Einmal Indien und zurück hieß es am 27. Mai im Raunheimer Bürgersaal. Der Innovation Hub RheinMain – Zweckverband Asien hatte zu einem indischen Community-Abend eingeladen. Rund 90 Gäste, vorwiegend aus den indischen Communitys der „Drei-Gewinnt“–Städte Raunheim, Rüsselsheim am Main und Kelsterbach, erlebten einen Abend mit Gesprächen, tänzerischen Darbietungen und indischen Snacks. Durch den Abend führte Rahul Kumar, Berater des Hubs.
Der Innovation Hub ist eine Marke des von den Kommunen Raunheim, Rüsselsheim am Main und Kelsterbach getragenen Zweckverbands Städtenetzwerk Asien, der aus dem Zweckverband Fernost hervorgegangen ist. Er versteht sich als Vermittler zwischen den Wirtschaftsräumen Asiens und dem Rhein-Main-Gebiet sowie als Dienstleister für in der Region ansiedlungswillige Firmen aus Asien mit dem Schwerpunkt Indien.
Zu den Ehrengästen des Abends gehörten Shri Bhupendra Singh Nikhupra, Konsul für Handel und Politik beim Indischen Konsulat in Frankfurt, Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt, Raunheims Bürgermeister David Rendel und sein Amtskollege und Verbandsvorsitzender aus Kelsterbach, Manfred Ockel, sowie James Montague, Mitglied des Ausländerbeirats Raunheim. Gemeinsam mit Stephan Wittekind, CEO des Innovation Hubs, diskutierten sie in ihren Redebeiträgen und bei einem Podiumsgespräch die strategische Kooperation. Dabei standen sie auch für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.
„Der Innovation Hub hat den Start gemacht und den Mut gehabt, auf Indien zuzugehen“, eröffnete Kumar den Abend. Indien sei mehr als die größte Demokratie der Welt, stellte Hausherr Rendel fest. Es sei ein Land voller Dynamik, Innovationskraft, Unternehmergeist und kultureller Vielfalt. „Raunheim, Kelsterbach und Rüsselsheim haben sich auf den Weg gemacht und ihre Kräfte gebündelt. Unter dem gemeinsamen Dach des Innovation Hub RheinMain verfolgen wir das Ziel, internationale Kooperation aktiv zu gestalten“, sagte Raunheims Bürgermeister.
Internationale Unternehmen und Startups aus Asien und insbesondere aus Indien solle der Zugang nach Europa ermöglicht werden. Der Innovation Hub verstehe sich als Brücke zwischen den Wirtschaftsräumen Asiens und der Rhein-Main-Region. Ihn freue besonders, dass sich die Beziehungen zu Indien in den vergangenen Monaten nochmals intensiviert haben, betonte Rendel.
Kelsterbachs Rathauschef Ockel informierte unterdessen über die Entstehung des Zweckverbandes und gestaltete die Ziele des Innovation Hub im Detail aus. „Unser Ziel ist es, indische Investoren, indische Firmen für Europa zu interessieren und sie auf unsere drei Kommunen zu fokussieren“, erläuterte er.
Umgekehrt sollen hier bereits ansässige Firmen für Investitionen nach Indien und in den asiatischen Raum beworben werden. Die drei Städte hätten beispielsweise bei der Asia Pacific Conference in Neu-Delhi viele Kontakte knüpfen können. Das Credo des Innovation Hub sei, Firmen an die Hand zu nehmen und zu unterstützen.
Konsul Nikhupra erinnerte in seiner Rede an 75 Jahre diplomatischer Beziehung zwischen Deutschland und Indien. Er verwies auf die Anzahl von 300.000 Menschen indischer Herkunft, die in Deutschland leben. Darunter würden sich Fachkräfte verschiedener Disziplinen befinden. Er lud zudem dazu ein, sein Land zu besuchen, um die wahren Bräuche und die authentische Kultur kennenzulernen.
Bally Kalsi, CEO der EELS Logistics GmbH, informierte über das auf dem Mönchhof ansässige und in ganz Deutschland operierende Unternehmen. Er sprach von einer großen Motivation junger Menschen, die Teil des Innovation Hub und seiner Erfolgsgeschichte werden wollten.
OB Burghardt berichtete von den Erfahrungen, die er mit den zwei Bürgermeistern bei der Delegationsreise der drei Städte während des einwöchigen Besuches in Indien gemachte hatte. „Es ist eine ganz andere Welt mit anderen Herausforderungen“, stellte er fest. Ihm habe die Herzlichkeit und die Offenheit der Menschen beeindruckt.
Wittekind informierte unterdessen die Anwesenden über die Ansiedlung von bereits sieben indischen Firmen im vergangenen Jahr. Mit fünf Unternehmen seien zudem Absichtserklärungen für eine Ansiedlung unterzeichnet worden, mit fünf weiteren, darunter auch koreanische, stehe der Innovation Hub in der Vorbereitung für eine Vertragsunterzeichnung. „Wir führen wöchentlich Vertragsverhandlungen mit etwa 25 bis 30 Firmen“, berichtete er.
Den Rahmen des Abends bildeten zwei Tanzdarbietungen. Eshita Roy führte ein Kathak-Solo auf, das einen Einblick in die klassische Tanztradition Nordindiens gab. Neha Attri und ihre Gruppe präsentierten mit „Utsav – Festivals of India“ eine Choreografie, die unterschiedliche Feste und kulturelle Traditionen Indiens aufgriff.
Bei einem gemeinsamen Essen mit traditionellen Gerichten des Restaurants Namaste India aus Raunheim kamen die Gäste miteinander ins Gespräch und ließen den Abend ausklingen.