trauen Sie sich, nein zu sagen“, betont sie. Nicht mehr als acht Worte benutzen, um verständlich zu bleiben. Es dürfen auch Alternativen angeboten werden. Wichtig ist, keine Konsequenzen anzudrohen, wenn sie nicht eingehalten werden können oder wollen.

 

Eltern sind wie bei vielen anderen Dingen auch hier Vorbild. Deshalb sollten sie eigene Fehler eingestehen, zuverlässig und berechenbar sein und im Umgang und in der Kommunikation dem Kind aufmerksam gegenüber sein und das Smartphone weglegen. Ein Kind freut sich auch über Lob bei richtigem Verhalten. Feste Strukturen erleichtern im Allgemeinen zudem den Familienalltag.

 

Gefühl der Sicherheit vermitteln

Das Kind kann altersgerechte Entscheidungen durchaus auch selbst treffen. Aber: „Sie sind der Erwachsene“, betont Lauriolle-Müller. Deshalb müssen die Eltern die Verantwortung für das Kind übernehmen, Entscheidungen treffen und ihm das Gefühl der Sicherheit geben.

 

„Verlieren Sie Ihren Humor nicht!“, rät die Elternberaterin zudem. Denn Regeln und Grenzen müssen geübt werden. Aber ein Kind begreift Regeln erst etwa ab dem sechsten Lebensjahr und will die Eltern gar nicht ärgern, wenn es gegen sie verstößt.