Welche Aufgaben hat eigentlich ein Bürgermeister? Wie werden Entscheidungen in einer Stadtverwaltung getroffen? Und welche Ideen haben Grundschulkinder für Raunheim? Um sich zu diesen und anderen Themen auszutauschen hatte die Schülerkonferenz der Raunheimer Pestalozzischule zusammen mit Schulleiterin Sabrina Strub und der sozialpädagogischen Fachkraft Christian März Bürgermeister David Rendel am 2. Februar 2026 zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen.
Die Schülerkonferenz besteht aus den jeweiligen Klassen- und Jahrgangssprecherinnen und -sprechern und tagt in der Regel einmal im Monat. Dort können Kinder Themen aus dem Schulalltag besprechen und Anregungen einbringen. Ergänzt wird sie durch den wöchentlichen Klassenrat in den einzelnen Klassen.
Zu Beginn des Austauschs erzählten die Kinder, was sie sich unter der Arbeit eines Bürgermeisters vorstellen: „Irgendwas mit Terminen“ und „Du baust Spielplätze!“ waren einige Antworten. Rendel erläuterte, dass seine Hauptaufgabe darin bestehe, die Stadt Raunheim sowie die Stadtverwaltung zu leiten und zu organisieren. Dazu gehöre zum Beispiel, Vorschläge zu machen, wie das Geld der Stadt eingesetzt wird. Dabei müsse genau geschaut werden, was kurzfristig umgesetzt werden könne, was vielleicht etwas mehr Zeit brauche oder auch noch etwas warten könne. Auch die Verantwortung für die Mitarbeitenden im Rathaus, in den Kitas und für die Stadtpolizei gehören dazu.
Ein Kind berichtete, seine Mutter arbeite ebenfalls im Rathaus – im Standesamt, wie sich herausstellte. Der Bürgermeister erläuterte, dass es zu den Aufgaben des Standesamtes auch gehöre, Menschen miteinander zu verheiraten. „Macht das denn Spaß, Leute zu verheiraten?“ fragte eines der Kinder neugierig. „Das ist super cool“, reagierte Rendel, der seit einem Jahr ebenfalls Eheschließungsstandesbeamter ist, darauf lachend.
Während der Konferenz sprachen die Kinder auch darüber, was aus ihrer Sicht in Raunheim bereits gut funktioniere: die Spielplätze, die Kindergärten oder das Einkaufszentrum „in dem einfach alles an einem Ort ist“.
Gleichzeitig äußerten einige Schülerinnen und Schüler den Wunsch nach mehr Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, darunter auch schon ganz konkrete Ideen für ein Jugendzentrum. Bürgermeister Rendel erklärte, welche Angebote es bereits gibt: Darunter das Jugendcafé, die mobile Jugendarbeit, die Lernstation und das Lerntreff sowie die zahlreichen Veranstaltungen in der Mediathek und im Familienzentrum.
Darüber hinaus formulierten die Kinder verschiedene Wünsche und Anregungen, etwa in den Bereichen Verkehrssicherheit, vor allem rund um die Schule, Sauberkeit, Barrierefreiheit, Freizeitangebote und Grünflächen.
Ein Highlight war die Präsentation der Klasse 4e: Die Kinder hatten ein Konzept für ein Kinder- und Jugendzentrum ausgearbeitet, mit Skizzen, Bau- und Lageplänen. Sie erklärten, wie das Zentrum genutzt werden könnte, welche Öffnungszeiten sinnvoll wären und welche Regeln gelten sollten. Im Internet hatten sie auch schon nach einem entsprechenden Standort recherchiert.
Bürgermeister Rendel und Schulleiterin Strub erklärten den Kindern, dass ihre Vorschläge zunächst im Rathaus weitergegeben, dann geprüft und mit den zuständigen Personen besprochen werden. Dabei wird geschaut, wer welche Aufgaben übernehmen kann, welche Ideen bereits umgesetzt werden oder in Planung sind. Auch erfuhren die Kinder, dass manche Maßnahmen nicht sofort umgesetzt werden könnten, sondern noch mit weiteren Stellen abgestimmt werden oder rechtliche Vorgaben beachtet werden müssten.
Für die Kinder war es spannend, einen Einblick in die Arbeit der Stadtverwaltung zu erhalten, aber auch eine Gelegenheit, gesehen zu werden, Fragen zu stellen und ihre Ideen direkt einzubringen. Für den Bürgermeister war es eine gute Gelegenheit, um aus erster Hand zu erfahren, was Kinder in der Stadt bewegt.