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Raunheim aktuell
Ausgabe 5/2026
Seite 5
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Langfristige Strategie zahlt sich aus

Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Raunheim erholen sich

Die Stadt Raunheim hat im vergangenen Jahr die Auswirkungen der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten deutlich zu spüren bekommen. Insbesondere Veränderungen in den internationalen Handelsbeziehungen führten dazu, dass geplante Gewerbesteuereinnahmen in erheblichem Umfang ausblieben.

„Es ist eine enorme Herausforderung für eine Kommune, wenn plötzlich rund 15 Millionen Euro an erwarteten Einnahmen wegfallen“, blickt Bürgermeister David Rendel auf die Situation zurück. Als Handels- und Dienstleistungsstandort ist Raunheim in besonderem Maße von stabilen internationalen Wirtschaftsbeziehungen abhängig. Viele Unternehmen mussten ihre Gewinnerwartungen nach unten korrigieren – mit unmittelbaren Folgen für den städtischen Haushalt. Die einfache Konsequenz: Sinkende Gewinne führen unmittelbar zu sinkenden Gewerbesteuereinnahmen.

Dennoch konnte die Stadt drastische Steuererhöhungen vermeiden. Möglich wurde dies unter anderem durch Rücklagen aus dem Eigenbetrieb Stadtentwicklung sowie durch die stabile wirtschaftliche Struktur der Stadt.

„Die Reserven aus den vergangenen Jahren haben uns Handlungsspielräume eröffnet. Gleichzeitig war für mich klar, dass sich unsere über viele Jahre angelegte Entwicklungsstrategie auch in schwierigen Zeiten bewähren würde“, so Rendel. Er dankte zugleich der Stadtverordnetenversammlung, die diesen Kurs mitgetragen habe und damit erhebliche Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger verhindern konnte.

Ein entscheidender Faktor ist die Entwicklung der lokalen Wirtschaftsstruktur: In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich Raunheim bewusst von einseitigen Abhängigkeiten gelöst und einen breiten Branchenmix aufgebaut. Dadurch können Schwankungen einzelner Wirtschaftszweige heute deutlich besser abgefedert werden.

Mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen bleibt die Stadt vorsichtig: „Wir werden weiterhin verantwortungsvoll und zurückhaltend planen, bis zusätzliche Einnahmen – etwa durch neue Rechenzentrumsstandorte – dauerhaft zur Verfügung stehen. Exorbitante Steuererhöhungen sind für das Jahr 2026 jedoch nicht vorgesehen“, so der Bürgermeister.

Rendel betont abschließend, dass die aktuelle Entwicklung kein kurzfristiger Effekt sei: „Die wirtschaftliche Stabilisierung fast auf das Niveau von 2024 kommt nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis langfristiger Entscheidungen und einer konsequenten Stadtentwicklungspolitik. Bei allen politischen Differenzen – auch im laufenden Kommunalwahlkampf – zeigt sich, dass der Weg, den wir über weite Strecken gemeinsam und parteiübergreifend gegangen sind, richtig war.“