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Raunheim aktuell
Ausgabe 6/2026
Amtlicher Teil
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Alternativen zu Fernsehen und Smartphone

Alternativen zu elektronische Medien und zu deren optimalem Einsatz im Familienalltag gab Andrea Lauriolle-Müller im Familienzentrum.

Viele Eltern nutzten die Gelegenheit, sich bei dem Vortrag zu informieren.

Ein PowerPoint-Vortrag sowie viel Anschauungs- und Informationsmaterial wartete auf die teilnehmenden Eltern.

Haptische Spiele fördern die alle Sinne, die wichtig für eine gute Entwicklung jeden Kindes sind.

Tipps für Eltern im Familienzentrum

Andrea Lauriolle-Müller besucht als Elternberaterin junge Familien, gibt ihnen Tipps und Ratschläge für die Förderung ihrer Kinder. „Bei meinen Besuchen habe ich festgestellt, dass Medien in den Familien eine ganz große Rolle spielen“, sagt sie. Schon die Jüngsten kommen mit Medien in Berührung, schauen Fernsehen oder beschäftigen sich mit Tablets und Smartphones. Zum Teil werden diese Geräte genutzt, während die Eltern den Haushalt erledigen.

Folgen des Medienkonsums

Familienzentrum Anfang März den Vortrag „Alternativen zu Fernsehen und Co.“ an. „Den Eltern ist oft gar nicht bewusst, welche Auswirkungen ein unangemessener oder hoher Medienkonsum hat. Sie kennen aber auch keine Alternativen“, weiß sie. Denn auch bei ihren Hausbesuchen stellt sie andere Möglichkeiten für die Beschäftigung vor, die von Eltern oft gerne als neue Ideen aufgenommen werden.

Entwicklung der Sinne

Lauriolle-Müller weist darauf hin: „In den ersten drei Lebensjahren eines Kindes bieten elektronische Medien keinen Mehrwert“. In dieser Zeit lernen Kinder besonders viel über ihre Sinne und durch unmittelbare Erfahrungen. Elektronische Medien können diese Sinneseindrücke nicht ermöglichen, denn die zur Entwicklung nötigen Reize entstehen vor allem durch Berühren, Fühlen und Ausprobieren. Auch der Austausch mit anderen Menschen spielt eine wichtige Rolle für die Sprachentwicklung, die durch die einseitige Kommunikation von elektronischen Medien nicht in dieser Form gegeben ist.

Bildschirmzeit beschränken

Kinder unter drei Jahren sollten – wenn überhaupt – deshalb möglichst nicht länger als 20 Minuten Medien wie Fernseher, Computer und Smartphone und nur in Begleitung von Erwachsenen benutzen.. Für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren ist eine maximale Zeit von 30 Minuten empfohlen.

Eltern als Vorbild

Auch der eigene Umgang mit Medien kann im Familienalltag eine Rolle spielen. „Eltern sind Vorbilder“, betont Lauriolle-Müller. Wenn Erwachsene viel und intensiv Zeit mit Medien verbringen, kann es für Kinder schwieriger sein, in diesen Momenten Aufmerksamkeit zu bekommen.

Von Basteln bis Puzzeln

Welche Alternativen gibt es, die Kinder begeistern und ihre Entwicklung unterstützen können? Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren schauen häufig gerne Bilderbücher an. Regelmäßiges Vorlesen kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Auch Bild- und Musikbücher, die mit Bookii- oder TipToi-Stiften entdeckt werden können, sind für viele Kinder interessant. Gemeinsam Fingerspiele machen, Reime aufsagen oder singen gehört ebenfalls dazu. Weitere Möglichkeiten sind Basteln, Malen, Kneten, Puzzeln oder Verkleiden. Beim Basteln können Alltagsmaterialien aus dem Haushalt eine gute Inspirationsquelle sein.

Auch für drei- bis fünfjährige Kinder bleiben Bilderbücher spannend und fördern den Wortschatz. Viele Kinder hören weiterhin gerne zu, wenn ihnen vorgelesen wird, und erzählen Geschichten anschließend selbst nach. Spiele im Freien fördern außerdem Bewegung und gemeinsames Erleben. Lernspiele können ebenfalls eine interessante Beschäftigung sein. Auch für den Computer gibt es Angebote, die Wissen vermitteln.

Aufgaben der Eltern

Lauriolle-Müller empfiehlt Eltern, die Mediennutzung ihrer Kinder zu begleiten, gemeinsam Regeln festzulegen und auf angemessene Zeiten zu achten. Wichtig sei außerdem, Inhalte altersgerecht auszuwählen und mit Kindern über Medien zu sprechen. Ein weiterer Hinweis lautet: Während der Mahlzeiten und mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen möglichst auf Medien zu verzichten.

Im Rathaus ist außerdem ein Flyer der Stadt Raunheim erhältlich, der über die Mediennutzung von Kindern informiert.