Mehr als 60 Menschen beteiligen sich an der Herbstputz-Rallye in Trebur, Astheim und Geinsheim
Bei bestem Müllsammel-Wetter folgten am vergangenen Samstag mehr als 60 Menschen dem Aufruf der Gemeinde Trebur zur diesjährigen Herbstputz-Rallye. In drei Ortsteilen machten sich Vereine, Familien, Bürgerinnen und Bürger sowie weitere engagierte Helferinnen und Helfer auf den Weg, um öffentliche Flächen und bekannte „Müll-Hotspots" von Unrat zu befreien. Organisiert wurde die Aktion vom Umweltamt der Gemeinde Trebur.
Mit dabei waren unter anderem die Trewwerer Kerweborsch und Kerwemädscher, die Naturfreunde, der NABU, der Naturistenbund (NB), der Modellflugsportverein (MFSV), Vertreter der Fraktion FWT sowie die Kinder- und Jugendförderung (KiJu). Auch einige Kurzentschlossene schlossen sich spontan der Aktion an.
Besonders stark vertreten waren die Kerwemädscher und Kerweborsch, die bestens vorbereitet mit Bollerwagen an den Start gingen. Auch der Modellflugsportverein zeigte großen Einsatz: Obwohl nur wenige seiner Mitglieder in Trebur wohnen, unterstützten zehn Vereinsmitglieder die Müllsammelaktion in Astheim. Vereinsvorsitzender Ernst Dembowsky hatte bereits im Vorfeld signalisiert: „Setzt uns dort ein, wo noch Helfer gebraucht werden. Das Gelände um unseren Verein halten wir sowieso sauber."
Auch in Geinsheim wurde spontan angepackt. Ein Paar mit Hund erklärte sich kurzerhand bereit, zum Kornsand zu fahren und dort den Parkplatz sowie einen angrenzenden Strandabschnitt vom Müll zu befreien. Die Mitglieder des Naturistenbundes sammelten am Steindamm und damit sozusagen „vor der eigenen Haustür". Auch die Naturfreunde sorgten für Sauberkeit rund ums eigene Vereinsgelände.
Die KiJu war mit zwei Gruppen unterwegs. Die Kinder und Jugendlichen sammelten unter anderem im Verneuilpark und an verschiedenen Spielplätzen. Vertreter der FWT beteiligten sich ebenfalls an der Aktion und nutzten die Gelegenheit, kritisch zu hinterfragen, wie die Gemeinde dazu beitragen kann, Müll im öffentlichen Raum künftig weiter zu reduzieren - beispielsweise durch mehr oder größere Mülleimer an besonders belasteten Stellen.
Vom Schlauchboot bis zur Porzellan-Teekanne
Mit vereinten Kräften kam eine beträchtliche Menge Müll zusammen. Insgesamt wurden 65 Müllsäcke (60 l/ Sack) ausgegeben, dazu kamen etliche Sperrmüllstücke. Wie schon in den vergangenen Jahren waren auch diesmal einige skurrile Fundstücke dabei: Am Rheinstrand wurden unter anderem ein Schlauchboot und eine Porzellan-Teekanne entdeckt. Hinzu kamen Autoteile und mehrere Schuhpaare - teilweise sogar noch in gutem Zustand.
Natürlich fehlten auch die „Klassiker" nicht: leere Glasflaschen und unzählige Zigarettenstummel fanden sich in der Natur.
Gerade diese beiden Abfallarten stellen eine besondere Belastung dar. Glas zersetzt sich nicht und kann als Scherbe zur Gefahr für Menschen und Tiere werden. Auch Zigarettenstummel verschwinden nicht einfach: Die Filter benötigen viele Jahre, um sich zu zersetzen. Dabei gelangt eine Vielzahl von Schadstoffen in die Umwelt.
Einige der kuriosen Fundstücke sind aktuell als kleine Müllausstellung im Rathaus zu sehen. Dort wird zugleich erläutert, warum das Problem nicht damit endet, dass der Müll aus dem Blickfeld verschwindet. Unter dem Gedanken „Das Müll-Problem endet nicht, wenn man den Müll nicht mehr sieht" werden die langfristigen Folgen von Abfällen in der Umwelt thematisiert.
Gemeinsam für eine saubere Gemeinde
Die Herbstputz-Rallye ist ein Gemeinschaftsprojekt, das nur durch das Engagement vieler Beteiligter möglich ist. Ein besonderer Dank gilt deshalb neben allen Müllsammlerinnen und Müllsammlern auch den zahtreichen Unterstützern der Aktion.
Eine wichtige Rolle übernahm der Bauhof. Als Start-und Endpunkt der Veranstaltung war er zentrater Bestandteil der Aktion. Drei Mitarbeiter des Bauhofs sorgten dafür, dass die gefüllten Mültsäcke aus den verschiedenen Ortsteilen eingesammelt und anschließend fachgerecht entsorgt wurden.
Die große Menge des in der Natur herumliegenden Mülls macht dabei auch deutlich, welch zeitintensive Zusatzarbeit für den Bauhof entsteht. Die Entsorgung gehört normalerweise zu den vielfältigen Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – zusätzlich zu all den anderen Tätigkeiten, die im Gemeindegebiet anfallen. Diese Arbeit wird im Alltag häufig erst dann wahrgenommen, wenn Müll einmal nicht zeitnah beseitigt wird.
Auch der REWE-Markt Trebur unterstützte die Aktion. Inhaber Ibrahim Ozmentekin stellte Getränke zur Verfügung und sorgte damit dafür, dass die Helferinnen und Helfer während des Einsatzes gut versorgt waren.
Für einen besonderen Abschluss sorgte das Team von Foodsharing Groß-Gerau e. V.
Zum Ende der Aktion bauten die Foodsaverinnen einen Stand mit geretteten Lebensmitteln auf, der fast wie ein kleiner, einladender Marktstand wirkte. Zusätzlich versorgten sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit warmer und kalter Verpflegung.
Für viele Anwesende war das Konzept des Foodsharings an diesem Tag neu.
Entsprechend groß war das Interesse: Die drei Foodsaverinnen beantworteten zahlreiche Fragen und berichteten darüber, wie Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt werden und anschließend ihren Weg nach Trebur finden.
Dabei wurde deutlich, wie viel bereits im Ehrenamt bewegt wird: Susanne Angermann ist seit einem Jahr dabei und hat in dieser Zeit bei 250 Einsätzen bereits rund zehn Tonnen Lebensmittel gerettet. Bettina Forster konnte in drei Jahren knapp 25 Tonnen vor der Entsorgung bewahren. Julia Dehling hat in den vergangenen fünf Jahren bereits rund 650-mal Lebensmittel abgeholt und verteilt.
Auch die Jugendlichen der Kinder- und Jugendarbeit trugen zum gelungenen Abschluss bei. Sie backten vor Ort frische Waffeln und sammelten dafür Spenden. Der bemerkenswerte Erlös sorgte für viele freudige Gesichter und kommt dem geplanten Ausflug ins Miramar zugute.
Ein weiterer Dank geht an die Organisation von RhineCleanup. Sie stellte das benötigte Material wie Müllsäcke, Greifzangen und Handschuhe zur Verfügung. Darüber hinaus durften für die Kommunikation der Herbstputz-Rallye die Plakate und die Internetseite von RhineCleanup genutzt werden. Dadurch konnte die Aktion kostenneutral beworben werden.
Der 12. September war der deutschlandweite Aktionstag von RhineCleanup. Im gesamten Landkreis und bundesweit griffen an diesem Tag Tausende Menschen zu Greifzangen und sammelten Müll in der Natur. Auch Trebur war Teil dieses gemeinsamen Engagements für eine saubere Umwelt.
„Eine wirklich tolle Aktion - dank des großen Engagements!"
Das Fazit der Verantwortlichen aus dem Umweltbereich der Gemeinde Trebur, die in diesem Jahr erstmals selbst für die Organisation der Müllsammelaktion verantwortlich waren, fällt entsprechend positiv aus:
„Die vielen motivierten Menschen, die mit angepackt haben, haben das zu einer wirklich tollen Aktion gemacht! Wir freuen uns über dieses Engagement!"
Für das kommende Jahr gibt es bereits erste Ideen, wie Kommunikation und Organisation der Aktion noch weiter verbessert werden können.
Wer die Herbstputz-Rallye verpasst hat und als Verein oder kleine Gruppe selbst aktiv werden möchte, kann dies übrigens jederzeit tun: Handschuhe und Greifzangen können bei der Gemeinde ausgeliehen werden, Müllsäcke stehen ebenfalls zur Verfügung, solange der Vorrat reicht. Interessierte können sich bei Lukas Grittner (06147-208 - 74), Heidrun Reuter (06147-208-32) oder unter umwelt@trebur.de bei der Gemeinde melden.