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Raunheim aktuell
Ausgabe 9/2026
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Das Spiel mit den Maschen im Haus unter der Linde

Beim Häkeln und Stricken entstehen Unikate

Im Seniorenberatungs- und Hilfezentrum Haus unter der Linde in der Bahnhofstraße 12 sind Seniorenberaterin Yousra Asbai und Seniorenbeauftragte Carmen Marx gerne für die Sorgen und Nöte älterer Menschen da. Der moderne Anbau des 2011 eröffneten Hauses mit seinem renovierten Fachwerk ist aber auch ein Treffpunkt für Seniorinnen und Senioren. Hier gibt es die neben saisonalen Veranstaltungen auch regelmäßige Freizeitangebote wie das gemeinsame Mittagessen, den Spielenachmittag, das Gedächtnistraining, „Maschenspielereien“ und Handweben, die sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit erfreuen. Wir stellen sie Ihnen in unserer Serie nach und nach vor. Diesmal im Fokus: die Maschenspielereien.

 

Alle zwei Wochen trifft man sich bei Wolle und Garn

Im Haus unter der Linde tanzen im Rhythmus von 14 Tagen jeweils am Montagabend Hände und Nadeln, die spielerisch leicht Wollfäden im Takt bewegen. Auf den Tischen liegen bunte Wollknäuel, Häkel- und Stricknadeln sowie Muster mit Anleitungen. Die Anwesenden lassen die Fäden geschwind durch ihre Finger gleiten und zählen Maschen.

Maschenspielereien nennt sich das Handarbeitsangebot im Haus unter der Linde, das vor 13 Jahren seine Premiere feierte. Inzwischen leitet Heike Galemann diesen Handarbeitskreis. Sie ist nahezu von Anfang an dabei. „Ich habe die Leitung gerne übernommen, nachdem die Vorgängerin nach der Coronapandemie aufgehört hat“, versichert sie.

Freie Handarbeit ohne Anleitung

Im Haus unter der Linde wird also fleißig gehäkelt und gestrickt. Und dies ohne persönliche Anleitung. „Hier wird nichts vorgegeben. Das bedeutet, jeder darf und kann produzieren, was er möchte“, beschreibt Galemann das Konzept. Bei den fertigen Arbeiten handelt es sich deshalb um Unikate. Unter den Händen der Teilnehmerinnen entstehen hübsche farbige Tücher, Strümpfe, Decken, Pullis, Schals und andere Dinge. „Die Sachen werden auch hier getragen“, stellt eine Teilnehmerin stolz fest.

 

Gegenseitiger Austausch und Hilfestellung

Es steht aber nicht nur die praktische Handarbeit im Zentrum der Maschenspielereien. Es ist auch Gelegenheit, sich über Techniken, Muster und Ideen auszutauschen. „Wir geben uns gegenseitig Hilfestellung, man lernt auch mal was anderes kennen“, sagt Galemann.

 

Stricken und Häkeln ist wieder in

Die Kursleiterin beobachtet, dass Stricken und Häkeln durchaus wieder im Trend liegen. Dies besonders bei jungen Müttern. „Es entsteht etwas Eigenes und eine besondere Liebe zu dem Kleidungsstück“, ist sie überzeugt. Abgesehen davon ist es möglich, die Qualität je nach Wahl der Wolle selbst zu bestimmen. Man kann also auf die eigenen Bedürfnisse eingehen. „In der Handarbeit steckt viel Energie und Zeit“, betont sie aber auch.

 

 

Maschenspielereien gegen Vereinsamung

Der gesellschaftliche Aspekt spielt bei den Maschenspielereien ebenfalls eine wichtige Rolle. Unterschiedliche Charaktere treffen sich und tauschen sich aus. Die anwesenden Frauen sprechen über Alltagserlebnisse, über Politik, über Raunheim. Das Handarbeitsangebot ist daher auch eine gute Möglichkeit, um unter Menschen zu kommen und nicht zu vereinsamen. Hin und wieder steht auch mal ein leckerer Kuchen auf dem Tisch. „Kapazität ist noch vorhanden. Auch Männer sind gerne willkommen“, wirbt Galemann.

Caroline De Leo ist die Jüngste im Kreis. „Ich möchte etwas dazulernen. Das ist hier wie ein Buch zu lesen“, meint sie. Brigitte Reichmann gehört seit dem Start dazu. Ihr gefallen die Gemeinschaft und der Austausch, das Arbeiten mit Gleichgesinnten.

Galemann macht auf einen weiteren nicht zu unterschätzenden Aspekt aufmerksam: „Häkeln und Stricken fördern die Motorik und das Gedächtnis“. Denn man muss ein geschriebenes Muster umsetzen, Maschen und Reihen zählen. Das hält fit.

Die Maschenspielereien im Haus unter der Linde in der Bahnhofstraße 12 finden 14-täglich jeweils montags von 17 bis etwa 20 Uhr statt.